Verjährung einer Rechnung - das sind die Verjährungsfristen

Hendrik Kehres 14. Mai 2020 0
Verjährung einer Rechnung - das sind die Verjährungsfristen

Inhaltsangabe

1. Definition - Was genau bedeutet Verjährung?

2. Wie funktioniert die Verjährung einer Rechnung?

3. Verjährungsfristen 

4. Wirken sich Mahnungen auf die Verjährungsfrist aus?

5. Verjährung vermeiden und finanziell profitieren

Was genau bedeutet Verjährung?

Der Begriff Verjährung bedeutet, dass der Anspruch auf eine nicht geltend gemachte Rechnung erlischt. Neben der klassischen Frist von drei Jahren gibt es Sonderfälle wie beispielsweise Baumängel oder bei Gewährleistungen von elektronischen Geräten. Hierbei werden die Grenzen und Fristen für eine Verjährung anders kalkuliert.

Vor 2002 lag die Verjährungsfrist sogar noch bei ganzen 30 Jahren, was den Gläubigern noch einen deutlich längeren Zeitraum Anspruch auf ihr Geld ermöglichte. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner nach rund 20 Jahren doch noch zahlen wird, hat sich die Verjährungsfrist heute auf einen Zeitraum von 3 Jahren verringert. Um dein Geld zu erhalten, kannst du bei ausbleibender Zahlung eine Mahnung schreiben und somit das Mahnverfahren einleiten (Stand: Mai, 2020).

So funktioniert die Verjährung einer Rechnung

In der Regel beträgt die Frist für die Verjährung einer Rechnung drei Jahre. Auch wenn dies auf den ersten Blick lange erscheint, ist dieser Zeitraum bei häufigen Rechnungseingängen im Unternehmen schnell erreicht. Damit du rund um die Verjährung deiner Rechnung auf der sicheren Seite bist, solltest du deine Rechnungen nach Umsetzung der Leistungen sofort erteilen und im Falle einer Nichtzahlung im angegebenen Zeitraum ein Mahnverfahren einleiten.

Ebenfalls ist eine Bedingung, dass die Rechnung alle Pflichtangaben enthält. 

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Diese Verjährungsfristen solltest du kennen

Neben den klassischen 3 Jahren für die Verjährung einer Rechnung gibt es im BGB viele weitere festgeschriebene Fristen für andere Bereiche. Auch dies kann für dich als Selbstständigen durchaus interessant sein, wenn du in einer der dargelegten Branchen tätig bist. Die folgenden Verjährungsfristen sind hierbei zu beachten, um in jedem Bereich informiert zu sein:

  • Gewährleistungsansprüche bei Käufen und Werkverträgen – 2 Jahre
  • Ansprüche aus einem Reisevertrag – 2 Jahre
  • Kaufpreis, Werklohn, Arbeitslohn – 3 Jahre
  • Rückforderungsansprüche – 3 Jahre
  • Gewährleistungsansprüche beim Kauf eines Bauwerks – 5 Jahre
  • Rechte an einem Grundstück – 10 Jahre
  • Rechtskräftig festgestellte Forderungen – 30 Jahre
  • Herausgabeansprüche des Eigentümers – 30 Jahre
  • Familien- und erbrechtliche Ansprüche – 30 Jahre

Wirken sich Mahnungen auf die Verjährungsfrist aus?

Damit du die Verjährung einer Rechnung vermeiden kannst, solltest du nicht lange auf die Ausstellung warten. So musst du dir bei zahlungswilligen Kunden keine Gedanken um die Verjährungsfrist machen, sondern erhältst in der Regel schnell und fristgerecht dein Geld. Falls sich der Zahlungseingang weiter herauszögern sollte, kannst du deine Kunden mithilfe einer Mahnung oder Zahlungserinnerung an die ausstehende Rechnung erinnern.

Dennoch führt eine Mahnung nicht zur Änderung der Verjährungsfrist. Diese bleibt nach wie vor erhalten, weshalb du vor Ende der Frist ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten solltest. Sobald du den gerichtlichen Weg zur Aufrechterhaltung deiner Forderung gehst, beträgt die Verjährungsfrist bereits ganze 30 Jahre. Wichtig ist nur, dass die rechtlichen Schritte innerhalb der 3-Jahres-Frist für die Verjährung eingeleitet werden. In der Regel funktioniert dies mit einem professionellen Forderungsmanagement schnell und unkompliziert, wodurch du deinen Schuldnern mit deinem Mahnbescheid nicht hinterherlaufen musst.

Mit dem Mahnbescheid zur Verhinderung der Verjährung

Neben dem Einreichen einer gerichtlichen Klage ist auch das Mahnverfahren in Verbindung mit der Beantragung eines Mahnbescheids ein guter Weg. So hast du die Möglichkeit, eine Verjährung bis zum Jahresende innerhalb der 3-Jahres-Frist zu vermeiden und gemeinsam mit einer Mahnung deine Zahlungsforderung durchzusetzen. Eine Begründung ist bei diesem Schritt nicht erforderlich.

Anschließend wird die Verwaltung und Auswertung von den zentralen Mahngerichten der Bundesländer geprüft. So musst du keinen weiteren Aufwand befürchten, da das Mahnverfahren an dieser Stelle ganz ohne Rechtsanwalt möglich ist. In der heutigen Zeit funktioniert das Einleiten eines derartigen Verfahrens unkompliziert und digital, wodurch du mit dem Online-Formular alle nötigen Angaben an das Mahngericht weiterleiten kannst.

Eine Verjährung muss beansprucht werden

Auch wenn die Verjährungsfrist nach Ablauf der 3 Jahre verstrichen ist, erlischt die Verpflichtung zur Zahlung nicht automatisch. Der Schuldner ist hierbei verantwortlich, die sogenannte Einrede der Verjährung zu erheben, wobei es sich um eine einseitige Erklärung handelt. Eine derartige Erklärung beinhaltet folgende Aspekte:

  • Datum
  • Rechnungsnummer
  • Geforderter Betrag
  • Hinweis, dass vom Recht auf Einrede der Verjährung Gebrauch gemacht wird

Sollte nach Ablauf der Verjährungsfrist dennoch eine Rechnung beglichen werden, lässt sich der Betrag nicht mehr zurückfordern. So hat der Schuldner nicht die Möglichkeit, nachträglich eine Änderung zu erwirken, wodurch es bei der getätigten Zahlung bleibt.

Verjährung vermeiden und finanziell profitieren

Wer rechtzeitig für die Ausarbeitungen von Rechnungen sorgt und die erbrachte Leistung in Rechnung stellt, muss in der Regel keine Verjährung befürchten. In dieser Hinsicht lohnt es sich, rechtzeitig mit der Erfassung zu beginnen und der Verjährung aktiv entgegenzuwirken. Auch der Mahnbescheid kann hierzu ein geeignetes Mittel sein, um finanziell auf der sicheren Seite zu sein und keine Verjährung der erbrachten Leistung befürchten zu müssen. Wichtig ist nur, dass all dies im Zeitraum von 3 Jahren erfolgt, da nach dieser Frist keine neuen Maßnahmen mehr möglich sind.

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