Steuerberater Kosten für Selbstständige und kleine Unternehmen

Hendrik Kehres 08. Juli 2019 0
Steuerberater Kosten für Selbstständige und kleine Unternehmen

Ein Steuerberater ist für den Selbstständigen oft der Retter in der Not. Die wertvolle Hilfe ist allerdings auch mit monetären Aufwendungen verbunden. Dank praktischer Hilfsmittel lassen sich diese aber eindämmen. Denn die Beraterkosten sind nicht immer feste Größen, sondern orientieren sich prinzipiell am Aufwand. Darüber hinaus musst du nicht zwingend alle Leistungen in Anspruch nehmen. Woraus die Kosten für den Steuerberater bestehen und welche Tools dir viel Arbeit abnehmen können, erfährst du hier.

1. Berechnung der Steuerberater Kosten

Bei Einkünften aus unterschiedlichen Tätigkeiten sowie für Freiberufler und Selbstständige ist der Gang zum Steuerberater immer empfehlenswert. Die genaue Höhe der Summe lässt sich dabei nicht allgemein bestimmen, denn diese hängt stets von der individuellen Situation ab. Dank der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) gibt es jedoch grobe Vorgaben, die erkennbar machen, ob es sich um ein angemessenes oder ein überteuertes Honorar handelt.

1.1 Gebührenordnung der Steuerberater

Strikte Vorgaben zur Höhe der Beratungskosten beim Steuerfachmann gibt es nicht. Das macht es für den Verbraucher schwer, die anfallenden Gebühren im Voraus zu berechnen.

Dank der Steuerberatervergütungsverordnung kannst du diese aber zumindest ungefähr einschätzen, denn es handelt sich dabei um Vorgaben zum Ermessensspielraum. Hierbei taucht gerne der Begriff des „Zehnten“ auf. Dieser bezeichnet die entsprechenden Honorarspannen der einzelnen Gebühren.

Prinzipiell sollte der Steuerberater seine Rechnung an der Mittelgebühr der Tabelle orientieren, doch in besonders aufwendigen oder komplizierten Fällen sind auch höhere Beträge möglich. Dies muss er jedoch gut begründen. Die Maximalgebühr wird auch als volle Gebühr oder 10/10, sprich „zehn Zehnte“ bezeichnet. Wie hoch diese letztlich sein darf, hängt vom Gegenstandswert ab, also vom Jahresumsatz oder Jahreseinkommen. 

In der folgenden Tabelle geben wir einen Überblick darüber, wie hoch die Gebühren eines Steuerberaters im Vergleich zum Gegenstandswert sind. 

Gegenstandswert in Euro Volle Gebühr (10/10)
5000 316
10000 510
16000 594
25000 720
35000 872
50000 1098
65000 1179
80000 1260
95000 1341
140000 1583
200000 1907
600000 2867

Vom Mehrbetrag 

bis 5 000 000 Euro

je angefangene 50 000 Euro

126


Hier könnt ihr euch die vollständige Tabelle anschauen. Bei der Tabelle handelt es sich um einen Auszug aus der Vergütungsverordnung für Steuerberater, Anlage 1. 

1.2 Steuerberater-Kosten für Selbstständige

Bei Selbstständigen wird zur Ermittlung der entsprechenden Beratungskosten der Nettojahresumsatz als Gegenstandswert genommen. Außerdem gilt auch hier: Je mehr Aufwand der Steuerberater hat, umso mehr kann er in Rechnung stellen. Ausschlaggebend sind unter anderem:

  • Anzahl der Konten
  • Zahl der Buchungen
  • Zustand der Belege

Eine lückenlose, einwandfreie Dokumentation ist hier essentiell, um bei der Finanzbuchhaltung, Lohnabrechnung, beim Jahresabschluss bzw. der EÜR effektiv Beratungskosten einzusparen. Mit entsprechenden spezialisierten Finanztools machst du dir dein Leben diesbezüglich deutlich leichter.

1.3 Steuerberater-Kosten für Kleinunternehmer

Kleinunternehmer sind zwar per se nicht zur Buchführung verpflichtet, in vielen Fällen ist die Unterstützung durch einen Steuerberater jedoch ratsam. Denn Finanzbuchhaltung, Controlling oder das Erstellen eines Businessplans können durchaus komplizierte Angelegenheiten sein. Welche Beratungskosten dabei entstehen, kann allerdings nicht präzise gesagt werden. Die konkrete Summe hängt von verschiedenen Faktoren ab, u.a. davon, welche Aufgaben der Berater für dich übernehmen soll. Außerdem bist du mit einem Steuerberater auf der sicheren Seite, denn sollte ihm ein Fehler unterlaufen, kann er für diesen haftbar gemacht werden.

Besonders als Kleinunternehmer gibt es viele Sonderfälle, die man bestenfalls schon im Voraus mit einem Steuerberater klärt. 

1.4 Steuerberater-Kosten für Freiberufler

Auch beim Freiberufler ist die Frage nach den konkreten Beratungskosten nicht pauschal zu beantworten. Denn hier spielt ebenfalls letzten Endes der Umfang der vom Steuerexperten übernommenen Aufgaben die tragende Rolle. Je mehr Aufwand bezüglich Buchführung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss und Co notwendig ist, desto höher wird auch der Rechnungsbetrag ausfallen. Neben der Erleichterung verschiedener Aufgaben profitierst du hierbei ebenfalls von einem Plus an Zeit, das du für andere Aspekte deines Unternehmens verwenden kannst.

Somit ist es immer ratsam, dass man seine Dokumente bereits bevor man zum Steuerberater geht geordnet beisammen hat. 

2. Wie setzen sich Steuerberater-Kosten zusammen?

Je nachdem, welche Leistungen du vom Steuerberater in Anspruch nimmst, fallen die Gebühren unterschiedlich hoch aus. Grundsätzlich kann der Berater alle steuerlichen Angelegenheiten, von der simplen Steuererklärung bis hin zur Buchhaltung oder Umsatzsteuervoranmeldung, übernehmen.

In der kommenden Tabelle erhaltet ihr einen Überblick über die Mindest-, Mittel- und Maximalgebühren eines Steuerberaters für die entsprechende Leistung. 

Die Zehntel verteilen sich über die unterschiedlichen Gegenstandswerte gleich. 

Gegenstand oder Leistung Mindestgebühr Mittelgebühr Maximalgebühr
Bilanz 10/10 25/10 40/10
Anhang 2/10 7/10 12/10
EÜR 5/10 12.5/10 20/10
Einkommenssteuererklärung 1/10 3.5/10 6/10
Gesonderte Festanstellung 1/10 3/10 5/10
Körperschaftssteuererklärung 1/10 3/10 5/10
Gewerbesteuererklärung 1/10 3.5/10 6/10
Umsatzsteuererklärung 1/10 4.5/10 8/10
Einkünfte Vermietung 1/20 6.5/20 12/20
Einkünfte Kapitalvermietung 1/20 6.5/20 12/20
Einkünfte Rente 1/20 6.5/20 12/20
Buchführung 2/10 7/10 12/10
Lohnbuchhaltung pro Mitarbeiter 15/MA 20/MA 25/MA

2.1 Kosten für den Jahresabschluss

Für jede Leistung wird extra gezahlt – das gilt auch für die Erstellung des Jahresabschlusses. Bei einem Jahresabschluss bezahlt man eher. Die genaue Höhe der Gebühren ist davon abhängig, welche Art der Gewinnermittlung vorliegt.

Die Kosten für einen Jahresabschluss setzen sich in der Regel aus der Bilanz, der EÜR und ggf. auch einem Anhang zusammen. Somit gilt hier logischerweise, dass Kosten gesenkt werden können, wenn man bereits seine Dokumente ordentlich vorbereitet hat oder die sogar Bilanz schon aufgestellt hat. 

Richtet sich der Abschluss nach der Einnahmen- und Überschussrechnung, fallen die Kosten in der Regel geringer aus (5/10 bis 20/10) als nach der Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung (10/10 bis 40/10). Zusätze wie ein schriftlicher Erläuterungsbericht oder ein Anhang bergen in der Regel weitere Gebühren.

2.2 Kosten für die Steuererklärung

Betrieblich relevante Steuererklärungen sind für das Unternehmen von großer Bedeutung und können von Experten für dich gefertigt werden. Umsatzsteuer-Erklärungen liegen in den meisten Fällen im Bereich von 1/10 bis 6/10, Gewerbesteuer-Erklärungen bis 6/10.

2.3 Kosten für die Vorkontierung

Belege sortieren, Buchungsvermerke auf jedem Beleg notieren – all das kostet Zeit und Geld. Diese Arbeit wird handschriftlich vorgenommen und mit Gebühren zwischen 1/10 und 6/10 versehen. Ebenfalls sind die Kosten stark von der Qualität der Belege abhängig. 

Dazu erfahrt ihr mehr unter dem Punkt, wie ihr bei der Vorkontierung Kosten sparen könnt.

2.4 Kosten für die Umsatzsteuervoranmeldung

Eine entscheidende Tätigkeit im Rahmen der Steuererklärung ist die Umsatzsteuervoranmeldung. Bei einem Mindestgegenstandswert von 650 Euro liegt der Gebührenrahmen zwischen 1/10 und 6/10.

2.5 Kosten für die Finanzbuchhaltung

Bevor du einen Fachkundigen beauftragst, solltest du dir genau überlegen, welche Aufgaben er übernehmen soll: Denn davon ist auch die Kostenhöhe abhängig. Eine vollständige Buchführung durch den Steuerberater entlastet dich enorm, darf jedoch auch – je nach Schwierigkeit – mit Beitragssätzen von 2/10 bis hin zu 12/10 berechnet werden. Mindern kannst du die Beratungskosten, indem du deine Belege selbst kontierst oder direkt in das EDV-System eingibst – beispielsweise über ein entsprechendes Tool. Es besteht auch die Möglichkeit, dass du alles komplett selbst durchführst und der Berater die Buchführung lediglich überwacht.

2.6 Kosten für die Lohnbuchhaltung

Die laufende Lohnbuchhaltung beinhaltet grundsätzlich die Führung der Konten sowie das Anfertigen von Lohnabrechnungen. Meist werden pauschale Kosten der Lohnabrechnung pro Mitarbeiter verlangt. Hinzu kommen Ein- und Austritte von Mitarbeitern sowie weitere Pauschalen. In kleineren Unternehmen kann man meist mit kleineren Gebühren rechnen, da hier der Mehraufwand deutlich höher ist. 

3. Zusätzliche Kosten für Tools

Die meisten Steuerberater nutzen spezielle Steuer-Software, die zwar in der Regel für den jeweiligen Dienstleister kostenpflichtig sind, den Arbeitsaufwand jedoch deutlich senken. Gemäß § 3 Abs. 2 StBGeV werden mit den Gebühren, die der Berater verlangt, auch die allgemeinen Geschäftskosten vergütet. Es können für die Nutzung diverser Tools also keine zusätzlichen Kosten anfallen. Du kannst jedoch selbst einige Tools nutzen, um deine Buchhaltung vorzubereiten und den Arbeitsaufwand für den Steuerberater zu senken. Welche Kosten hierbei entstehen, erfährst du hier.

3.1 DATEV Unternehmen Online 

Datev bietet als IT-Systemhaus und Rechenzentrum eine komplette Buchhaltungssoftware vornehmlich für steuerberatende Berufe an. Hier werden sämtlichen Daten für den Steuerberater und das Unternehmen verarbeitet und archiviert. FastBill bietet hier beispielsweise eine direkte Schnittstelle an, sodass man die Daten aus dem Account direkt in DATEV übertragen kann. 

3.2 FastBill 

Mit unserer Buchhaltungssoftware FastBill erstellst du blitzschnell Angebote und Rechnungen. Du kannst Vorlagen nutzen oder sogar ein persönliches Layout entwerfen. Die digitalen Unterlagen können direkt aus dem Tool als E-Mail verschickt oder dem Kunden per Post zugestellt werden. Mit einem Klick lassen sich alle wichtigen Dateien über die Datev-Schnittstelle direkt an deinen Steuerberater weiterleiten. In der Starter-Variante fallen für dich Kosten von 8,99 € im Monat an. In der Pro-Version mit bis zu fünf Konten kostet das Abo 26,99 € monatlich und für die Premium-Ausführung mit zahlreichen weiteren Features fallen Kosten von 53 € an.

3.3 GetMyInvoices

Bei GetMyInvoices handelt es sich um eine Software für digitales Rechnungsmanagement mit automatischem Download von Rechnungen und Kontoauszügen aus über 5000 Online-Portalen. Weiterhin sind Rechnungsimport aus E-Mail-Postfächern, Scannen von Papierbelegen und viele weitere Features möglich, mit denen Unternehmen ihre vorbereitete Buchhaltung vereinfachen können. GetMyInvoices gibt es auch als direktes Add-On für FastBill und kostet im Essential-Abo lediglich 10€ pro Monat. 

3.4 Dropscan

Als Scanservice in der Cloud scannt das Tool Briefpost, Dokumente, Belege und andere Papierunterlagen. Man erhält bei Dropscan eine individuelle Postadresse und sämtliche Briefpost kann an das Tool weitergeleitet werden. Die Unterlagen und Dokumente werden eingescannt und als PDF-Dateien zur Verfügung gestellt. In der günstigsten Ausführung kostet das Tool 10 € im Monat. Bei der Flat 250 werden 200 € pro Monat fällig. 

4. Steuerberater Kosten sparen - was kann man selber machen?

Kosten sparen kann man ebenfalls auch bei der Steuerberatung, jedoch kann man hier auch schnell die Kosten erhöhen, wenn sich hier ein Fehler einschleicht. Letztendlich zahlt man auch dafür, dass der Steuerberater dafür haftet, wenn mal etwas schief läuft.

Dennoch sind wir uns alle einig, dass Themen wie die Vorkontierung oder Umsatzsteuervoranmeldung kein Hexenwerk sind. Auch beim Jahresabschluss, sowie der Steuererklärung, lässt sich einiges an teurer Arbeitszeit sparen. Hier erfahrt ihr, wir ihr die Steuerberater Kosten senken könnt. 

4.1 Vorkontierung selber machen 

Was ist überhaupt die Vorkontierung?

Die Kontierung erfüllt in der Buchhaltung den Zweck der Entscheidung, auf welche Konten ein bestimmter Geschäftsvorgang gebucht werden soll. Durch sie wird also festgelegt, welchem Konto die entsprechenden Belege (Rechnungen, Quittungen) zugeordnet werden.

Hier gibt es verschiedene Stellen, an denen man bares Geld sparen kann.

Die erste Station ist die Qualität der Belege. Gibt man seinem Steuerberater ein Karton alter Belege, die kaum noch zu lesen sind, kann es schnell teuer werden. Hier eignet sich sehr eine Buchhaltungssoftware wie FastBill zum digitalen Erfassen und Ordnen der Belege. Denn auch hier gilt: je ordentlicher der Papierkram verwaltet wurde, desto weniger Kosten entstehen am Ende. Belege, die einmal digital erfasst wurden, sind immer lesbar und lassen sich sogar digital weiterverarbeiten. 

An zweiter Stelle steht der Prozess der Vorkontierung an sich, welchen man ebenfalls auch manuell durchführen kann, sodass der Steuerberater diese Arbeit nur noch einmal absegnen braucht. Mit FastBill lässt sich die Vorkontierung der Belege manuell innerhalb von zwei Klicks bewältigen, da eine Künstliche Intelligenz bereits Vorschläge gibt, zu welcher Transaktion ein Beleg gehört. 

Noch besser ist es, wenn die Buchhaltungssoftware den Prozess der Vorkontierung vollständig übernimmt. Auch hier bietet FastBill den Service, dass unserer buchhalterisch geschulten Assistants die Vorkontierung für euch übernehmen. Der Prozess wird zu Beginn mit deinem Steuerberater abgestimmt, sodass langfristig die Vorkontierung von unseren Assistants übernommen wird. Dein Steuerberater spart Zeit und du sparst Geld. 

4.2 Umsatzsteuervoranmeldung selber ausfüllen

Hier sprechen wir natürlich nur die an, die auch wirklich umsatzsteuerpflichtig sind. Kleinunternehmer, die unter einem gewissen Jahresumsatz liegen, können hier entspannt weiter scrollen. Hier findet ihr mehr Infos zur Umsatzsteuervoranmeldung. 

Auch die Umsatzsteuervoranmeldung (kurz: UStVa) kann manuell durchgeführt werden. Hier wird jedoch in den allermeisten Fällen ein ELSTER-Zertifikat benötigt. 

Mit einer Buchhaltungssoftware wie FastBill lässt sich jedoch die UStVa im Handumdrehen erledigen, da in diesem Fall kein ELSTER-Zertifikat nötig ist und alle Belege bereits im gleichen System liegen. Mit nur wenigen Klicks habt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung ausgefüllt, online an euer zuständiges Finanzamt übermittelt. und die Kosten für den Steuerberater gespart. 

4.3 Jahresabschluss selber machen 

Für jedes Unternehmen gilt, dass der Jahresabschluss jährlich erstellt werden muss. Um hier einen klaren Überblick über die Kosten zu geben, muss man sich erstmal über die Form des Unternehmens bewusst werden. Wenn es sich "lediglich" um den Solopreneur handelt, der weniger als 60.000€ Gewinn pro Jahr macht, reicht auch nur die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR). Bei einem größeren Unternehmen kommt hier dann noch gleich eine Bilanz und eine Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV) dazu. 

Zur ursprünglichen Frage: ja! Man kann man den Jahresabschluss natürlich auch selbst machen, sofern man sich dies zutraut. Empfehlen können wir dies jedoch nicht, da besonders beim Jahresabschluss viele Sonderfälle zu beachten sind und Fehler kritisch sein können. Außerdem kostet der Jahresabschluss sehr viel Zeit. Zeit, die eine selbstständige Person in den meisten Fällen nicht hat. 

In diesem Artikel von LetsSeeWhatWorks gibt es eine gute Hilfestellung zum Jahresabschluss.

5. Beispiel Rechnung für die Steuerberater Kosten

Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) regelt, wie hoch ein Steuerberater die Maximalgebühren nach Jahresumsatz berechnen darf. 

Je nachdem, welche Tätigkeit der Steuerberater ausübt, werden unterschiedliche Anteile der vollen Gebühr berechnet.

Für diesen fiktiven Fall nehmen wir einfach mal an, dass es sich um einen Gegenstandswert von 80.000€ handelt und eine Gewerbesteuererklärung ansteht. 

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Anhand der Vergütungsordnung für Steuerberater können wir uns bei einem Gegenstandswert von 80.000€ schonmal die volle Gebühr, also 10/10, ermitteln: 1260€

Bei einer Gewerbesteuererklärung wissen wir, dass die Mindestgebühr bei 1/10 und die Maximalgebühr bei 6/10 liegt. In den allermeisten Fällen einigt man sich jedoch mit dem Steuerberater auf 3,5/10. 

Die 3,5/10 entsprechen in diesen Fall 441€. Im besten Fall würde man bei 1/10 nur 126€ zahlen. 

Auf diesen Betrag sind selbstverständlich noch 19% Umsatzsteuer zu berechnen.

6. Steuerberater Kosten steuerlich absetzen

Gute Nachrichten: Die Steuerberatungskosten kannst du mit wenigen Tricks ganz einfach absetzen und die Ausgaben zur Ermittlung der eigenen Einkünfte geltend machen. Bei welchen Bereichen das der Fall ist und welche Leistungen sich nicht absetzen lassen, zeigen wir dir im Folgenden.

6.1 Abzugsfähige Steuerberater Kosten

Allgemein gilt: Kosten, die bei der Ermittlung deiner Einkünfte entstehen, kannst du als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen. Das kommt jeweils auf die Kostenart an. Als Werbungskosten lassen sich die Erstellungskosten der Formulare Anlage N, V, R, KAP, SO sowie AUS absetzen. Zu Betriebsausgaben gehören die Anlagen G, S, L und EÜR.

Hinzu kommt die Beantwortung einkunftsbezogener Fragen sowie die Ermittlung der erzielten Einnahmen oder geleisteten Ausgaben bei Gewinneinkünften. Ebenso lassen sich Ausgaben für die Unterstützung bei der Buchführung, bei Bilanzen und der Einnahmenüberschussrechnung absetzen.

6.2 Nicht-abzugsfähige Steuerberater Kosten

Doch nicht alles kannst du so einfach absetzen. So ist die Unterstützung beim Ausfüllen des Mantelbogens der Steuererklärung nicht abzugsfähig, ebenso bei der Anlage „Kind“. Auch der Bereich der privaten Lebensführung muss herausgenommen werden:

Sonderausgaben

Außergewöhnliche Belastungen

Einkommensteuertarife

Kinderbetreuung

Kindergeld

Eigenheimzulage

Auch ist die Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer nicht abzugsfähig. Bei diesen Fragen hilft dir dein Steuerberater gerne weiter und unterstützt dich dabei, die Steuererklärung richtig auszufüllen.

7. Steuerberater Kosten – Häufig gestellte Fragen

Einmal im Jahr steht bei den meisten Deutschen die Steuererklärung an. Während Arbeitnehmer in einem Anstellungsverhältnis dies meist frei entscheiden können, sind Selbstständige sogar dazu verpflichtet. Ein Steuerberater hilft bei der Durchführung und Beratung. Im Zusammenhang mit den anfallenden Kosten tauchen immer wieder Fragen auf. Wir klären die Fragen!

7.1 Was darf ein Steuerberater maximal kosten?

Je nachdem, welche Leistung der Steuerberater für dich erbringt, fallen die Kosten unterschiedlich hoch aus. Primär nimmt er dir die bürokratischen Aufgaben ab, die gegenüber dem Finanzamt erfüllt werden müssen – beispielsweise Buchführung und Steuererklärung. Er kann jedoch auch eine steuerrechtliche und betriebswirtschaftliche Beratung anbieten.

Letztlich kommt es, wie bei anderen Leistungen auch, auf das Preis-/Leistungs-Verhältnis an. Vor allem die Zeitersparnis fällt hier ins Gewicht. Die Steuerersparnis sollte auf Dauer höher sein, als die anfallenden Steuerberatungsgebühren. Die tatsächlichen Maximalgebühren führt die StBVV in einer Tabelle auf. Hier werden Gebühren beziffert, die je nach Jahresumsatz oder Jahreseinkommen höchstens anzusetzen sind. Die Maximalgebühr wird mit zehn Zehnteln bezeichnet. Bei einem Einkommen von 65.000 Euro liegt die Maximalgebühr bei 1.179 Euro.

7.2 Was kann ich tun, wenn mein Steuerberater zu teuer ist?

Hat dein Steuerberater eine zu hohe Rechnung gestellt, kann der Preis nicht wie bei einer mangelhaften Sache gemindert werden, da es sich bei dem bestehenden Vertrag um einen Geschäftsbesorgungsvertrag nach § 675 BGB handelt und er dir lediglich die Tätigkeit, aber nicht den Erfolg, schuldet. Hat der Berater jedoch den Gebührenrahmen zu seinen Gunsten voll ausgeschöpft, kannst du dies als Verhandlungsgrundlage für ein Gespräch über die Höhe der Rechnung nutzen.

Es kann auch eine Beschwerde bei der regional zuständigen Steuerberaterkammer eingereicht werden. Auf der jeweiligen Website gibt es entsprechende Vordrucke. Sollte der Berater tatsächlich Fehler begangen haben, die einen Schaden zur Folge hatten, besteht unter Umständen ein Schadenersatzanspruch gemäß § 280 Abs. 1 BGB. Dieser Schaden muss jedoch beweisbar sein. Ein Wechsel des Steuerberaters ist selbstverständlich auch eine Option. Informiere dich bereits im Vorfeld über die anfallenden Kosten.

Du kannst die Kosten für den Steuerberater zudem senken, indem du die vorbereitende Buchhaltung selbst übernimmst. Alternativ besteht die Möglichkeit, Steuererklärung, Vorkontierung und Umsatzsteuervoranmeldung selbst zu machen, sofern diese notwendig sind.

7.3 Wie kann ich meinen Steuerberater wechseln?

Solltest du mit deinem Steuerberater unzufrieden sein, wird es Zeit, sich um einen Wechsel zu kümmern. Laut § 627 BGB ist der Steuerberatungsvertrag jederzeit und ohne gesetzliche Frist kündbar. Am besten wechselst du den Berater, wenn er gerade nicht mit neuen Aufgaben betraut wurde, da sonst möglicherweise ein Teilhonorar für den jetzigen und den neuen Dienstleister fällig wird. Ihr alter Steuerberater muss zudem einen reibungslosen Wechsel ermöglichen und deinem neuen Berater sämtliche Daten übermitteln. Dies ist beispielsweise über elektronische Software wie DATEV möglich.

7.4 Was bedeuten "Zehnte" bei den Steuerberater-Kosten?

Mit der Steuerberatervergütungsverordnung wird festgelegt, in welchem Rahmen sich die Honorare für die einzelnen Leistungen zwischen minimalen und maximalen Beträgen bewegen müssen. Innerhalb dieser Spanne kann der Berater die Höhe der Gebühren selbst bestimmen. Die jeweiligen Spannen für die Gebühren werden als sogenannte "Zehnte" bezeichnet. Laut Verordnung ist damit einerseits 10 % von einer Gesamtsumme gemeint, andererseits versteht man darunter ein Zehntel der Maximalgebühr.

7.5 Wie finde ich einen Steuerberater der zu mir passt?

Als erste Anlaufstelle kannst du dich in deinem Freundes- und Bekanntenkreis umsehen. Hier erhältst du möglicherweise Empfehlungen für eine engere Auswahl. Eine ausführliche Internetrecherche grenzt diese weiterhin ein. Prüfe auch, ob das Fachgebiet des Beraters zu deinen Anforderungen passt. Informiere dich auch über sonstige Fortbildungen und den Erfahrungsstand des Dienstleisters. Im ersten Gespräch kannst du bereits gezielte Fragen stellen, um seine Expertise zu prüfen.

7.6 Kann ich ein individuelles Steuerberater-Honorar vereinbaren?

Die Höhe des Honorars richtet sich grundsätzlich nach der Vergütungsverordnung für Steuerberater (StBVV), die minimalen und maximale Beträge festlegt. Da der Steuerberater innerhalb dieser Spannen Freiraum bezüglich seiner Gebühren hat, kannst du mit ihm möglicherweise im Vorfeld ein individuelles Honorar festlegen, das innerhalb der Mindest- und Höchstgebühr liegt. 





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