Weihnachtsgrüße nutzen, um geschäftliche Kontakte zu pflegen

Jasmin Schmidt 16. November 2015 0
Weihnachtsgrüße nutzen, um geschäftliche Kontakte zu pflegen

2015, du hast es geschafft! Du hast dein eigenes Unternehmen gegründet oder bist in diesem Geschäftsjahr mit deinem Business zahlenmäßig durch die Decke geschossen.

Stammkundschaft ist bereits ein fester Bestandteil deiner Käufer und auch im B2B pflegst du gute Kontakte und wirst für dein vorbildliches Wirtschaften geschätzt. Kurz vor Jahresende steht wie jedes Jahr die Weihnachtszeit vor der Tür und es beginnen Überlegungen, ob du Kunden und Geschäftspartnern eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen solltest.

Doch was ist noch unverfänglich und was kann bereits als strafbare Bestechung angesehen werden?

Eine Möglichkeit sind geschäftliche Weihnachtsgrüße in Form von netten Weihnachtskarten. Selbst gestaltet oder selbst erstellt, kommen Karten die nicht „von der Stange“ gekauft sind besonders gut an.

Diese werden nicht als Bestechung angesehen, sondern von Amtsträgern und Unternehmern als eine nette Aufmerksamkeit gewertet. Unverfängliche, festliche Grüße verschicken und jeden wissen lassen, dass dir etwas an dieser Geschäftsbeziehung liegt. Über eine originelle Postkarte freut sich selbstverständlich jeder, aber muss es sich darin bereits erschöpfen?

Kleine Geschenke sind erlaubt

Damit du die eventuellen rechtlichen Folgen für deine Unternehmensangehörigen effektiv minimieren kannst, hast du die Möglichkeit einen Code of Conduct einzurichten. Das heißt also Regeln und Richtlinien festzulegen, mittels derer du deinen Mitarbeitern bei der Schenkung oder Entgegennahme von Werbegeschenken behilflich sein kannst. So wird vermieden, dass sich jemand unwissentlich in rechtliche Grauzonen begibt.

Es ist nicht zwingend gesagt, dass Werbeartikel immer eine Form der Bestechung sein müssen. Ein Code of Conduct bietet sich als Orientierungshilfe für Mitarbeiter an. Es stellt sich dann nicht jedes Mal erneut die Frage ob Werbeartikel als Bestechungsversuch zählen. Das Strafgesetzbuch gibt hier Aufschluss und sagt unter bestimmten Bedingungen eindeutig „Ja“.

Nimmt ein Unternehmen fragwürdige Werbegeschenke an, die du versendest, wird dies bei dem, der sie annimmt, als Korruption gedeutet und deinem Unternehmen wird eine Manipulation der Wettbewerbs-Situation vorgeworfen.

Das begründet sich darin, dass du mit der Werbemittel-Streuung versuchst, dir einen Vorteil gegenüber deinen Konkurrenten zu verschaffen. Allerdings zeichnet sich die rechtliche Lage von einem Fall zum anderen immer sehr differenziert ab.

Dabei ist nicht nur der Berufsstatus des jeweiligen Beschenkten entscheidend, sondern vor allem der Wert, den das Geschenk aufweist, spielt eine wichtige Rolle. Das bedeutet, dass beispielsweise

Kugelschreiber, Feuerzeug oder Kaffeetasse, welche im Wert um einiges geringer als eine hochwertige Armbanduhr, eine exklusive Flasche Weinbrand oder vielleicht sogar eine VIP-Karte für ein Konzert, problemlos verschenkt werden können.

Bei den zuletzt genannten Geschenken ist jedoch Vorsicht geboten. Mit kleinen Streugeschenken und Giveaways, wird es sicherlich keinen Verdacht der Bestechung geben. Wenn du jedoch exklusive Geschenke als geschäftliche Weihnachtgrüße verschickst, ist das schon etwas anderes.

List it: Unverfängliche Weihnachtgeschenke

Mit diesen Geschenken kannst du nicht viel falsch machen, denn sie kosten in der Regel nur Centbeträge und sind als Streugeschenke deklarierbar. So kannst du deinen Kunden und Geschäftsfreunden eine kleine Freude machen, die niemanden um Kopf und Kragen bringt.

Ein Schritt mit dem du Kompetenz und Erfahrung beweist und geschäftliche Weihnachtsgrüße verantwortungsvoll auswählst.

  • Kugelschreiber
  • Kaffeetasse
  • Feuerzeug
  • Korkenzieher
  • Schlüsselanhänger
  • Schokoladen-Weihnachtsmann
  • Kerze
  • Postkarte
  • USB-Stick
  • Brieföffner
  • Briefbeschwerer

Achtung vor Beamten und ehemals staatlich Angestellten

Es gibt einen Unterschied zwischen den einzelnen Berufssparten. Dazu gehören zum Beispiel die Beamten. Diese stehen unter einer ganz besonderen Beobachtung. Dieser Gruppe solltest du keine Geschenke zukommen lassen. Die Angehörigen dieses Berufsstandes dürfen weder Vorteile fordern noch solche annehmen.

Hier werden sogar die kleinsten Werbegeschenke, wie beispielsweise Schlüsselbänder und Feuerzeuge, schon als unangebracht gewertet. Du kannst davon ausgehen, dass der Beschenkte diese kleine Aufmerksamkeit seinem Vorgesetzten mitteilen muss und dieser die Kleinigkeiten abzusegnen hat. Beamte müssen offen über die erhaltenen Werbegeschenke berichten. Das gilt sogar dann, wenn diese Personen schon in Rente und pensioniert sind.

Es kann sogar passieren, dass die pensionierten Beamten durch geschäftliche Weihnachtsgrüße die über eine Karte hinausgehen mit einer härteren Bestrafungen rechnen müssen.

Gesetzliche Grundlage für geschäftliche Weihnachtsgrüße

Weit entfernt von den Amtsträgern sind die Werbegeschenke dann viel flexibleren Regeln unterworfen. Kleine aber feine Weihnachtsgeschenke auf geschäftlicher Basis können problemlos entgegengenommen werden. Die Geschenke, die sich darin befinden, müssen nicht genauer dokumentiert und deklariert werden. Dennoch sieht das Strafgesetzbuch einige Regeln für Werbeartikel vor.

Dabei gibt es sehr wohl echte Bestechungsversuche, die in Form von geschäftlichen Weihnachtsgrüßen daherkommen. Das findest du unter §299 StGB. Dort wird die Strafbarkeit in konkreten Wettbewerbssituationen hervorgehoben.

Ein Werbegeschenk pflegt die Beziehung

Wenn nicht der Eindruck erweckt wird, dass du die Entscheidungsfreude deiner Kunden einschränken möchtest, sind Weihnachtsgrüße geschäftlich absolut erlaubt und du kannst ihnen diese kleinen Geschenke bedenkenlos zukommen lassen oder sogar persönlich überreichen. Eine besonders gute Idee ist es, eine persönliche Karte beizulegen. Damit kannst du den Kunden sowie Geschäftspartnern diskret verdeutlichen, dass dieses kleine Geschenk keinen Teil eurer Geschäftsbeziehung darstellt und von dir keinerlei Erwartungen nach sich zieht.

Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, den Empfänger von Geschenken vorab zu kontaktieren, sodass dieser seinen Arbeitgeber zu dem Thema befragt und damit jeglichen Verstößen und Missverständnissen vorgebeugt werden kann. Trotz der umfangreichen Komplexität der Gesetzeslage, lohnen sich kleine und originelle Weihnachtsgrüße geschäftlich sehr.

Schlussendlich sind diese immer noch ein ungeschlagenes Instrument im Marketing in Bezug auf die Beziehungspflege und den Ausbau einer geschäftlichen Beziehung zwischen Kunde und Unternehmen.

An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis im Form eines Zitats vom PR-Doktor:

„Halten Sie solche Post bitte völlig frei von werblichen Aussagen oder gar Handlungsaufforderungen. Weihnachtsbriefe sind keine Werbebriefe. Sie folgen völlig anderen Gesetzmäßigkeiten.“

Wenn du es nicht übertreibst und deinen Kunden und Geschäftspartnern nicht beispielsweise ein ganzes Wellnesswochenende im modernen Badetempel oder ein Wochenende im Schnee in St. Moritz in der Schweiz zukommen lässt, wird auch keiner auf die Idee von Bestechung kommen.

Mache dir insofern keine Gedanken darüber, wenn du deinen langjährigen oder vielleicht wichtigsten Geschäftspartnern beispielsweise einer Schlüsselkette zukommen lässt, gleich von Bestechung und Vorteilsnahme zu sprechen.

Selbst dann nicht, wenn du um den großen Auftrag mitbietest. Deine geschäftlichen Weihnachtsgrüße sollen als eine kleine Aufmerksamkeit schließlich zum Fest der Liebe nur etwas Freude bringen.

Buchhaltung automatisieren und Zeit sparen

Lerne in 4 einfachen Schritten, wie deine Finanzen automatisierst und nie mehr Kopfschmerzen wegen der Buchhaltung haben musst.

Noch keine Kommentare, sei jetzt der erste! ;)

Was denkst du?

Buchhaltung automatisieren
und Zeit sparen

Lerne in 4 einfachen Schritten, wie deine Finanzen automatisierst und nie mehr Kopfschmerzen wegen der Buchhaltung haben musst.

Überzeuge dich selbst

Automatischer Beleg-AssistentBankingBusiness Apps synchronisierenBelege erfassenRechnungen schreiben

Kostenlose Tools

Mehrwertsteuer RechnerKostenlose RechnungsvorlageFinanz-Lexikon

Beliebte Beiträge

So funktioniert die EÜRNebenberuflich Selbständig machenSo kommst du zum Gewerbeschein

Mehr als 70.000 Kunden nutzen schon FastBill

Jetzt kostenlos testen!