Steuern sparen mit Minijobs: So stocken Sie Ihr Team günstig auf

Christian Häfner 26. April 2012 1
Steuern sparen mit Minijobs: So stocken Sie Ihr Team günstig auf

Das Leben als kleines Unternehmen ist nicht immer einfach. Es gibt viel zu tun und meist sind es lästige administrative Aufgaben, die eigentlich auch andere erledigen könnten. Warum also nicht einfach aufstocken und die neugewonnene Freizeit sinnvoller nutzen?

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Photo by haydenweal / License: CC0 Public Domain

Die sogenannten Minijobs bieten hier eine optimal Möglichkeit und erfreuen sich schon seit langem einer hohen Beliebtheit. Hauptgrund für den Minijobber selbst dürfte sein, dass er seinen Bruttoverdienst in der Regel als Nettoverdienst erhält. Damit bei der Beschäftigung eines Minijobbers keine Probleme mit Arbeits- oder Finanzamt oder bei der Betriebsprüfung entstehen, sollten bestimmte Rahmenbedingungen klar sein. Andernfalls drohen unbqeueme Fragen und ggf. unerfreuliche Nachzahlungen.

Doch zuerst: Was ist ein 400 € Job?

Die richtige Bezeichnung für ein solches Arbeitsverhältnis ist eine „geringfügige Beschäftigung“. Darunter versteht man, dass es sich um ein laufendes Beschäftigungsverhältnis handelt, welches allerdings so geringfügig ist, dass der Verdienst nicht über 400 € monatlich liegt. Die Höhe des Stundenlohns, oder der Status des Beschäftigten, z.B. Student, Hausfrau, Rentner, etc., spielt hier keine Rolle.

Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten nicht bei seiner Krankenkasse sondern bei der Minijob-Zentrale anzumelden. Dabei handelt es sich um ein eigens zu diesem Zweck bestehendes Institut, in dem alle Minijobber zentral verwaltet werden.

An die Minijob-Zentrale hat der Arbeitgeber seine monatlichen Abgaben, die aus dem Beschäftigungsverhältnis abzuführen sind, zu melden. Die Meldepflicht und die Abgabe der Beiträge gilt sowohl für Unternehmer als auch für Privathaushalte. Allerdings zahlen letztere niedrigere Beiträge:

  • Unternehmer: 15% pauschaler Rentenversicherungsbeitrag, 13% pauschaler Krankenversicherungsbeitrag, 2% pauschale Steuer
  • Privathaushalte: 5% für die Rentenversicherung, 5% für die Krankenversicherung, 2% Steuer

Bei den Renten- und Krankenversicherungsbeiträgen handelt es sich nicht um Abgaben, die dem Arbeitnehmer zugute kommen, das bedeutet, es besteht kein Krankenversicherungsschutz, und dem Rentenkonto werden keine Beiträge gutgeschrieben. Die 2% pauschale Steuer kann nach Vereinbarung auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden. Legt der Arbeitnehmer sein Lohnsteuerkarte vor, entfällt die pauschale Steuer, und es wird nach Lohnsteuerkarte versteuert.

Sozialversicherungspflicht für Praktikanten und Azubis

Praktikanten und Azubis werden von der Minijob-Zentrale gesondert behandelt. Ist das Praktikum Teil einer betrieblichen Berufsbildung oder ist es gar eine Ausbildung, dann gilt die Sozialversicherungspflicht, und zwar unabhängig von der Höhe des Arbeitsentgelts. Die Minijob-Regelungen sind hier selbst bei einem Verdienst unter 400 Euro irrelevant.

Einzige Ausnahme: Ist das Praktikum vorgeschriebener Teil (z.B. ein Pflichtsemester im Studium), dann ist der Praktikant für die Dauer des Praktikums sozialversicherungsfrei.

Auf diese Besonderheiten sollte geachtet werden

Bereits zu Beginn der Beschäftigung sollte der Arbeitnehmer schriftlich befragt werden, ob er noch eine andere Beschäftigung hat. Problemlos ist ein anderes sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, oder eine kurzfristige Beschäftigung. Besteht noch eine andere geringfügige Beschäftigung werden die beiden zusammengezählt. Wird in der Summe die 400€ Grenze überschritten, werden beide Arbeitsverhältnisse sozialversicherungspflichtig.

In Ausnahmefällen kann ein Arbeitnehmer maximal zweimal im Jahr die Grenze von 400€ überschreiten. Dem muss allerdings ein unvorhergesehenes Ereignis zugrunde liegen, zum Beispiel die kurzfristige Vertretung einer kranken Kollegin. Der Arbeitgeber sollte auf alle Fälle darauf achten, dass der Vorgang auch später noch nachvollziehbar ist.

Werden Sonderzahlungen, wie Prämien, Weihnachtsgeld oder ähnliches bezahlt, kann dies bezahlen, auch wenn in dem betreffenden Monat die 400€ überschritten sind. Allerdings sollte geprüft werden, dass die 400€ im Jahresdurchschnitt nicht überschritten werden. Erhält der Arbeitnehmer zum Beispiel monatlich 360€, und ein Weihnachtsgeld von 300€, so muss wie folgt geprüft werden: 360 € x 12 = 4440 € +300 € = 4740 € : 12 = 395 € durchschnittlicher Monatsverdienst. Das Weihnachtsgeld von 300 € kann also problemlos mit dem Monatsverdienst von 360 € bezahlt werden, so dass in dem Monat ein Entgelt von 660 € abgerechnet wird.

Der Arbeitnehmer darf Nacht-, Sonntags- oder Feiertagszuschläge, sofern sie steuer- und sozialversicherungsfrei sind, zusätzlich verdienen. Das bedeutet, verdient ein Arbeitnehmer 400€ und erhält zusätzlich 50% Sonntagszuschlag in Höhe von 100€, so dürfen diese zusätzlich bezahlt werden. Überschreiten die Zuschläge allerdings die Freibeträge laut § 3b Einkommensteuergesetz, so dürfen die die 400€ nicht überschreiten.

Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit auf die Rentenversicherungsfreiheit zu verzichten. Wünscht dies Arbeitnehmer das, bedeutet das, dass Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt werden – wie bei einem „normalen“ Arbeitsverhältnis. Der Arbeitnehmer trägt also die Differenz zwischen dem pauschalen Betrag den der Arbeitgeber bezahlt, und dem regulären Rentenversicherungsbeitrag. Der Beitrag muss allerdings auf mindestens 155€ Brutto berechnet werden. Ist der Monatsverdienst niedriger errechnet sich die Verteilung der Beiträge anders. Ein Berechnungsbeispiel findet sich bei der Minijob-Zentrale.

Um wirklich ganz sicher zu gehen, empfehlen wir die Beratung direkt bei der Mini-Job Zentrale.

Viel Spass beim Jobber suchen…

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