SEO für Onlineshops: Die ultimative SEO-Anleitung für E-Commerce

Alexander Rus 16. Februar 2017 11
SEO für Onlineshops: Die ultimative SEO-Anleitung für E-Commerce

SEO für Onlineshops ist ein wichtiges Thema, denn die organische Suche von Google ist für die meisten Onlineshops die Haupt-Traffic-Quelle und somit überlebenswichtig. In dieser Anleitung erfährst du die typischen Probleme von Onlineshops und wie du sie umgehst. Außerdem lernst du einige überaus hilfreiche SEO- und Recherche-Tricks, die dir einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen.

Keyword-Recherche für Onlineshops

Es gibt tonnenweise Anleitungen im Internet, die dir im Detail erklären, wie du eine Keyword-Recherche professionell durchführst. Hier findest du einen sehr guten Guide von Backlinko.

Das Wichtigste bei der Keyword-Recherche ist aber, dass man nicht nur auf klassische Tools wie den Google Keyword Planner vertraut, sondern auch out-of-the-box denkt. Deswegen im Folgenden einige ungewöhnliche Ansätze für die Keyword-Recherche und Keyword-Targeting.

Der Ansatz von erfolgreichen Affiliates

Die erfolgreichsten Affiliate-Marketer bauen ihre Webprojekte folgendermaßen auf:

  • Sie suchen ein typisches Problem,
  • verfassen Inhalte, die auf Leute mit diesem Problem abzielen
  • und empfehlen eine Lösung im Kontext.

Genau dieser Ansatz funktioniert jedoch nicht nur für Affiliate Marketer, sondern auch exzellent für Onlineshops.

Ziele auf Opportunity Keywords ab, um dir die Quick Wins zu holen

Die erste Frage, die bei dir jetzt wahrscheinlich auftaucht ist: Was ist überhaupt ein Opportunity Keyword?

Dabei handelt es sich um einen Suchbegriff, der die folgenden Bedingungen erfüllt:

  • Der eigene Shop rankt bereits auf der zweiten Seite bei Google für diesen Begriff
  • Das Keyword hat ein ordentliches Suchvolumen (> 500 Monthly Searches)
  • Das Keyword ist nicht allzu umkämpft. (Wenn Seiten wie amazon.de oder ebay.de ranken, ist alles im Butter)

Diese Keywords sind besonders lukrativ, weil du es mit relativ geringem SEO-Aufwand auf die erste Seite schaffst und so ziemlich schnell deinen Traffic erhöhen kannst. Einfache Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung:

  • Exact Match Keyword in den Title Tag
  • Inhalte erweitern und besser auf die Suchintention zuschneiden
  • Mehr interne Links auf die spezifische URL setzen

Decke neue Keywords frühzeitig mit Google Trends ab

Google bietet tonnenweise kostenlose Tools zur Suchmaschinenoptimierung an. Ein meist unterschätztes Werkzeug zum Entdecken von Keywords ist Google Trends. In Google Trends kannst du dir den Suchtrend zu einzelnen Keywords anzeigen lassen.

Das Interessante daran ist, dass es auch dazu relevante andere Keywords anzeigt, die vielleicht noch gar nicht in anderen Tools aufscheinen, weil sie noch zu „neu“ sind. Hier verbirgt sich jede Menge Potenzial, denn diese Suchbegriffe sind meist relativ einfach zu ranken, weil die Konkurrenz sie wahrscheinlich noch nicht entdeckt hat.

OnPage-Optimierung für Onlineshops

HTTPS-Umstellung

Ein grundlegender Schritt für jeden Onlineshop ist die Umstellung von HTTP auf HTTPS. Dafür gibt es zwei Gründe:

  1. Im E-Commerce werden diverse Daten übermittelt, welche unbedingt verschlüsselt werden müssen, um diese vor Übergriffen zu schützen. Am besten man verschlüsselt im Zuge dessen gleich alles, und nicht nur Zahlungsdaten.
  2. Google hat bestätigt, dass HTTPS einen leichten Ranking-Boost gibt.

Kategorienseiten optimieren

Gute Kategorienseiten sind der Schlüssel zum Erfolg im E-Commerce. Es sind diese Seiten, die für die schwierigeren Keywords mit viel Suchvolumen ranken müssen.

Deswegen sollten die folgenden Optimierungen vorgenommen werden:

  • Gestalte Title Tag und Meta Description möglichst attraktiv, um eine höhere Klickrate aus den Suchergebnissen zu erreichen. Wieso und wie, erklärt Larry Kim in diesem Beitrag.
  • Nicht nur eine Liste von Produkten anzeigen, sondern die Kategorienseite mit einzigartigen Inhalten aufbereiten. Idealerweise ein kleiner Textschnipsel oben (50 Wörter) und den Rest unten. Bezüglich der Textmenge sollte man sich an der Konkurrenz orientieren und diese leicht übertreffen.

Produktseiten optimieren

Die meisten Shopbetreiber konzentrieren sich darauf möglichst viele Produkte online zu stellen, anstatt die einzelnen Produktseiten schön zu gestalten.

Das reduziert die Chance für Produktnamen bei Google zu ranken und kann im schlimmsten Fall zu einer Strafe von Google, aufgrund von Thin Content führen.

Ja, Produktseiten sind aus SEO-Sicht deutlich weniger wichtig als Kategorienseiten, trotzdem solltest du die folgenden Punkte beachten:

  • Niemals die Produktbeschreibung des Herstellers verwenden, weil diese mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in anderen Shops genutzt wird.
  • Schöne Title Tags und Meta Descriptions verfassen, denn immerhin ist der SERP-Schnipsel in vielen Fällen der erste Kontaktpunkt.

Best Practices

  1. H1-Überschrift mit Produktname und sekundären Keywords füllen
  2. Sexy Einleitung (50 Wörter)
  3. Falls vorhanden, Produktvideo
  4. Liste mit Eigenschaften
  5. Schluss mit Benefits (50 Wörter)

Blog auf der gleichen Domain

Leider kommt es immer wieder vor, dass der Blog eines Online-Shops entweder auf einer separaten Domain oder auf einer Subdomain gehostet wird. Dadurch profitiert der Hauptshop weder von der zusätzlichen Relevanz, noch von eventuellen Backlinks auf den Blog.

Aus diesem Grund ist es essentiell den Blog auf der gleichen Domain in einem Unterverzeichnis unterzubringen. So hast du einen nicht kommerziellen Teilbereich, wodurch die „Verlinkbarkeit“ gefördert wird.

Technische SEO für Onlineshops

Duplicate Content vermeiden

Von jeher sind E-Commerce Stores anfällig für Duplicate Content und den damit verbundenen Google Strafen, wie Panda und Quality Updates. Der Grund dafür ist, dass häufig die gleichen Inhalte über diverse URLs erreichbar sind und durch Filterfunktionen tonnenweise URLs generiert werden, die sich kaum unterscheiden.

Um festzustellen, ob du ein Problem in dieser Richtung hast, kannst du dir…

  • bei Google mit dem site-Operator die indexierten Seiten anzeigen lassen (Beispiel: site:evergreenmedia.at)
  • in der Google Search Console den Indexierungsstatus-Report ansehen

Erscheint dir die Zahl übertrieben hoch, kann es sein, dass du ein Duplicate Content Problem hast. Keine Angst, auch hierfür gibt es Lösungen:

  1. Canonical Tag setzen
    Der Canonical Tag sagt Google, welche URL das Original ist und löst somit das Duplicate Content Problem. Wie du den Canonical Tag korrekt implementierst, lernst du hier bei Moz.
  2. URL-Parameter in der Google Search Console setzen
    Unter Crawling > URL-Parameter in der Google Search Console kannst du dem Googlebot genau sagen, wie er mit einem bestimmten Parameter umgehen soll. Falls die „falschen“ URLs aber bereits indexiert sind, hilft dir diese Funktion eher wenig.
  3. Meta Robots Tag auf noindex, follow setzen
    <meta name=“robots“ content=“noindex, follow“/>
    Durch das Hinzufügen des noindex, follow Meta Robots Tags fallen die markierten URLs beim nächsten Crawl aus dem Index. Das bedeutet natürlich, dass die entsprechenden URLs nicht über die robots.txt oder URL-Parameter geblockt werden dürfen, bis sie aus dem Index verschwunden sind.

Linkbuilding für Onlineshops

OnPage-Optimierung ist nur ein kleiner Teil einer erfolgreichen E-Commerce SEO-Kampagne. Essentiell für gute Rankings ist auch das Linkprofil des eigenen Online-Shops. Das heißt du benötigst Backlinks, um die Autorität und Relevanz deiner Webseite zu erhöhen.

Das Problem dabei ist, dass viele Webmaster ungern auf Shops verlinken. Denn wieso sollte irgendjemand auf eine Produktseite verweisen?

Deswegen hier einige Tipps, wie du auf natürlichem Weg Backlinks gewinnst…

User-Focused Blog führen

Die meisten Blogs drehen sich um das eigene Unternehmen, deswegen liest sie auch niemand. Blogs, die wirklich gelesen werden, drehen sich um die Leser. Wie wir bereits im Abschnitt Keyword-Recherche besprochen haben, sollten deine Inhalte von den Problemen der Zielgruppe und deren Lösung handeln. Dann besteht auch die Chance natürlich verlinkt zu werden.

Umfangreiche Ratgeber und Reviews als Linkbaits

Wer Wert gibt, bekommt früher oder später auch etwas zurück. Vor allem tiefschürfende Ratgeber (z.B. wie verwende ich Produkt XY?) oder Reviews (z.B. wie gut ist das neue Produkt XY wirklich?) haben sich im E-Commerce SEO-Bereich bewährt.

Die reine Erstellung dieser Inhalte reicht aber nicht aus. Die Inhalte müssen auch beworben werden, denn als Shopbetreiber kannst du dich nicht darauf verlassen, einfach gefunden zu werden. Daher:

  • Bereits vor der Erstellung der Inhalte überlegen, welche Webseiten und Zielgruppen interessiert sein werden und eine Liste mit Kontaktdaten erstellen.
  • Während der Erstellung darüber nachdenken, wieso diese Webseiten und Zielgruppen die Inhalte teilen oder verlinken sollten und was man eventuell im Austausch anbieten könnte
  • Clevere, vor Mehrwert strotzende E-Mails aussenden
  • Je nach Nische wirst du ein wenig Geld in die Hand nehmen müssen, um verlinkt zu werden, aber jeder gute Backlink ist langfristig Gold wert.

Worauf du sonst noch in Sachen Linkbuilding achten musst, lernst du in unserem Backlink-Ratgeber (Video).

Nein, wir haben das Rad der Suchmaschinenoptimierung nicht neu erfunden. In E-Commerce SEO kommt es auf die Feinheiten an. Wichtig ist, dass die Grundlagen und Best Practices richtig umgesetzt werden, sodass darauf aufgebaut werden kann. Mit der Zeit gewinnt der eigene Shop dann ohnehin immer mehr an Autorität und die Rankings entwickeln sich fast wie von selbst.

In diesem Beitrag wurden die häufigsten Probleme im E-Commerce angesprochen. Für eine komplette Übersicht empfehle ich auch den englischen Ratgeber von Backlinko.

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11 Kommentare

  • Hallo,

    wenn ich also einen Online Shop habe in dem Schuhe verkauft werden, wie soll ich dann die Keywords die mit Google Trends zeigt daraufhin anwenden? Ich kann ja schlecht das Trendwort "Donald Trump" oder "Bundestagswahl" in meine Schuhtexte einfließen lassen oder doch? Muss es einen Zusammenhang geben oder was empfehlen Sie?
  • Hey Roland,

    es geht eher darum, dass du selbst kreativ beim Einsatz vom Google Trends wirst. Gib einfach zu deinem Shop passende Begriffe ein und erkunde die verwandten Themen und Suchanfragen.
    Zum Beispiel so: https://trends.google.com/trends/explore?q=schuhe
    Als verwandte Suchanfragen sind dort z.B. damen schuhe und nike schuhe genannt. Diese sehr allgemeinen Suchbegriffe sind allerdings meist ziemlich umkämpft, weshalb du versuchen solltest eine "Nische" zu finden, in der du deinen Online Shop positionieren kannst, sofern das bei Schuhen möglich ist.

    Gruß, Moritz
  • Danke für deinen Beitrag. Sehr viele nützliche Tipss und gut verständlich dargestellt.
    Wie siehst du das Thema Gastautor wo man "geschickt" auf seinen Webshop verlinkt ?

    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht.
  • Hey Jenny,

    sofern die Beiträge thematisch zum Blog passen auf dem veröffentlicht wird, ist das eine gute Möglichkeit und ja auch gängige Praxis. Wichtig ist vielfältige Themen zu bedienen und duplicate content zu vermeiden.

    Ich frage unseren Gastautor Alex mal, ob er sich einen ausführlichen Artikel zu dem Thema vorstellen könnte.

    Gruß
    Moritz
  • Danke für die Tipps, jetzt erstmal umsetzen ......

    Gruß aus Bremen
    Ingo
  • Tolle Tipps. Zu den umfangreichen Ratgebern kann man noch Vergleiche hinzufügen - Produkt A (bspw.: Weißer Saphire) vs Produkt B (bspw.: Diamant). Die werden auch häufig gesucht und haben wenig Konkurrenz.
  • Klasse Artikel der viele Punkte sehr gut zusammenfasst. Was mir aus SEO-Sicht doch etwas fehlt ist eine Betrachtung der Usability. Ein technische einwandfreier und seo-technisch optimierter, aber nicht-benutzerfreundlicher Shop wird sicherlich auch keine gute Leistung bringen. Wenn die Nutzer den Shop schnell wieder verlassen, ist das kein gutes Signal für Google und Co. Meines Wissens nach fließt die Absprungrate auch in das Ranking von Google ein. Trotzdem fasst der Artikel viele Punkte wunderbar und verständlich zusammen. Usability kann zudem auch als eigener Punkt betrachtet werden da es hier viele weitere Aspekte gibt, dieser Blog-Artikel betrachtet diese Aspekte.

  • Oh, das mit https wusste ich gar nicht, dachte es wäre nur ein Gerücht. Wie groß ist denn der Unterschied in etwa?

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