7 Methoden für deine erfolgreiche Positionierung als Freelancer

Stefanie Kruse 29. September 2015 6
7 Methoden für deine erfolgreiche Positionierung als Freelancer

Wäre es nicht schön, wenn die Kunden von allein auf dich zukommen würden? Du keine Kaltakquise mehr machen müsstest?

Vielleicht denkst du dir jetzt „Dafür müsste ich aber schon richtig groß und bekannt sein. Ich kenne große Unternehmen, die dieses Glück haben, aber ich als Freelancer, als Solo-Unternehmer? Das ist doch fast unmöglich!“

In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, was diese großen und bekannten Unternehmen anders machen und wie auch du als Freelancer erreichen kannst, dass deine Kunden zu dir kommen und deine Auftragsbücher gefüllt sind.

Das Zauberwort heißt „Positionierung“

Mit einer klaren Positionierung als Freelancer kannst auch du genau das erreichen. Doch was heißt Positionierung jetzt genau?

Ganz einfach gesagt:

„Was das Produkt leistet – und für wen.“

David Ogilvy

Wikipedia beschreibt Positionierung als …

„… das gezielte, planmäßige Schaffen und Herausstellen von Stärken und Qualitäten, durch die sich ein Produkt oder eine Dienstleistung in der Einschätzung der Zielgruppe klar und positiv von anderen Produkten oder Dienstleistungen unterscheidet.“

Gerade als Freelancer ist es wichtig, immer genügend Kunden und Aufträge zu haben und langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen, um zukunftssicher planen zu können. Dabei kann dir deine Positionierung helfen.

Was passiert, wenn du dich nicht klar positionierst?

Dann bist du ein typischer Bauchladen-Verkäufer. Der Coach für alles und jeden. Der IT-Berater, der alles macht. Der Designer für Logos, Webseiten, Printmaterial, Buchcover, etc.

Das mag vielleicht für große Unternehmen funktionieren, die hunderte oder tausende Mitarbeiter haben. Denn diese einzelnen Mitarbeiter oder Teams sind dann wiederum spezialisiert. Sieh dir Microsoft an, die machen Betriebssysteme, Office-Produkte, Online-Dienste, Server-Software und so vieles mehr. Aber keiner dort macht alles. Und auch bei den Großen ist es kein Zufall, dass ein Unternehmen wie Apple mit einer glasklaren Positionierung als innovative, design-zentrierte und benutzerfreundliche Marke das wertvollste Unternehmen der Welt ist.

Zurück zu dir: Du als Freelancer und Einzelperson kannst gar nicht in allen Themen wirklich gut sein – und das weiß auch dein Kunde, zumindest unterbewusst. Hinzu kommt, dass dein Kunde nicht nach „einem Designer“ sucht, sondern nach jemandem, der großartige Logos kreiert.

Nun ist es gerade für uns Freiberufler gar nicht so leicht, sich eindeutig zu positionieren.

Wir denken oft „Wenn ich nicht breit aufgestellt bin, dann habe ich nicht genug Kunden“ oder „Wenn ich mich nur auf eine bestimmte Zielgruppe konzentriere, dann erreiche ich zu wenige und verdiene nicht genug“. Kommt dir das bekannt vor? Auf den ersten Blick mag das stimmig wirken, aber tatsächlich gilt:

„Wenn du alle ansprichst, sprichst du niemanden an.“

Hier also ein paar Gründe, warum du dich als Freelancer eindeutig positionieren solltest.

Wobei kann mir die Positionierung genau helfen?

Mit einer klaren Positionierung als Freelancer machst du dich am Markt einzigartig und hebst dich von der Konkurrenz ab. Dadurch erreichst du:

  • eine authentische Differenzierung von deinen Mitbewerbern in den Augen deiner Kunden – du bist nicht mehr austauschbar.
  • eine bessere Wahrnehmung in deinem Markt.
  • ein Image als Spezialist und Experte.
  • dass du deinen Kunden eine überzeugende Antwort auf die Frage „Warum soll ich gerade dich beauftragen“ liefern kannst.

Indirekt hilft dir deine Positionierung also dabei:

  • weniger Zeit für die Neukundenakquise aufzuwenden, weil deine Bestandskunden bei dir bleiben und Neukunden von alleine auf dich zukommen.
  • die richtigen Kunden zu gewinnen, mit denen du auch wirklich arbeiten willst.
  • höhere Honorare durchzusetzen, weil du als Spezialist wahrgenommen wirst.
  • dich selbst besser zu fokussieren. Du wirst deine Kräfte und Ressourcen auf das zu konzentrieren, was dich wirklich nach vorne bringt.

Wenn du jetzt also überzeugt bist, dass dich eine klare Positionierung als Freelancer nach vorne bringt, fragst du dich jetzt, was du dafür tun musst.

Deswegen habe ich 7 wirkungsvolle Methoden für dich zusammengetragen, mit denen du dich positionieren kannst.

1. Kreiere deinen Wunschkunden

Du kannst für dich sicher sagen, wer deine Zielgruppe ist. Unternehmen, die einen Marketing-Experten brauchen zum Beispiel. Das Problem dabei ist, dass diese Zielgruppen oft viel zu weit gefasst sind, als dass man sich wirklich auf sie einstellen kann. Oft weil du denkst, dass du mit einer engen Zielgruppe Umsatzpotenzial verschenkst.

Nun stellen sich also die Fragen: Wer genau sind denn die Unternehmen – Handwerker, KMUs, Konzerne? Und wofür brauchen sie beispielsweise einen Marketing-Experten? Online Marketing, Branding, Unternehmenskommunikation?

Einen Schritt weiter als die Zielgruppe geht das Konzept des Wunschkunden. Du fokussierst dich auf einen Kunden, mit dem du am liebsten zusammenarbeitest und untersuchst ihn ganz genau, um deine erfolgreiche Positionierung als Freelancer zu erreichen.

Wie, nur ein Kunde?

Richtig. Der Vorteil daran ist, dass du deine Leistungen, deine Kommunikation, deinen Preis und dein Marketing gezielt auf diesen einen Kunden abstimmen kannst. Und damit erreichst du ihn wirklich, weil du klar kommunizierst und dich klar positionierst. Gerade wenn du Content Marketing (siehe Methode 7) betreibst, kann dir ein klares Bild von deinem Wunschkunden dabei helfen. Ich persönlich habe zum Beispiel immer den „Steckbrief“ meines Wunschkunden am PC geöffnet, wenn ich Blogbeiträge schreibe.

Das heißt nicht, dass nicht auch andere Kunden zu dir kommen können. Durch deine klare Kommunikation wirst du natürlich auch andere Kunden neugierig machen und anziehen, die womöglich andere Eigenschaften haben, aber dasselbe Problem und daher deine Lösung brauchen.

Wie kreierst du deinen Wunschkunden?

Hattest du schon mal einen Kunden, mit dem du dich wirklich wohl gefühlt hast? Mit dem die Arbeit wie von allein gelaufen ist und mit dem du herausragende Ergebnisse erzielt hast? Super, dann nimm diesen als Vorbild. Ansonsten stell dir deinen Wunschkunden einfach vor und versuch‘ dich in ihn hineinzuversetzen.

Überlege dir:

  • Wer ist mein Kunde?

Unternehmen oder Privatperson? Kleinunternehmen oder große Firma? Weiblich oder männlich? Startup oder etabliert? Wie alt ist er oder sie?

  • Für Privatpersonen: Was sind seine Lebensumstände?

Hat er sich gerade selbstständig gemacht oder ist er angestellt? Sucht er gerade einen Job? Wie sind seine Familienverhältnisse? Ist er in der Scheidungsphase und braucht Unterstützung? Wann ist eine gute Zeit, um mit ihm in Kontakt zu treten und zu arbeiten?

  • Wo finde ich meinen Kunden?

Arbeitest du regional oder überregional? Ist dein Kunde online (z.B. in Social Media Netzwerken) oder offline (z.B. auf Netzwerktreffen und Konferenzen) unterwegs?

  • Was ist sein Kontext?

Sucht er deine Leistung im professionellen Kontext (dann präsentierst du dich auf XING und sprichst ihn mit „Sie“ an)? Oder im privaten (per Facebook und per „du“)?

  • Was sind seine Bedürfnisse?

Seine Wünsche, Ziele, Träume? Was sind seine Probleme und Herausforderungen? Wo steht er jetzt und wo will er hin? Wie kannst du ihm dabei helfen?

Schreibe dir all diese Dinge auf. Nimm dir ein Bild dazu, das deiner Vorstellung von deinem Wunschkunden entspricht. Und dann nutze diesen Steckbrief für deine Kommunikation.

2. Finde deinen Sweet Spot

Der Sweet Spot ist der Punkt, an dem sich deine Leidenschaften, deine Stärken und die Bedürfnisse deiner Wunschkunden überschneiden. Deine Kunden müssen deine Leistung natürlich brauchen und bereit sein, dafür Geld zu bezahlen. Und wenn du gut bist, in dem was du tust, wirst du natürlich eher als Experte wahrgenommen und deine Kunden sind zufriedener. Was viele vergessen, ist das Thema Leidenschaft.

Wenn du liebst was du tust, bist du glücklicher, erfolgreicher und hast auch mehr Lust, immer noch besser zu werden.

positionierung-freelancer

Betrachten wir ein Beispiel: Stell dir vor, du bist Designer. Deine Leidenschaft gilt dem Designen, das setzen wir mal voraus. Nehmen wir mal an, dass eine weitere Leidenschaft das Fotografieren ist. Und in deiner bisherigen Arbeit hast du gemerkt, dass dir das Web-Design gar nicht liegt. Deine Stärke ist, komplexe Themen ansprechend und einfach bildlich darzustellen. In letzter Zeit gibt es immer mehr Leute, die mit Self-Publishing eigene Bücher an den Start bringen. Aber die verkaufen sich online z.B. auf Amazon nur richtig gut, wenn sie auch ein geiles Cover haben. Dein Sweet Spot könnte also sein, gut verkaufende e-Book-Cover mit einzigartigen Fotos für Self-Publisher zu machen. Und zusätzlich noch Fotos, Grafiken oder sonstiges Bildmaterial für die Bücher deiner Wunschkunden zu erstellen. Damit kannst du dich als Spezialist positionieren und bist nicht einfach nur „ein weiterer Designer“.

3. Zeige dich und deine Persönlichkeit mit Personal Branding

Für dich als Freelancer gilt: Du als Person bist deine Marke und deswegen brauchst du ein Personal Branding. Deine Persönlichkeit, deine Expertise und deine Werte machen deine Dienstleistung besonders. Daher darfst und solltest du in deinem Marketing und deiner Positionierung auch auf diese Aspekte eingehen.

Das Thema Kompetenz und Expertise ist relativ leicht abgehandelt. Diese kannst du mit Ausbildungen und Zertifizierungen nachweisen. Oder noch besser mit Referenzprojekten bzw. einem Portfolio und Stimmen deiner Kunden. Wenn du mehrere Referenzprojekte und Kundenstimmen zu deinem Kernthema hast, wirst du automatisch als Experte zu dem Thema wahrgenommen werden.

Interessanter wird es dann beim Punkt Persönlichkeit und Werte.

Wie kommunizierst du das? Im direkten Kundenkontakt ist es noch einfach, weil dein Kunde deine Persönlichkeit hautnah und in Action erlebt. Aber wenn du online unterwegs bist und darüber Kunden gewinnst?

Kommunkationsexperte Simon Sinek hat dafür in seinem Buch „Start With Why“ das Konzept des Golden Circle entwickelt. Er hat herausgefunden, dass erfolgreiche Unternehmen anders kommunizieren als die meisten Unternehmen. Sie sprechen erst über ihr Warum und die besonderen Eigenschaften ihrer Produkte und nicht nur darüber, was sie anbieten. Die Grundzüge dieser Idee kannst du dir auch in seinem TED Talk anschauen.

„People don’t buy what you do, they buy why you do it“

Simon Sinek

Für dich als Freelancer heißt das: Mache dir im ersten Schritt klar, warum du tust, was du tust. Für den zweiten Schritt, das wie, geht es weniger um die Eigenschaften deiner Dienstleistung, sondern mehr um deine Persönlichkeit.

  • Was macht dich besonders?
  • Welche Werte vertrittst du?

Ein Beispiel: Ich als Coach helfe jungen Menschen, sich ein Leben und ein Business aufzubauen, das ihnen die größtmögliche Freiheit gibt und in dem sie ihre Leidenschaften ausleben können. Warum? Weil ich glaube, dass nur freie und leidenschaftliche Menschen unsere Welt zum Besseren verändern können. Einer meiner Kernwerte ist Klarheit. Ich kommuniziere direkt und klar, stelle komplexe Konzepte einfach dar, und gebe umsetzbare Tipps und Hinweise, egal ob im Coaching oder auf meinem Blog. Denn mir ist es wichtig, dass meine Leser und Klienten einen echten Mehrwert haben und nicht ihre Zeit damit verschwenden, leere Floskeln zu hören oder zu lesen, denn das mag ich auch nicht.

Hier ist also der Bezug zu meiner Persönlichkeit.

Werde dir also klar darüber, was dich als Persönlichkeit ausmacht und kommuniziere es. Denn deine Kunden werden deine Werte und Einstellungen wahrnehmen und so wirst du die Klienten anziehen, die ähnliche Werte und Überzeugungen haben wie du.

Und das sind deine Wunschkunden.

4. Differenziere dich mit deiner Value Proposition

Deine Value Proposition ist auf Deutsch gesagt dein Wertversprechen, beschreibt also noch genauer den Nutzen für deinen Kunden. Nachdem du weißt, wer deine Kunden sind und welche Bedürfnisse sie haben, kannst du dir nun noch genauer Gedanken darüber machen, was genau du diesen Kunden bieten willst. Mit einer klaren Value Proposition grenzt du dich von deinen Mitbewerbern ab und erreichst so eine eindeutige Positionierung als Freelancer.

Eine hilfreiche Methode dafür ist das Value Proposition Design von Alexander Osterwalder, dem „Geschäftsmodell-Guru“, der auch für das Business Model Canvas bekannt ist. Dies funktioniert besonders gut, wenn du schon Kunden hast und diese ein wenig einschätzen kannst und wenn du ein Produkt- oder Dienstleistungs-Portfolio hast, das du optimieren willst.

  1. Ausgangspunkt sind wieder deine Zielkunden. Überlege dir, welche Aufgaben sie erfüllt haben möchten, welche Ergebnisse sie dabei erwarten und mit welchen Schwierigkeiten oder Hindernissen sie dabei kämpfen.
  2. Schau dir dann dein Produktportfolio an. Was davon hilft deinem Kunden, seine Aufgaben zu erfüllen? Wie kannst du ihm die Ergebnisse liefern, die er erwartet (oder besser noch: die seine Erwartungen übertreffen)? Und wie können deine Leistungen ihm helfen, seine Hindernisse zu überwinden?
  3. Am Schluss stellst du den „Fit“ zwischen beiden Seiten her: Wo ist die Verbindung zwischen den Bedürfnissen deines Kunden und deinen Leistungen? Womit kannst du deine Kunden am besten unterstützen? Welches sind die Produkte oder Leistungen, die er wirklich braucht?

Ein schönes Beispiel für eine gelungene Value Proposition ist der Maler Deck aus Karlsruhe. Kein Freelancer, aber das Beispiel lässt ist sehr anschaulich und lässt sich gut übertragen.

Als Maler gibt es viel Konkurrenz und oft befindet man sich in einem Preiskampf mit den Mitbewerbern, oft auch weil viele Kunden sich denken „zur Not mach ich das selbst“. Maler Deck hat sich nun auf Kunden spezialisiert, die eine Renovierung nicht (mehr) selbst machen können oder wollen: Senioren.

Und er hat festgestellt, dass diese oft gerne einen neuen Anstrich für die Wohnung haben, aber das Thema dann doch wieder aufs nächste Jahr verschieben. Warum? Weil ihr eigentliches Problem ist, den schweren Eichenschrank leer zu bekommen, ihn von der Wand zu rücken und die Lampe von der Decke zu montieren.

Also bietet er einen Rund-um-Service an: Nicht nur die Malerarbeiten an sich, sondern auch das Ausräumen des jeweiligen Raumes und das Einräumen danach. Sogar so weit, dass seine Kunden ihm für ein verlängertes Wochenende den Schlüssel geben, einen Kurzurlaub machen und wenn sie wiederkommen, ist alles fertig.

Somit grenzt er sich von anderen Malern ab und entkommt dem Preiskampf, weil er seinen Kunden einen echten Mehrwert bietet, den sie sonst nirgendwo (oder nur schwer) bekommen.

Und wenn ihr Problem bequem gelöst wird, dann denken die Kunden auch nicht mehr so viel über den Preis nach.

5. Formuliere eine kurze und knackige Positionierung mit dem Elevator Pitch

Nachdem du jetzt weißt, was genau du wem anbieten willst, musst du es noch ansprechend formulieren. In deinem Elevator Pitch, also einem kurzen, prägnanten Überblick über dich und deine Dienstleistung, mit dem du dich in einem Satz vorstellst. Egal ob als Einleitung für deine Webseite, dein Google-Suchergebnis, in deiner Autorenbeschreibung für Blogs und Magazine, auf deinem Flyer, deinen Social Media Profilen oder in einem persönlichen Gespräch. Die Idee hinter dem Elevator Pitch ist, dass du dich während einer kurzen Aufzugsfahrt jemandem vorstellst und möchtest, dass dieser sich später an dich erinnert oder dich gleich um deine Visitenkarte bittet.

Du willst also mit deinem Elevator Pitch deine Positionierung als Freelancer kurz auf den Punkt bringen und zwar so interessant und ansprechend für deinen Kunden, dass dieser Lust bekommt mit dir zusammenzuarbeiten. Und das auf vielen verschiedenen Medien.

Was macht einen guten Elevator Pitch aus?

Sagen wir, du suchst einen Zeitmanagement-Coach und die ersten beiden Google-Ergebnisse zeigen dir Folgendes:

  1. Ich bin Hans, ausgebildeter Trainer, Coach und Zeitmanagement-Experte. Dabei greife ich auf meine Erfahrung im professionellen Projektmanagement als auch auf bewährte Methoden des Zeit- und Selbstmanagements zurück.
  2. Ich bin Peter und unterstütze Selbständige dabei, ihre Aufgaben effizient zu erledigen und ihre Prioritäten richtig zu setzen. Nach meinem Coaching hast du eine leere E-Mail-Inbox, eine überschaubare ToDo-Liste und mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens.

Was macht Hans? Er redet von sich selbst, gibt seine „Berufsbezeichnungen“ an, weist auf seine Erfahrung und Expertise hin und nennt die Methoden, mit denen er arbeitet.

Was macht Peter anders? Er nutzt weder Berufsbezeichnungen, Methoden noch weist er auf seine Erfahrungen hin. Er schreibt nicht über sich selbst, sondern für und über seine Kunden. Und er stellt statt seiner Expertise den konkreten Nutzen und das Ergebnis für den Kunden dar.

Warum wirst du wahrscheinlich eher auf Peters Homepage gehen als auf die von Hans? Oder anders gesagt: Was macht einen guten Elevator Pitch aus?

  • Rede nicht von dir selbst sondern von und mit deinem Kunden.
  • Geh darauf ein, wer deine Zielgruppe ist.
  • Lass deine Berufsbezeichnungen weg. Das ist etwas was die wenigsten Kunden interessiert, zumindest im ersten Schritt. Deinen Kunden interessiert viel mehr welchen Nutzen du ihm bringst und wie das Endergebnis nach deiner Dienstleistung aussehen kann. Und gerade online gilt: Viel mehr Kunden suchen nach der Lösung für ihr Problem als nach einem Dienstleister. Das Keyword „Zeitmanagement Coach“ hat bei Google 10 Anfragen pro Monat, während „Prioritäten setzen“ 1.300 Anfragen hat. Und: Peter erreicht so auch Kunden, die noch gar nicht wissen, dass sie einen Coach brauchen und vielleicht einen Online-Kurs, ein Buch, etc. im Sinn hatten.
  • Lass deine Ausbildungen und Methoden weg. Deinen Kunden interessiert nicht, welche Ausbildung du gemacht hast und mit welcher Methode du arbeitest. Denn er geht davon aus, dass du Experte auf deinem Gebiet bist und weißt, was du tust. Und ob du das Ergebnis mit Methode A oder B erreichst, ist ihm wahrscheinlich herzlich egal.

Eine Ausnahme ist da vielleicht zu machen: Gerade wenn deine Kunden Unternehmen sind und professionelle Entscheider und Einkäufer dich buchen, werden sie wahrscheinlich öfter nach Ausbildungen, Qualifikationen und Methoden fragen. Aber diese Antworten kannst du im Gespräch auf Nachfrage geben oder auf deiner Webseite gesondert darstellen – wirklich nur für die Leute, die es interessiert.

Wenn du noch keinen hast, überlege dir also einen guten Elevator Pitch oder schau dir deinen bisherigen Elevator Pitch an, ob es noch etwas zu verbessern gibt. Nutze diesen Pitch wo es geht.

Ein guter Start, um diene Positionierung als Freelancer kurz und knackig auf den Punkt zu bringen, ist folgende Formel:

Ich helfe [meiner Zielgruppe] dabei [ein Ergebnis] zu erreichen, damit sie [einen Nutzen erzielen], weil ich überzeugt bin, dass [dein Warum].

6. Nutze die Signal-Wirkung deiner Preise

Preise sind für uns Freelancer immer ein Thema. Wie kalkulierst du richtig? Es muss genug sein, um die Kosten privat und beruflich zu decken, auch etwas zurückzulegen und Ausfallzeiten abzusichern. Auf der anderen Seite geben uns niedrige Preise einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Wenn du dich als Freelancer gut positioniert hast, ist das zweite Argument weniger wichtig, denn du unterscheidest dich von deiner Konkurrenz und deine Leistung wird als einzigartig wahrgenommen. Und dann kannst du sogar mit höheren Preisen mehr Kunden gewinnen.

Wie das funktioniert? Es gibt ein Konzept aus der Ökonomie und Verhaltensforschung, das beschreibt, dass ein höherer Preis zu mehr Nachfrage führt. Ein typisches Beispiel ist die Rolex. Die ist von der Funktion her auch „nur eine Uhr“. Aber durch den hohen Preis denken wir, dass sie besser oder langlebiger ist als andere Uhren und sie wird sogar als Statussymbol angesehen. Dasselbe kannst auch du mit deinen Preisen erreichen.

Wenn du eine Dienstleistung anbietest, weiß der Kunde erst währenddessen oder danach, ob deine Leistung gut ist. Also benötigt er vorher Indikatoren, um die Qualität deiner Leistung einschätzen zu können. Neben Referenzen kann das auch dein Preis tun. Denn durch den Signaling-Effekt kommuniziert ein höherer Preis eine bessere Qualität. Dein Kunde denkt sich „Der muss ja gut sein, in dem was er tut“. Das ganze beruht auf der oftmals mangelnden Kaufkompetenz des Kunden.

Zugegeben, damit erreichst du wahrscheinlich nicht jeden Kunden, besonders die nicht, die nur nach dem Preis schauen und das günstigste Angebot am ganzen Markt haben wollen. Überlege dir aber: Willst du mit diesen Kunden zusammenarbeiten? Oder willst du Kunden, die den Wert deiner Arbeit schätzen, sich entsprechend verhalten und dich dann auch angemessen bezahlen? Positioniere dich mit einem anständigen Preis als kompetenter Experte, der Qualität bietet.

7. Positioniere dich mit Content Marketing

Beim Content Marketing bietest du deinen Zielkunden kostenlos Informationen und Mehrwert, um sie von dir und deinen Leistungen zu überzeugen. Im Gegensatz zu klassischem Marketing machst du also keine direkte Werbung. Diese wird heute eh kaum noch wahrgenommen und viele Kunden fühlen sich von aggressiver Werbung sogar eher abgeschreckt.

Mit Content Marketing hingegen machst du indirekt Werbung für dich:

  • Du zieht Neukunden an, weil diese nach deinen Themen suchen.
  • Du positionierst dich als Experte, indem du deinen Kunden dein Know-How zeigst.
  • Du weckst den Bedarf bei deinen Kunden. Indem du über deine Themen informierst, bringst du einen Teil deiner potenziellen Kunden erst dazu, darüber nachzudenken, dass sie in dem Bereich ein Problem oder einen Bedarf haben. Und wenn du sie darauf gebracht hast, ist es auch wahrscheinlich, dass sie sich für eine Lösung an dich wenden.

Mit welchen Mitteln kannst du Content Marketing umsetzen?

Ein weiterer Vorteil am Content Marketing ist: Du kommst in eine Interaktion mit potenziellen Kunden und durch ihre Fragen und Anmerkungen fällt es dir leichter, ihre Bedürfnisse und Probleme zu identifizieren. Damit kannst du also deine Leistungen und deine Positionierung als Freelancer weiter optimieren

Das Wichtigste zum Schluss: Konsistenz

Nachdem du nun weißt, warum eine klare Positionierung für dich als Freelancer so wichtig ist und 7 Methoden kennengelernt hast, um deine Positionierung in die Praxis umzusetzen, möchte ich dir noch eines ans Herz legen:

Sei konsistent. Betrachte alles im Gesamtzusammenhang und schau‘, dass alle Elemente zusammenpassen.

Dabei ist es hilfreich, dir die wichtigsten Punkte aufzuschreiben. Über den Steckbrief von deinem Zielkunden und deinen Elevator Pitch habe ich ja schon geschrieben, aber auch die anderen Punkte sind aufgeschrieben noch wertvoller. Denn dann kannst du einfacher schauen, ob auch alles zusammenpasst und deine Positionierung stringent ist. Sieh es als einen alternativen Businessplan.

Wenn du dann deine konsistente Positionierung hast und diese nach außen kommunizierst, werden deine Wunschkunden von allein zu dir kommen und du musst dich nie wieder über eine leere ToDo-Liste und ein leeres E-Mail-Postfach ärgern.

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6 Kommentare

  • […] ich mich für die Selbständigkeit entschied und nach einem Tipp vom Steuerberater den Status eines Freiberuflers anerkennen lassen wollte. Heute bin ich froh, dass es geklappt hat, denn eine Freiberufliche […]
  • Klasse Artikel! Und ein toller Rundumblick.


    Eigentlich sollten Einzelunternehmer sich bei der Positionierung leichter tun, als Firmen. Es gibt hier keine Interessenskonflikte und unterschiedliche Meinungen.
    Und jeder Einzelkämpfer sollte sich bewusst sein, dass er allein einfach nicht alles in exzellenter Qualität schaffen kann.
    Liebe Grüße,
    Matthias
  • Hallo Matthias, danke für die Blumen.
    Ein guter Punkt, dass Einzelunternehmer keine Interessenkonflikte haben, das ist sicher ein großer Vorteil für uns. Was die Einzelkämpfer angeht... Ich glaube, manchmal nehmen wir uns dann doch zu viel vor und müssen hier und da daran erinnert werden, dass wir uns auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren - aber das geht großen Unternehmen ja auch nicht anders.
    Danke für deinen Kommentar. Viele Grüße Stefanie
  • Ein klasse Artikel Stefanie!
  • Danke, liebe Diana :)
  • […] diese Methoden genau funktionieren, habe ich in einem Gastbeitrag auf fastbill.com zusammengefasst. Schau einfach dort vorbei und starte mit deiner erfolgreichen Positionierung für […]

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