Jahresüberschuss - Definition & einfache Erklärung

Hendrik Kehres 16. März 2020 0
Jahresüberschuss - Definition & einfache Erklärung

Der Jahresüberschuss ist eine der wichtigsten Größen im Rechnungswesen eines Unternehmens. Er ergibt sich als Endbetrag der Gewinn- und Verlustrechnung. Vor allem für die Anteilseigner eines Unternehmens stellt der Jahresüberschuss die wichtigste Kenngröße dar. Schließlich handelt es sich dabei um den Gewinn nach Steuern, der an die Gesellschafter des Unternehmens ausgeschüttet werden kann. Der folgende Betrag zeigt, wie der Jahresüberschuss berechnet und verwendet werden kann.

Inhalt

1. Was ist der Jahresüberschuss?

2. Wie berechnet sich der Jahresüberschuss?

3. Was ist der Bilanzgewinn?

4. Was ist der Unterschied zum Jahresfehlbetrag? 

5. Jahresüberschuss als Kennzahl im Unternehmen

Definition: Was ist der Jahresüberschuss?

Der Jahresüberschuss ist ein Begriff aus dem Rechnungswesen, der im deutschen Handelsgesetzbuch definiert ist. Es handelt sich dabei um die Differenz von Erträgen und Aufwendungen eines Unternehmens innerhalb eines Geschäftsjahres. Dieser Gewinn oder Verlust wird im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung ermittelt.

Ist der Differenzbetrag positiv, übersteigen also die Erträge die Aufwendungen des Unternehmens, wird von einem Jahresüberschuss (Gewinn) gesprochen. Sind hingegen die Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung höher als die Erträge, ergibt sich ein negativer Betrag, der als Jahresfehlbetrag (Verlust) bezeichnet wird.

Sowohl für den Jahresüberschuss als auch für den Jahresfehlbetrag wird auch der Begriff „Jahresergebnis“ verwendet. Gelegentlich wird der Jahresüberschuss auch als „Reingewinn“ bezeichnet. Der Begriff „Jahresüberschuss“ wird ausschließlich in Bezug auf Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit begrenzter Haftung) verwendet. Personengesellschaften ermitteln hingegen einen Gewinn und keinen Jahresüberschuss.

Beim Jahresüberschuss handelt es sich um den Gewinn eines Unternehmens nach Steuern. Der Reingewinn stellt somit jenen Betrag dar, den eine Kapitalgesellschaft an ihre Aktionäre oder Gesellschafter ausschütten kann. Der Jahresüberschuss wird in der Bilanz als Teil des Eigenkapitals auf der Passivseite ausgewiesen.

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Wie wird der Jahresüberschuss berechnet?

Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, wird der Jahresüberschuss im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung einer Kapitalgesellschaft ermittelt. Ausgehend von den Umsatzerlösen müssen alle betrieblichen (ordentlichen) Erträge und Aufwendungen gemäß den Vorschriften des Handelsgesetzbuches hinzugerechnet bzw. abgezogen werden. Die Summe aller Positionen ergibt das Betriebsergebnis.

In einem nächsten Schritt werden alle Erträge (z.B. aus dem Verkauf von Wertpapieren) und Aufwendungen (z.B. gezahlte Zinsen auf Darlehen) aus dem Finanzbereich berücksichtigt und vom Betriebsergebnis abgezogen. Die Differenz aus Betriebsergebnis und Finanzergebnis liefert das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Im folgenden Schritt werden die außerordentlichen Erträge und Aufwendungen der Gesellschaft vom Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit subtrahiert. Die Differenz ist das Ergebnis vor Steuern. Dieses Ergebnis stellt die Grundlage für die Steuerberechnung der Kapitalgesellschaft dar. Nach Abzug der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (sofern das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftete) ergibt sich das Ergebnis nach Steuern. In einem letzten Schritt werden vom Ergebnis nach Steuern noch die sonstigen Steuern abzogen, sodass sich am Ende der Jahresüberschuss ergibt.

Was ist der Bilanzgewinn?

Der Bilanzgewinn ist ein handelsrechtlicher Begriff, der nicht mit dem Jahresüberschuss gleichzusetzen ist. Vielmehr entsteht er durch eine Überleitungsrechnung aus der Gewinn- und Verlustrechnung.

Zum Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag wird der Gewinnvortrag aus dem Vorjahr addiert (ein etwaiger Verlustvortrag wird subtrahiert). Des Weiteren werden Entnahmen aus der Kapital- und der Gewinnrücklage addiert und Einstellungen in die Gewinnrücklagen abgezogen. Die Summe dieser Positionen ergibt den Bilanzgewinn. Sofern es sich dabei um einen negativen Betrag handelt, spricht man von einem Bilanzverlust.

Im Gegensatz zum Jahresüberschuss lässt der Bilanzgewinn keinen Rückschluss auf den Unternehmenserfolg im jeweiligen Geschäftsjahr zu. Grund ist, dass in dessen Berechnung auch der Gewinn aus vergangenen Geschäftsjahren einfließt.

Wie wird der Jahresüberschuss verwendet?

Wie Unternehmen ihren Gewinn verwenden, ist in Deutschland lediglich für Kapitalgesellschaften gesetzlich umfassend geregelt. Aktiengesellschaften dürfen beispielsweise nicht den gesamten Jahresüberschuss an ihre Aktionäre ausschütten, sondern sich verpflichtet, einen Teil ihres Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einzustellen, bis diese zehn Prozent des Grundkapitals beträgt.

Der nach der Dotierung der gesetzlichen Rücklage verbleibende Jahresüberschuss kann auf dreierlei Weise verwendet werden: Erstens in eine freiwillige Rücklage eingestellt werden; zweitens als Gewinnvortrag in das Folgejahr übernommen werden; oder drittens an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Bei deutschen Aktiengesellschaften dürfen Aufsichtsrat und Vorstand übrigens bis zu 50 Prozent des Jahresüberschusses vorab in die Gewinnrücklagen einstellen. Eine Zustimmung der Hauptversammlung ist dazu nicht erforderlich.

Ein Jahresfehlbetrag kann grundsätzlich nicht verwendet werden. Da viele Aktiengesellschaften jedoch eine langfristige Dividendenpolitik verfolgen, ist es möglich, einen Fehlbetrag durch die Verwendung eines Gewinnvortrages aus dem Vorjahr bzw. durch die Nutzung von Rücklagen in einen Bilanzgewinn zu überführen. In einem Konzern ist zusätzlich ein Ergebnisausgleich durch Gewinnabführungsverträge möglich. So kann eine Aktiengesellschaft auch in einem Jahr ohne Gewinn eine Dividende auszahlen.

Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften ist die Gewinnverwendung im deutschen Handelsrecht nicht genau geregelt. In der Regel ist die Verwendung des Gewinns einer Personengesellschaft oder eines Einzelunternehmens im Gesellschaftsvertrag geregelt. Da diese Gesellschaften keine Organe wie Kapitalgesellschaften besitzen, die über die Gewinnverwendung entscheiden, bestimmen ausschließlich die Gesellschafter selbst darüber.

Was unterscheidet den Jahresüberschuss vom Jahresfehlbetrag?

Wie bereits im vorangegangenen Abschnitt zur Definition erläutert, sind die Begriffe „Jahresüberschuss“ und „Jahresfehlbetrag“ nur unterschiedliche Bezeichnungen des Jahresergebnisses.

Sofern dieses positiv ist, also die Erträge die Aufwendungen übersteigen, spricht man von einem Überschuss.

Übersteigen hingegen die Aufwendungen die Erträge, so ist von einem Fehlbetrag die Rede.

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Der Jahresüberschuss als Kennzahl?

Der Jahresüberschuss wird von vielen Kapitalgesellschaften auch als Bestandteil zur Berechnung von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen genutzt. Er zählt zwar nicht zu den wichtigsten Variablen, sollte aber trotzdem nicht unberücksichtigt bleiben. Vor allem in zwei Kennzahlen findet er Eingang: Der Eigenkapitalrentabilität und der Cashflow-Rentabilität.

Hier erhältst du mehr Infos zur Eigenkapitalrentabilität und die passende Formel.

Mit der Eigenkapitalrentabilität misst eine Kapitalgesellschaft die Verzinsung des von ihr eingesetzten Kapitals. Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich durch die Division des Jahresüberschusses durch das Eigenkapital.

Die Cashflow-Rentabilität ist eine Kennzahl, die die Geldflüsse einer Kapitalgesellschaft in ein Verhältnis zum eingesetzten Gesamtkapital setzen. Sie errechnet sich durch die Division der Summe aus Überschuss und Abschreibungen durch das Gesamtkapital der Gesellschaft.

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