Home Office: Vorteile & Nachteile beim Arbeiten von Zuhause

Matthias Eggert 20. Mai 2015 6
Home Office: Vorteile & Nachteile beim Arbeiten von Zuhause

Ich bin schon seit vielen Jahren als Selbstständiger tätig und gehe meiner Arbeit aus dem Home Office nach. In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen zu dem Thema teilen, das gerade in den letzten Jahren immer wieder für hitzige Diskussionen sorgt. Der Klarheit wegen sei gesagt, dass es sich hier um einen persönlichen Erfahrungsbericht handelt und keineswegs um eine sachliche Analyse.

Welche Vorteile hat das Arbeiten von zu Hause? Welche Nachteile gibt es bei der Heimarbeit? Ich hoffe, dass ich vor allem denjenigen eine Hilfe sein kann, die mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen und von zu Hause aus, also im Home Office, zu arbeiten.

Die Vorteile des Home Office

Das heimische Büro beziehungsweise Arbeitszimmer bringt so einige Vorteile mit sich, welche ich nachfolgend einmal kurz erläutern möchte:

Der größte Vorteil liegt in der Zeit- und Kostenersparnis, muss man doch nicht mehr zum Arbeitsplatz hin- und zurückfahren.

Der daraus resultierende Zeitgewinn kann wiederum investiert werden, um zum Beispiel etwas später mit der Arbeit zu beginnen. Oder aber um (noch) mehr zu arbeiten, zu recherchieren oder sich fortzubilden.

Kommen wir zu einem weiteren Vorteil des Home Office, der für mich nicht gerade unwichtig ist: die Rede ist von der Gemütlichkeit. Zu Hause kann ich mich so an meinen Arbeitsplatz begeben, wie ich es gerne möchte.

Ich kann anziehen was ich möchte (bei mir persönlich fällt die Wahl fast immer auf die gemütliche Jogginghose), muss mir nicht die Haare kämmen und kann mich mit einer Tasse Kaffee an die Arbeit machen – ohne von irgendjemandem schief angeschaut zu werden.

Übrigens: Langfristig kann dieser Vorteil sich sogar doppelt positiv auswirken, denn Jogginghosen oder Jeans sind auf lange Sicht sehr viel günstiger im Einkauf als schicke Anzüge 😉

Wir wissen alle, dass in fast jedem Büro eine schicke Kleidungspflicht herrscht

Der für mich allergrößte Vorteil betrifft die Familie, genauer gesagt die Kinder. Eine familienfreundlichere Arbeitsweise als das Home Office gibt es meines Erachtens nicht. Ich kann jederzeit für meine Kinder da sein und „sehe“ sie nicht erst, wenn sie schon längst im Bett liegen oder nur für kurze Zeit. Ich glaube die Vorteile in dieser Hinsicht sind so offensichtlich, dass ich da gar nicht weiter ausholen muss. Ich möchte für meine Kinder definitiv nicht zum „Bekannten“ werden, der nur ab und an mal am Wochenende vorbeischaut.

Last but not least kann ich mir meine Arbeitsumgebung so einrichten wie ich es mag. Ich kann mir Büromöbel anschaffen, die meinem Stil entsprechen und mir den maximalen Komfort bieten. Auch dies kann die Produktivität letztlich erhöhen. Mit einer guten Büroausstattung lassen sich Arbeitsprozesse deutlich besser organisieren und das Home Office wird effektiver.

Ein Arbeitszimmer sollte immer professionell gestaltet werden und sich klar vom Rest des Hauses/der Wohnung abgrenzen.

Die Nachteile des Home Office

Ich möchte gar nicht so tun, als ob die Arbeit von zu Hause nur toll und positiv ist, denn Fakt ist, dass das Home Office auch einige Nachteile mit sich bringt. Der für mich größte Nachteil ist die Ablenkung von der Arbeit. Einen Vorgesetzten, der mich kontrolliert, gibt es nicht bzw. ist er nicht Vorort und schaut mir regelmäßig über die Schulter. Die Gefahr sich von der eigentlichen Arbeit ablenken zu lassen ist immens, vor allem in Zeiten von Facebook, Twitter etc.

Aber nicht nur das Internet kann Ablenkung zur Folge haben, auch der Fernseher kann stören, man überlegt sich „kurz mal den Staubsauger in die Hand zu nehmen“, „kurz abzuwaschen“ etc.

Allerdings muss ich an dieser Stelle betonen, dass der Grad der Ablenkungen definitiv und ohne große Probleme auf ein Minimum heruntergeschraubt werden kann, vorausgesetzt man bringt die nötige Disziplin mit. Ich persönlich habe mir zum Beispiel Haushaltsarbeiten auf feste Zeiten gelegt und halte mich auch strikt daran.

Ein Nachteil, der für mich aber nicht allzu schwer wiegt, sind die durchaus steigenden Nebenkosten. Gemeint sind damit höhere Kosten für Strom, Heizung und Wasser. Bei mir läuft der PC locker 10 Stunden am Tag. Die Heizkosten sind ebenfalls höher, bin ich doch den ganzen Tag zu Hause und heize entsprechend auch mehr. Und auch der Wasserverbrauch steigt – Hände waschen, WC, Kaffee kochen etc.

Auch der Kundenempfang kann sich als Problem herausstellen. Manch einer empfängt seine Kunden gerne im Home Office, viele würden aber am liebsten darauf verzichten und tun dies auch überwiegend, zum Beispiel indem die Kundentermine im Café/Restaurant oder beim Kunden selbst über die Bühne gehen.

Wie kann ich mich besser Organisieren?

Wer sich für ein Home Office entscheidet, der sollte für sich selber Regeln definieren. Diese Regeln werden den Arbeitsalltag deutlich erleichtern und helfen, den Job produktiv zu gestalten. Die Basis dieser regeln sollte immer eine feste Arbeitszeit sein. Nur wer sich an einen strikten Zeitplan hält, wird mit der Arbeit in den eigenen vier Wänden klarkommen.

Für mich persönlich ist auch immer eine angemessene Garderobe Pflicht.

So wie ich mich kleide, so fühle ich mich auch und das fällt auf meine Arbeitsmotivation und auch mein Selbstvertrauen zurück.

Wer es sich räumlich erlauben kann, der sollte eine strikte Trennung zwischen Büro und Privatleben vornehmen. Die Möglichkeiten abgelenkt zu werden sind in einem privaten Umfeld einfach viel größer und daher sollte man dabei eine klare Linie ziehen.

Mein Fazit

Für mich persönlich überwiegen klar die Vorteile des Home Office, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Der wichtigste Vorteil, der auch durch keinen Nachteil in den Schatten gestellt werden kann, liegt in der Vereinbarkeit der Familie.

Am Ende des Tages ist es aber sicherlich auch eine Geschmacksfrage. Manch einer ist besser in einer Bürogemeinschaft oder einem externen Büro, als im Home Office aufgehoben. Das ist meiner Meinung nach auch eine Typ-Frage.

Und dass nicht jede Selbstständigkeit sich für die Arbeit von zu Hause anbietet, versteht sich natürlich von selbst – ich beziehe mich in diesem Artikel ausschließlich auf Bereiche, die im Home Office theoretisch möglich sind.

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6 Kommentare

  • […] man meinen, dass jeder, der sich nicht für das Home-Office entscheidet, etwas falsch macht, denn: Das Home Office hat jede Menge Vorteile – aber eben auch Nachteile. Und das gilt leider auch für die anderen beiden […]
  • Ein Super Artikel. Wie man weis hat immer alles seine Vor und Nachteile. Ein Home Office Job ist nicht sehr einfach besonders nicht wenn man sich damit selbständig macht. Dann muss man auch etwas von Marketing verstehen. Man sollte dann etwas haben um sich von den anderen sich abzuheben.Das ist leicht gesagt und sehr schwer zu bewältigen.
  • Richtig cooler Beitrag! Ich arbeite auch teilweise im Home Office. Manchmal bin ich dort auch produktiver, es kommt immer drauf an ;)
  • Ich arbeite im Home Office eigentlich seit 1996. Da hatten die Büroräume über 100 m². Ja, es war auch ein Home Office :)
    Heute ist mein Arbeitszimmer gerade mal 12 m² groß, aber professionell eingerichtet. Sehr gute, hochqualitative Möbel, hochwertige Geräte, das eine oder andere Bild. An der Tür steht ganz klar "Büro". Wenn es um die Arbeitsweise in einem Home Office geht, kann ich dir zustimmen - es sieht in etwa so aus, wie du beschrieben hast. Bei mir vielleicht nicht ganz so, weil ich oft per Skype telefoniere und da sind Sportkleidung und Wollmütze nicht drin ;) Dafür kann ich in den schlaflosen Nächten im Schlafanzug durcharbeiten und nehme mir am nächsten Tag einfach frei.
    Eines ist sicher: Ich würde mein Home Office nicht mehr gegen Großraumbüro und Staus tauschen wollen.
    ...
    Ein interessanter Beitrag, der bestimmt vielen Newbies bei der Entscheidungsfindung helfen kann.
  • Cooles Büro! Danke für deinen Beitrag :)

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