4 Growth Hacks für Freelancer & Selbstständige

Hendrik Lennarz 05. Juli 2018 0
4 Growth Hacks für Freelancer & Selbstständige

Falls Du noch niemals von Growth Hacking gehört haben solltest, kein Problem. Denn es ist kein neuer Megatrend, den Du möglicherweise verpasst hast und deine Konkurrenten sausen Dir jetzt damit davon. Jedoch ist es auch nie zu spät, sich intensiver damit zu beschäftigen.

Growth Hacking ist eine Kombination aus einem Umsetzungsprozess und einem Spirit. Diese Kombination ermöglicht es maximal viele Ideen zur Wachstumssteigerung (für Selbstständige meist gleichbedeutend mit einer Umsatzsteigerung) umzusetzen und anschließend immer weiter zu optimieren.

Growth Hacking gilt als besonders effektiv in Situationen der Unsicherheit bei denen man nicht voraussagen kann, ob eine Marketing-Kampagne, ein Projekt, ein neues Produkt oder ein technisches Feature tatsächlich „funktionieren“ werden oder eben nicht.

Klingt interessant? Dann solltest Du unbedingt weiterlesen, um zu erfahren, wie vielleicht auch Du mit Growth Hacking deinen Umsatz steigern kannst.

1 – Deine Value Proposition: Was macht Dich einzigartig?

Die Begriffe „Value Proposition“ oder „Unique Selling Point (USP)“ sind sicherlich bekannt. Sie beschreiben die absolute Besonderheit deines Unternehmens, deines Produkts bzw. deiner Dienstleistung. Als Selbstständiger solltest Du Dir immer wieder die Frage stellen, warum potenzielle Kunden eben genau zu Dir kommen und nicht zur Konkurrenz gehen.

Gar nicht so einfach, aber eben super wichtig.

Ein guter USP können dabei zum Beispiel ein regionaler Vorteil, ein Preisvorteil, die Markenbekanntheit, gute Referenzen, eine besondere Technologie bzw. Innovation oder die Kombination aus einigen Faktoren („Alles aus einer Hand“) sein.

Kleiner Tipp: Frag bitte Deine Kunden, warum Sie sich genau für Dich entschieden haben. Frag bitte Kunden die Du nicht gewinnen konntest oder vielleicht sogar an die Konkurrenz verloren hast, warum genau dies passiert ist. Lass Dir von Deinen Kunden helfen.

Was Du auch immer für Dich als USP definierst, der eigentliche Growth Hack liegt danach ganz wo anders, so wie wir in hunderten Website-Audits in den letzten 2 Jahren feststellen mussten.

Dieser USP wird nicht auf der Verkaufsseite - das kann zum Beispiel die Website, eine Werbeanzeige, die Broschüre, die Facebook Fanpage oder sonst was sein - laserscharf an die Besucher kommuniziert. Man sagt, ein durchschnittlicher Besucher einer Website nimmt sich im Durchschnitt nur 3 Sekunden Zeit um den tatsächlichen Nutzen der jeweiligen Website für sich selbst zu bewerten.

3 Sekunden - das ist sehr sehr wenig. Ist der Nutzen für den Besucher klar erkennbar und wird positiv bewertet, dann wird der Besucher sich weiter informieren - aber auch nur genau dann. Ist der Nutzen für den Besucher nicht klar verständlich, wird sie auch genauso schnell wieder verlassen. Pech gehabt und ab zur Google-Suche.

Der Growth Hack: Machen Sie auf den wichtigen Verkaufsseiten immer das eindeutige Nutzenversprechen für die jeweilige Zielgruppe sehr klar auf den ersten Blick sichtbar. Optimalerweise als gut lesbaren Text, wie zum Beispiel einer großen Überschrift. Bilder oder Videos müssen diese Nachricht dann unterstützen, sollten aber niemals allein ohne Text stehen.

Hier folgen einmal 3 Beispiele von Software-Tools (fastbill.com, hubspot.com, hotjar.com) mit meiner Meinung nach, sehr guten Nutzenversprechen auf ihren Websites. Denk daran, Du hast nur 3 Sekunden um zu entscheiden „Finde ich hier was ich suche oder nicht?“

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2 – "Don´t call it Newsletter!“

Eine sehr sehr umfangreiche Liste von Marketing Growth Hacks für beispielsweise E-Mail Marketing, Social Media Marketing oder SEO/SEA findet man auf der Plattform growthhackers.com. Für den Fall, dass die Ideen ausgehen, findet man da sicherlich noch den ein oder anderen Hack, um die eigenen Kampagnen immer weiter zu optimieren.

Einen vermeintlichen Fehler trifft man bei mehr als 95% der Website-Audits leider immer wieder an.

„Melden Sie sich doch für unseren Newsletter an.“

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Steht dort immer wieder geschrieben. Dabei wissen wir, dass sich niemand mehr freiwillig für noch einen weiteren Marketing-Newsletter interessiert, oder? Wir bekommen alle schon genug Newsletter, leider nicht nur Gute.

Der Newsletter Growth Hack: Statt „Newsletter“ sollten wir eine klare Aussage treffen, was man bei Eintragung der Kontaktdaten tatsächlich erhält. Die Gegenleistung zum Hinterlassen der Kontaktdaten quasi.

So zum Beispiel ein Beispiel von mir selbst:

„Erhalten Sie wöchentlich eine Auswahl der Top-3 Growth Hacks, die meine Community für lesenswert befunden hat. Ganz bequem per E-Mail. Natürlich kann man sich auch jederzeit von diesem Service abmelden.“ (Disclaimer: Dieser Text hat keinen Anspruch auf DSGVO-Konformität)

Einfach ausprobieren und messen, ob man durch diese rein textliche Änderung, mehr Newsletter-Empfänger erhält, oder nicht.

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3 – Emotionen verkaufen

Spricht man mit Marketing-Experten vergehen in der Regel nur wenige Minuten bis man in einer Diskussion über die Zielgruppen landet. Das ist generell auch gut so. In den großen Online-Marketing Kanälen, wie zum Beispiel Facebook, Instagram oder Google lassen sich heute die gewünschten Zielgruppen sehr gezielt ansprechen. Startet man eine neue Marketing-Kampagne sollte man sich erstmal immer fragen, wen man wo und vor allem auch wie ansprechen möchte.

Wo und wie lassen sich zum Beispiel 15-25 junge Damen, die ein Chihuahua besitzen am besten ansprechen? Ich würde sagen auf Instagram, oder? Wie? Mit einem Kommentar unter ihrem schönen Chihuahua-Post oder einer Direct Message, die eine echte/sinnvolle Frage zu Chihuahuas stellt.

Aber wo und wie lassen sich 40-55 jährige Damen, die ein Chihuahua besitzen ansprechen? Sicher nicht auf Instagram, oder? Vielleicht eher in einem Beauty-Forum, einem Yoga-Studio für Damen oder auf der Königsallee in Düsseldorf. Aber wie spreche ich die Damen dort an?

Ich hoffe diese doofe Beispiel verdeutlicht, wie super wichtig es ist, sich diese Gedanken im Vorfeld einer Marketing-Kampagne zu machen.

Aber wie kann man seine Zielgruppe möglichst genau im Vorfeld bestimmen? Hinreichend bekannt in der Marketing-Szene ist einerseits das bekannte Persona-Modell bei dem die typische Zielgruppe quasi personifiziert wird, um sich besser in diese hineinversetzen zu können.

Die Visualisierung der Charakteristika wie Geschlecht, Alter, Einkommen, Berufsbild, Familienstand, Vorlieben und ein Profilbild sind immer ein guter Start und relativ einfach zu erstellen. Leider ist das Persona-Modell relativ statisch und beschreibt die Zielgruppe nicht so sehr von der emotionalen Seite.

Die Herausforderung im Online-Marketing, um unter den tausenden Anzeigen und Posts der Konkurrenz herauszustechen, ist die Emotionen der potenziellen Kunden genau zu treffen. Denn wie wir alle wissen, führt das Auslösen von emotionalen Triggern zu Kaufentscheidungen.

Die Methode „Customer Desire Map“ hilft dabei die Emotionen der typischen Zielgruppe zu definieren. Jeder Kunde, egal ob B2C oder B2B, hat immer gewisse Hoffnungen und Träume, Schmerzen und Ängste sowie Dinge die ihn von der Erreichung seiner Ziele zurückhalten.

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Quelle: Growth Hacking Academy

Beispiel B2C:

Jemand der beispielsweise einfach ein paar neue Laufschuhe kaufen möchte, hat in der Regel relativ einfach zu definierende Bedürfnisse. Der Läufer hat ein grobes Budget, ein gewisses Laufniveau, eine Lieblings-Laufdistanz, eine individuelle Körperkonstitution, möglicherweise auch ein Ziel (Hopes & Dreams) und natürlich auch persönliche Shopping-Präferenzen.

Hat er zum Beispiel das Ziel „Marathon Finish“ so gibt es hunderte emotionale Bilder und Trigger mit dem man ihn emotional ansprechen kann. Aber auch ein Ziel wie „Regelmäßig Laufen um 5kg abzunehmen“ lässt sich wunderbar emotional darstellen. Genau diese emotionalen Kundenbedürfnisse seiner Zielgruppe gilt es zu definieren, um diese dann in den Online-Marketing Kanälen immer und immer wieder weiter zu testen.

Das Gleiche lässt sich mit den Pains & Fears, also den Schmerzen und Ängsten, der Zielgruppe durchführen. Je nach Produkt- oder Servicesparte oftmals sogar noch mit einem deutlich härteren emotionalen Trigger-Effekt.

Der Growth Hack: Für jede Anzeige, Social Media Post, Newsletter oder Sales-Call sollte die Customer Desire Map im Vorfeld als Modell genutzt werden, um genau zu definieren auf welcher emotionalen Ebene wir den Kunden optimal ansprechen sollten, um ihn der Kaufentscheidung ein wenig näher zu bringen.

4 - Growth Hacking Tools

Das Aufspüren und Ausspielen skalierender Marketing Kanäle ist für Growth Hacker das Salz in der Suppe. Besonders bei Tech-Startups zählt ein schnelles Wachstum schon fast immer zur Grundvoraussetzung, um am Markt bestehen zu dürfen. Somit ist der Einsatz der richtigen Tools, um die Kernprozesse zu automatisieren zwingend notwendig.

Aber welche Tools soll ich auswählen? Was kosten diese Tools? Worin unterscheiden sie sich? Soll ich ein Tool für alles verwenden oder doch lieber verschiedene Tools versuchen irgendwie zu verbinden.

Ich bin ganz sicher, dass Du dir wenigstens eine dieser Fragen schon einmal gestellt hast, oder? Leider habe ich schlechte Nachrichten, denn es gibt keine Pauschalantwort.

Was mir allerdings immer hilft, ist der Austausch mit Anderen. Welche Tools werden dort wie eingesetzt? Wie sind die Erfahrungen.

In meinen Growth Hacking Bootcamps ist die Grafik, die ich hier teile, auch die, die am häufigsten von den Teilnehmern abfotografiert wird. Natürlich sind das nur die Tools, die ich persönlich für mein Business verwende. Sicherlich gilt das nicht 1-zu-1 für Dein Business. Aber bestimmt ist die Liste auch für Dich eine kleine Hilfe, um zukünftig effizienter zu arbeiten.

Website / Landingpages:

  • Wordpress / Optimizepress Plugin

Buchhaltung / Angebot & Rechnungsschreiben:

  • FastBill in Kombination mit GetmyInvoice

Tracking:

  • Google Analytics
  • Hotjar (User Session Recording)
  • Customer Relationship Management / Sales (CRM):
  • Hubspot

E-Mail Marketing:

  • Mailchimp

Research / Umfragen

  • Google Forms
  • Typeform
  • Google Suggest / Google Keyword Planner

Kundenbewertungen:

  • Trusted Shops

Office:

  • Alles von meinem Mac
  • Google Drive

Team-Kommunikation:

  • Slack

Projektmanagement:

  • Trello

Paid Marketing:

  • Facebook Ads
  • Google Adwords

Datenfluss Automatisierung (Geheimtipp!):

  • Zapier

Ein Hinweis aus eigener Erfahrung. Im „Hacking-Mode“, in dem man maximal viel testet, um überhaupt zu schauen, ob etwas funktioniert, sollte man tunlichst wenig Zeit in die Automatisierung stecken.

Manueller Aufwand ist meines Erachtens immer notwendig, um genau herauszufinden, wie etwas funktioniert und vor allem auch um valide analysieren zu können, ob ein Hack funktioniert oder nicht. Hat man mit einem Growth Hack Erfolg, so kann dieser natürlich auch mit dem notwendigen Aufwand versucht werden zu automatisieren.

Fazit - Growth Hacking für Selbstständige

Es gibt sicherlich unzählige von Growth Hacks und Ideen wie man das eigene Business wachsen lassen kann. Aber welche Hacks wirklich die Richtigen für Dein Business sind, das muss man leider selbst herausfinden. Der Erfolg eines Growth Hacks ist immer abhängig von der Individualität der Situation.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit meinen 4 Tipps gute Vorarbeit leisten, so dass du schon gleich morgen mit der Umsetzung der ersten (oder der nächsten) Growth Hacks starten kannst.

Um nicht wie wild loslegen zu müssen, haben wir einen Growth Hacking Prozess entwickelt, der die 4 typischen Disziplinen eines Online-Geschäfts in Zusammenhang stellt:

  • Produktentwicklung
  • Skalierendes Geschäftsmodell
  • Effiziente Marketing-Kanäle
  • Hochgeschwindigkeit in der Umsetzung

Dieser Growth Hacking Prozess V2.0 wird heute sowohl von Startups als auch von etablierten Unternehmen als Vorgehensmodell für erfolgreiches Growth Hacking verwendet.

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Quelle: Growth Hacking Academy

Wenn Dich das Thema Growth Hacking jetzt gepackt hat, dann kannst Du dir hier bei meiner Growth Hacking Academy kostenlos ein Starterpaket mit noch viel mehr Tipps zum selbst Ausprobieren herunterladen. Alle anderen Coaching-Formate wie Workshops und Bootcamps findet man bei der Growth Hacking Academy.

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