Geringwertige Wirtschaftsgüter: Wie ist damit umzugehen?

Julian Moeser 04. Februar 2015 1
Geringwertige Wirtschaftsgüter: Wie ist damit umzugehen?

In der Buchhaltung gibt es viele Begriffe, die zwar unscheinbar klingen, hinter denen jedoch viel steckt. Beispiele dafür sind Aufbewahrungsfristen, der Verpflegungsmehraufwand, oder aber auch das Kassenbuch. Dieser Beitrag wird Ihnen die Thematik „Geringwertige Wirtschaftsgüter“ näher bringen. Was ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut? Wie schreibe ich es richtig ab? Was ist zu beachten? All das erfahren Sie nachstehend.

Was sind geringwertige Wirtschaftsgüter?

Als geringwertiges Wirtschaftsgut bezeichnet das Einkommensteuergesetz (§ 6 Absatz 2 EStG) seit dem 01.01.2010 ein Wirtschaftsgut, welches

  • Herstellungskosten, Anschaffungskosten oder einen Einlagewert von maximal 1.000€ hat,
  • abnutzbar und beweglich ist,
  • zum Anlagevermögen gehört und
  • selbstständig nutzbar ist.

Beispiele für geringwertige Wirtschaftsgüter

Folgende Wirtschaftsgüter gelten beispielsweise als geringwertige Wirtschaftsgüter:

  • Kaffeemaschinen
  • Telefone
  • Tablet PCs
  • Büromaterial
  • Werkzeuge
  • Software

 Wichtig: Wirtschaftsgüter, die nicht selbstständig (also ohne weitere Wirtschaftsgüter) betrieben werden können, gelten nicht als geringwertige Wirtschaftsgüter.


Dies umfasst z.B. Computer-Bildschirme und Tastaturen. Auch Drucker und Scanner sind nicht als geringwertige Wirtschaftsgüter anzusehen. Eine Ausnahme gilt für sog. Stand Alone Multifunktionsgeräte, die auch ohne PC-Anbindung kopieren oder faxen können (Quelle).

Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern

Generell können geringwertige Wirtschaftsgüter im Sinne der Regelabschreibung abgeschrieben werden. Dennoch gibt es einige Besonderheiten zu beachten:

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 150€

Besitzen geringwertige Wirtschaftsgüter Anschaffungs-/Herstellungskosten bis 150€ (netto), so sind diese im Jahr der Herstellung/Anschaffung als Betriebsausgabe/Sofortaufwand in voller Höhe alternativ zur Regelabschreibung erfassbar. Geringwertige Wirtschaftsgüter dieser Art sind nicht im Anlageverzeichnis zu erfassen.

Entsprechende Anschaffungs-/Herstellungskosten werden dann auf die Konten gebucht, die der sachlichen Herkunft entsprechen. So würde die Kaffeemaschine z.B. auf das Konto „Betriebsausstattung“ gebucht.


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Geringwertige Wirtschaftsgüter von 150€ bis 410€

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs-/Herstellungskosten in Höhe von über 150€ bis 410€ (jew. netto) sind direkt im Anschaffungs-/Herstellungsjahr in voller Höhe abschreibbar. Geringwertige Wirtschaftsgüter dieser Art müssen in ein fortlaufend geführtes Anlageverzeichnis oder die Buchführung (samt Angaben zu Anschaffungs/Herstellungsdatum und -kosten) aufgenommen werden.

Die Anschaffungs-/Herstellungskosten sind vorläufig auf das Konto „GWG“ zu buchen. Die spätere Abschreibung läuft dann über das „Sofortabschreibung geringwertige Wirtschaftsgüter“-Konto.

Geringwertige Wirtschaftsgüter von 150€ bis 1.000€

Alle geringwertigen Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs-/Herstellungskosten über 150€ bis einschließlich 1.000€ (jew. netto) sind – alternativ zu den anderen Abschreibungsmöglichkeiten – auch gesammelt in einer sog. Poolabschreibung linear über fünf Jahre abschreibbar (20% jährlich).

In Folge der Abschreibungslogik werden in diesem Fall alle Anschaffungs-/Herstellungskosten vorerst auf das Konto „Geringwertige Wirtschaftsgüter 150€ bis  1.000€“ gebucht. Als Abschreibungskonto wird dann das Konto „Abschreibungen auf den Sammelposten geringwertige Wirtschaftsgüter“ verwendet.


Hinweis: Sammelposten müssen jährlich gebildet werden!


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1 Kommentar

  • Danke für diesen interessanten Artikel... ich habe mich vor einem Monat selbstständig gemacht und muss mich nun mit meiner Buchhaltung einmal auseinander setzen, deshalb bin ich um jeden Tipp dankbar, was die Buchhaltung angeht.

    VG
    Helen

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