Drohender Auszahlungsstopp im Amazon-Partnernet

Stefan Bobzin 21. September 2015 11
Drohender Auszahlungsstopp im Amazon-Partnernet

Vor ein paar Tagen hat Amazon mitgeteilt, dass aufgrund festgelegter Bestimmungen der US-Steuerbehörde “Internal Revenue Service” (IRS) jeder Teilnehmer des Partnerprogramms nun aufgefordert ist einen Steuerfragebogen auszufüllen.

Die IRS prüft damit ab, welche Partner im Rahmen des Amazon Partnernet Provisionen für die Vermittlung von Produktkäufen erhalten haben und ob diese Einnahmen beim Partner ordnungsgemäß versteuert worden sind. Da die IRS damit die vollständige und richtige Besteuerung von US-Staatsbürgern überprüfen will, hat der Fragebogen für Nicht-US-Bürger zunächst auf den ersten Blick keine große, praktische Relevanz.

Als deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland sind die Einnahmen aus Provisionen von Amazon grundsätzlich auch in Deutschland zu versteuern. Details sollten aber mit einem Steuerberater abgeklärt werden.

Eine wichtige Auswirkung ergibt sich jedoch aktuell für dich als Partner von Amazon (egal welcher Herkunft), wenn du den Steuerfragebogen nicht ausfüllt: Amazon zahlt dir zukünftig keine Provisionen mehr für erfolgreiche Vermittlungen aus!

Du musst nun also schnellstmöglich den entsprechenden Fragebogen ausfüllen. Dadurch erkennt Amazon bzw. die IRS, dass du nicht in den USA steuerpflichtig bist und zukünftigen Auszahlungen steht nichts mehr im Wege.

Direkte Hilfe zum Ausfüllen des Steuerfragebogens bietet Amazon leider nicht an. Lediglich die verschiedenen Formulare werden benannt und weitere Hintergründe erläutert:

amazon – IRS-Bestimmungen zur Meldung von Zahlungstransaktionen dritter Parteien

Um die finalen sog. „Formulare 1099 bzw. 1042-S“ zu erhalten ist ein elektronisches IRS Steuerformular auszufüllen. Davon gibt es mehrere wobei du als natürliche Person mit deutscher Staatsbürgerschaft das Formular W-8BEN ausfüllen musst. Letztlich bestätigst du dann mit diesem Formular, dass du nicht in den USA steuerpflichtig und auch kein wirtschaftlich Berechtigter von US-Wertpapieren bist.

Eine hilfreiche Anleitung zum Ausfüllen des Formulars W-8BEN haben wir übrigens hier gefunden. Die Anleitung ist verständlich und das Ausfüllen des Formulars sollte für dich somit kein Problem mehr sein.

/// Ergänzung 22.09.2015

Für Unternehmen gibt es einen gesonderten Fragebogen mit der Bezeichnung „W-8BEN-E“.

Da es darum geht grundsätzlich jeden Partner zu identifizieren werden die Steuerinformation von jedem Partner eingefordert werden.

Wie du im oben im Artikel verlinkten Beitrag sehen kannst, führt Amazon ansonsten aber durch den Prozess und schlägt auf Basis der Angaben dann im 4.Schritt den passenden Fragenbogen vor.

Aktuell scheint die Abfrage aber noch nicht bei jedem Partner sichtbar zu sein, denn noch wird nicht bei jedem Partner nach den Daten gefragt.

/// Update 23.09.2015

Nachdem in der vergangenen Tagen viele Nutzer des Amazon-Partnernet zum Ausfüllen des IRS-Fragebogen aufgefordert wurden, andere hingegen den Fragebogen überhaupt noch nicht angezeigt bekommen haben, kommt nun eine kleine Entwarnung zu dem Thema.

Der Fragebogen wird lt. Auskunft von Amazon (Danke an Raphael an dieser Stelle für seine Recherche und Anfrage bei Amazon) nur bei einem Teil der Partner angezeigt und eingefordert. Dies sind all jene Partner die aufgrund von persönlichen Angaben (z.B. Adresse, Bankverbindung, Telefonnummer) scheinbar eine Verbindung in die USA haben. Nur bei diesen Partnern wird der Fragebogen angezeigt und hier ist er zwingend auszufüllen, da sonst die bereits beschriebenen Sanktionen drohen.

Hat man in seinem Partnernet-Konto die Frage „Sind Sie aus steuerrechtlichen Gründen eine US-Person“ aber einmal mit „Ja“ bestätigt, und sei es nur versehentlich, ist man ebenfalls gezwungen den Fragebogen auszufüllen und muss sein Versehen somit im Zweifel einmal korrigieren. Die alleinige Änderung auf „Nein“ genügt nicht mehr aus. 

Den vollständigen Artikel von Raphael findet ihr hier.

Was solltest du noch wissen?

Wir empfehlen dir zeitnah zu überprüfen, wie du deine Einnahmen aus dem Amazon-Partnerprogramm, aber auch aus anderen Affiliate-Programmen, bisher erklärt hast. Deine Einnahmen müssten sowohl in den Steuerklärungen zur Umsatzsteuer als auch zur Einkommen- und Gewerbesteuer angegeben werden. Wenn du dir bei diesen Dingen nicht sicher bist, solltest du einen Steuerberater fragen.

Eines ist durch die Erfassung der steuerlichen Daten über Amazon in jedem Fall wahrscheinlicher geworden: die Auswertung der Daten für die IRS dürfte auch deutsche Finanzbehörden interessieren, um zu überprüfen ob jeder Partner seine Einnahmen immer richtig versteuert hat.

In der Vergangenheit hat der deutsche Staat für ähnliche Informationen (z.B. Kapitalerträge in der Schweiz) auch schon mal 7stellige Beträge bezahlt um anschließend mit den gewonnen Daten noch ein paar Steuereinnahmen zu generieren. Wenn du also in der Vergangenheit die Einnahmen nicht korrekt versteuert hast, solltest du vielleicht zeitnah über eine Richtigstellung (z.B. im Rahmen einer Selbstanzeige) nachdenken.

Erfassung deiner Affiliate Einnahmen mit FastBill

Bei der korrekten Erfassung deiner Einnahmen aus dem Amazon Partnernet und anderen Affiliate-Programmen hilft dir FastBill. Leite die Gutschriften der jeweiligen Partnerprogramme einfach an deine Inbox weiter und erfasse sie als Einnahmen.

Sie erscheinen dann nicht nur in deinem Finanz Dashboard, sondern sind auch im Monats- & Jahres-Report enthalten. Dein Steuerberater kann diese Einnahmen dann bei deiner Steuererklärung beachten und du vermeidest unnötige rechtliche Risiken.

Buchhaltung automatisieren und Zeit sparen

Lerne in 4 einfachen Schritten, wie deine Finanzen automatisierst und nie mehr Kopfschmerzen wegen der Buchhaltung haben musst.

11 Kommentare

  • Hallo Stefan,

    die Abrechnungen macht alle meine Steuerberaterin für mich. Auf der Seite sollte ich also safe sein.
    Mein Partnernet-Account läuft über meine UG. Kannst Du mir sagen, ob die entsprechenden Angaben in dem Fall überhaupt notwendig sind? Immerhin bin ich damit keine natürliche Person für Amazon.

    Viele Grüße
    Jahn
  • Hallo Stefan,

    bitte hab Verständnis dafür, dass wir keine persönliche Beratung auf unserem Blog anbieten können. Setz' dich für die Beantwortung deiner Frage deshalb bitte direkt mit Stefan in Verbindung.

    Die Kontaktdaten findest du auf der Website seiner Kanzlei:
    https://www.steuerberater-gb.de



    Viele Grüße
    Julian
  • Hallo, wirklich hilfreich. Ich habe einen Fragebogen auch für Paypal bekommen und muss den Facta status mitteilen. Habt ihr dafür einen Tipp für mich?
    Beste Grüße
    Erik
  • Hallo Erik,

    bitte hab Verständnis dafür, dass wir keine persönliche Beratung auf unserem Blog anbieten können. Setz' dich für die Beantwortung deiner Frage deshalb bitte direkt mit Stefan in Verbindung.

    Die Kontaktdaten findest du auf der Website seiner Kanzlei:
    https://www.steuerberater-gb.de

    Viele Grüße
    Julian
  • […] setzt, muss künftig mit einem Auszahlungsstopp rechnen. Dies teilt der Steuerberater und Autor des Fastbill-Blogs, Stefan Bobzin, mit. Grund sind demzufolge neue Bestimmungen der US-amerikanischen Steuerbehörde […]
  • […] setzt, muss künftig mit einem Auszahlungsstopp rechnen. Dies teilt der Steuerberater und Autor des Fastbill-Blogs, Stefan Bobzin, mit. Grund sind demzufolge neue Bestimmungen der US-amerikanischen Steuerbehörde […]
  • Super Artikel!

Was denkst du?

Buchhaltung automatisieren
und Zeit sparen

Lerne in 4 einfachen Schritten, wie deine Finanzen automatisierst und nie mehr Kopfschmerzen wegen der Buchhaltung haben musst.

Überzeuge dich selbst

Automatischer Beleg-AssistentBankingBusiness Apps synchronisierenBelege erfassenRechnungen schreiben

Kostenlose Tools

Mehrwertsteuer RechnerKostenlose RechnungsvorlageFinanz-Lexikon

Beliebte Beiträge

So funktioniert die EÜRNebenberuflich Selbständig machenSo kommst du zum Gewerbeschein

Mehr als 70.000 Kunden nutzen schon FastBill

Jetzt kostenlos testen!