Deine Firmenwebsite von der Steuer absetzen?

Hendrik K├Âhler 05. April 2017 2
Deine Firmenwebsite von der Steuer absetzen?

Du hast in Deine Website ordentlich investiert, jetzt fragst Du Dich, ob Du die Kosten f├╝r den Kauf Deiner Domain und die Erstellung Deiner Firmenwebsite als Betriebsausgabe bei Deiner Steuererkl├Ąrung angeben kannst? Wir haben die wesentlichen Steuertipps zu diesem Thema einmal f├╝r Euch zusammengefasst.

1. Du kaufst die Domain f├╝r Deine Unternehmenswebsite

Gehen wir davon aus, dass Du nach langwieriger Suche endlich die passende Domain f├╝r Dein Unternehmen gefunden hast. Jetzt musst Du sie nur noch kaufen, allerdings kommt in diesem Fall weder eine Abschreibung noch ein sofortiger Betriebsausgabenabzug infrage.

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass eine Domain nicht ab-nutzbar und die Abschreibung auf eine bestimmte Nutzungsdauer tabu ist (BFH, Urteil v. 19.10.2006, III R 6/05). Es handelt sich dabei um ein immaterielles Wirtschaftsgut, das im Anlagespiegel erfasst werden muss.

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2. Du erwirbst k├Ąuflich die Domain und die dazugeh├Ârige Website

Bez├╝glich Deiner Firmenwebsite ist der Sachverhalt anders. Hierf├╝r kannst Du die entstandenen Kosten geltend machen. Achte darauf, dass Du die Domain gemeinsam mit der dazugeh├Ârenden Website kaufst. F├╝r die Domain empfiehlt es sich, einen geringen Preisanteil auszuweisen, der Preisanteil f├╝r die Website sollte dagegen h├Âher ausfallen.

3. Du erstellst Deine Website selbst

Entscheidest Du Dich daf├╝r Deine neue Website selbst zu erstellen oder das einem Deiner Mitarbeiter zu ├╝berlassen, darfst Du die daf├╝r anfallenden Kosten als Betriebsausgabe abziehen. Die Abschreibung muss nicht ├╝ber mehrere Jahre erfolgen, weil f├╝r selbst geschaffene Wirtschaftsg├╝ter ein steuerliches Aktivierungsverbot besteht.

4. Du l├Ąsst Dir eine Unternehmenswebsite erstellen

Hierbei hast Du verschiedene M├Âglichkeiten. Du kannst Dir intern einen Programmierer ins Boot holen, welcher wiederum Personalkosten verursacht oder Du vergibst den Auftrag zum Erstellen Deiner Website an einen externen Programmierer. Entscheidest Du dich f├╝r einen externen Programmierer, kann dieser den Auftrag legal ├╝bernehmen und Dir eine Rechnung daf├╝r ausstellen, sodass Dir das Finanzamt ein Teil dieser Kosten zur├╝ck erstattet. Die entstehenden Kosten m├╝ssen dokumentiert werden und k├Ânnen sich w├Ąhrend der Umsetzung Deiner Website summieren.

Zus├Ątzlich zur Programmierung solltest Du ein Konzept zum Design Deiner Website mit passenden Bildern und anderen Elementen entwickeln. Es liegt bei Dir, ob Du diese Aufgabe im Rahmen der Personalkosten an interne Mitarbeiter ├╝bertragen m├Âchtest. Nat├╝rlich hast Du auch hier wieder die M├Âglichkeit Dich f├╝r einen externen Dienstleister zu entscheiden. Ein Grafiker sowie ein guter Webdesigner k├Ânnen diese Aufgabe beispielsweise ├╝bernehmen, dessen Aufwand sie Dir anschlie├čend in Rechnung stellen. Die ausgestellte Rechnung stellt in diesem Szenario einen Teil der gesamten Herstellungskosten dar.

Fassen wir einmal zusammen: F├╝r die Kosten der Firmenwebsite kommt eine Abschreibung oder der sofortige Betriebsausgabenabzug infrage. Die Entscheidung h├Ąngt davon ab, wie die Kosten entstanden sind. Ist der Unternehmer und sp├Ąterer Inhaber der Website ein Talent auf dem Gebieten Programmierung und Design, entwickelt also alles aus eigener Hand, entstehen vorerst keine Kosten, welche die Herstellungskosten der Webseite erh├Âhen. Das Abschreibungspotenzial wird dadurch erh├Âht.

5. Du beauftragst einen professionellen Dienstleister

Erteilst Du den Auftrag einem Webdesigner und schlie├čt daf├╝r einen Werkvertrag ab, so kann eine Gewinnminderung im Rahmen der Abschreibung in Betracht gezogen werden. Die zweite M├Âglichkeit w├Ąre einen Dienstvertrag abzuschlie├čen, sodass der Dienstleister nur nach erfolgten Anweisungen Deinerseits t├Ątig wird. Auf diese Weise d├╝rfen die Kosten sofort als Betriebsausgabe verbucht werden.

Die anfallenden Wartungskosten und Aktualisierungskosten gelten nur als Betriebsausgabe, solange die Funktionalit├Ąt der Firmenwebsite nicht deutlich verbessert wird. Die Grenze daf├╝r wird bei 15 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gezogen.

Die verschiedenen Kostenpunkte der Website k├Ânnen wie folgt gegliedert werden:

  • Reparaturkosten
  • Wartungskosten
  • Erneuerungskosten

Darunter fallen in der Regel Ver├Ąnderungen und Aktualisierungen. Unter anderem das Ersetzen von neuem Bildmaterial, das Erneuern einer ben├Âtigten Software sowie deren Aktualisierung.

Bei redaktionellen Websites gibt es bez├╝glich der Erstellung neuer Texte und Fachbezogener Artikel bis heute keine eindeutige Rechtsprechung. Durch eine Betriebspr├╝fung kann festgestellt werden, ob diese der Anschaffung beziehungsweise den Herstellungskosten zuzurechnen sind. Erfolgt die Erstellung von Texten und Artikeln ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum, so k├Ânnen die dazu laufenden Kosten im Rahmen der Instandsetzung, Wartung und Aktualisierung bei der Betriebspr├╝fung gez├Ąhlt werden.

Laufende Betriebskosten

Zu den regelm├Ą├čigen Betriebsausgaben z├Ąhlen die vom Provider fortlaufend in Rechnung gestellten Kosten f├╝r folgende Elemente:

  • Hosting der Dom├Ąne
  • Setupgeb├╝hr
  • Speicherplatz f├╝r Bilder & Dokumente
  • Provider-Kosten

Wichtig ist, dass f├╝r die entstandenen Kosten eine ordnungsgem├Ą├če Rechnung vorhanden ist. Der Vorsteuerabzug ist ebenfalls ohne Probleme m├Âglich. Die Zeit, die der Provider in Beratung investiert, kann pauschal oder pro Stunde abgerechnet und als Betriebsausgaben abgesetzt werden.

Deine fachliche Kompetenz ist gefragt

Ein umgehender Betriebsausgabenabzug kann nur erreicht werden, wenn Du einen Dienstleistungsvertrag mit einem Webdesign-Unternehmen wie Websitebutler abschlie├čt. Verf├╝gst Du ├╝ber keine Fachkenntnisse hinsichtlich der Website-Erstellung, stuft das Finanzamt den abgeschlossenen Dienstleistungsvertrag als Werkvertrag ein. Du musst also imstande sein, dem beauftragten Dienstleister fachliche Anweisungen zur Entwicklung des Portals geben zu k├Ânnen.

Die Nutzungsdauer bestimmt die H├Âhe der j├Ąhrlichen Gewinnminderung

Im Fall, dass f├╝r Deine Firmenwebsite und die damit verbundenen Kosten kein umgehender Betriebsausgabenabzug erfolgt, sondern stattdessen eine Abschreibung vorgenommen wird, so h├Ąngt die j├Ąhrliche Gewinnminderung von der Nutzungsdauer ab.

Faustregel: F├╝r eine Website, die seit 3-5 Jahren nicht ├╝berarbeitet worden ist und daher nicht mehr den heutigen Standards entspricht, ergibt sich daraus eine Nutzungsdauer von 3-5 Jahren.

Jetzt bist Du im Bild, welche Posten Du steuerrechtlich absetzen darfst und kannst Deinem Steuerberater bei der n├Ąchsten Abgabe zeigen, wo es langgeht.

Vor dem Kauf einer Domain: Einen passenden Firmennamen finden.

2 Kommentare

  • Danke f├╝r diesen informativen Artikel!
  • Eigentlich v├Âlliger Bullshit.

    Wenn einer meiner Angestellten/innen das macht, bezahle ich dem ja sein Lohn. Sprich das ist auch alles absetzbar.

    Das Thema Hosting etc. da kann jeder die Rechnungen von 1&1 und strato und welche es alle gibt einfach ebenfalls absetzen.

    Und wenn ich einen Dienstleister daf├╝r hab dann stellt der mir eine Rechnung aus (einmalig Website und monatlich Wartung) die ich ebenfalls umgehend absetzen kann.

    Fertig.

    Was soll man die ├╝ber 5 Jahre abschreiben wenn es halt eine Dienstleistung ist die ich erkaufe oder halt keinen Angestellten monatlich bezahle.

    Total unn├Âtiger Beitrag :-D

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