Alternative Finanzierung für Startups – So startest du mit Crowdfunding durch

Franz Schmid 06. April 2016 0
Alternative Finanzierung für Startups – So startest du mit Crowdfunding durch

Als Startup hast du es nicht immer leicht. Die Idee ist vorhanden, du und dein Team sind hoch motiviert – und trotzdem könnt ihr nicht so richtig durchstarten. Das Problem: Dir fehlt es an Kapital, und so geht es vielen Existenzgründern. Banken wollen dir nicht helfen, aber das sollte dich nicht stören, denn schließlich gibt es eine alternative Finanzierungsform, die perfekt für dich ist: Crowdfunding.

Crowdfunding: Unkomplizierte Finanzierung für Startups

Es handelt sich hierbei um eine Finanzierungsform, die komplett ohne Bank oder staatliche Förderung auskommt. Geldgeber sind private Investoren, die bereit sind in dein Projekt zu investieren – dein Kapitalziel erreichst du über die (hoffentlich) vielen Einzelsummen in verschiedener Höhe aus der Crowdfunding-Community. Voraussetzung ist natürlich die perfekte Präsentation:

  • Wichtig ist, dass du die Community auf emotionaler Ebene erreichst – stumpfes Abhandeln der Vorteile ist nicht der richtige Weg. Vielmehr solltest du eine Geschichte um deine Idee herum entwickeln, die die Community mitreißt und sie davon überzeugt, dass du eine Investition wert bist.
  • Für die Präsentation hast du verschiedene Mittel zur Verfügung. Wichtig ist hier natürlich eine knackige Headline, damit du überhaupt auf dich aufmerksam machst. Sind die potenziellen Investoren dann auf deiner Projektseite gelandet, musst der Beschreibungstext ebenso mitreißend sein.
  • Vernachlässige nie die Kraft von Bildern, die häufig mehr sagen als 1.000 Worte.
  • Das Herzstück deiner Präsentation ist jedoch das Pitch-Video: Zeige hier dein Produkt oder deine Dienstleistung, präsentiere dich und dein Team und gewähre Einblicke hinter die Kulissen, um eine Identifikation mit deinem Projekt zu ermöglichen.

Investoren, die du überzeugt hast, können anschließend in dein Projekt investieren. Die Investitionsbeträge nehmen dabei ganz unterschiedliche Ausmaße an. Sobald du dein Finanzierungsziel erreicht (oder übertroffen) hast und die Zeit abgelaufen ist, geht die gesamte Summe innerhalb von wenigen Tagen an dich. Unkomplizierter geht es nicht.

Crowdfunding vs. Crowdinvesting – ein großer Unterschied

Beim Crowdfunding geht es vor allem darum, die Investoren auf emotionaler Ebene zu erreichen, sodass Sie (quasi von Herzen) bereit sind, dich zu unterstützen, denn: Einen finanziellen Nutzen hat die Crowdfunding-Community nicht. Abhängig von der Höhe der Investitionssumme erhalten Sie kleine und große Goodies, wie Fan T-Shirts oder einen exklusiven Zugang zur Beta-Phase – also Dinge, die keinen monetären Hintergrund haben.
Ganz anders ist hier das Crowdinvesting. Stellst du dein Projekt auf entsprechenden Plattformen ein, sind die Investitionen für dich „teurer“ – als Gegenleistung gibst du Anteile an deinem Startup ab oder zahlst das Geld mit Zinsen zurück.

Crowdfunding: die Vorteile für dich und deine Investoren

Crowdfunding klingt nach einer relativ unkomplizierten Finanzierungsform – und das ist sie auch. Die einzige Hürde, die du nehmen musst, ist, von deinem Projekt zu überzeugen. Anschließend hast du jede Menge Vorteile:

  • In erster Linie ist es natürlich das frische Kapital, das du unkompliziert und wenige Tage nach Projektablauf auf deinem Konto begrüßen darfst.
  • Da die Bindung zur Crowd ziemlich eng ist, kannst du gleichzeitig wichtiges Feedback deiner Investoren einholen – Marktforschung for free quasi.
  • Aus Investorensicht ist es eher ein moralischer Akt ohne Hintergrundgedanken. Man will junge Gründer und gute Ideen unterstützen – das gibt ein gutes Gefühl. Und nur darum geht es.

Das Kleinanlegerschutzgesetz in Deutschland – darauf musst du achten

Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn es nicht auch in diesem Finanzierungsmarkt Richtlinien und Gesetze gäbe. Das Kleinanlegerschutzgesetz, das 2015 in Kraft getreten ist (Teile davon erst seit Januar 2016), ist eines davon. Es soll vor allem die Investoren und Ihr Kapital schützen. Das bedeutet:

  • Bei Investitionen ab 1.000 Euro ist eine Selbstauskunft notwendig.
  • Mehr als 1.000 Euro darf nur investieren, wer ein freies Vermögen von 100.000 Euro besitzt.
  • Außerdem darf die Investitionssumme das doppelte Monatseinkommen (netto) nicht übersteigen.
  • Investitionen von mehr als 10.000 pro Person und Jahr sind komplett unmöglich.
  • Du als Startup und Unternehmer musst ein sogenanntes Vermögensanlagen-
    Informationsblatt vorlegen.
  • Schön ist, dass du erst ab einer Finanzierungssumme von 2,5 Millionen Euro ein Prospekt beilegen musst (früher galt die Prospektpflicht ab einer Million Euro), denn: Solch ein Prospekt, das dein Unternehmen genau durchleuchtet, kostet gut und gerne fünfstellige Beträge.

Das große „Aber“ kommt jedoch noch: All diese Regeln gelten ausschließlich für das Crowdinvesting, nicht für das Crowdfunding. Denn als Finanzprodukte gelten laut Gesetz nur Unternehmensbeteiligungen, Beteiligungen an Treuhandvermögen, Genussrechte und Namensschuldverschreibungen, gewinnabhängige Darlehen und Nachrangdarlehen sowie vergleichbare Anlagen – und die gibt es beim Crowdfunding nun mal nicht.

Crowdfunding- und Crowdinvesting-Plattformen, die du kennen solltest

Abhängig davon, für welche alternative Finanzierungsform du dich entscheidest, hast du in Deutschland mittlerweile eine relativ gute Auswahl – zu den besten zählen:

  • Kickstarter, Indiegogo und Startnext für Crowdfunding
  • Seedmatch, Bergfürst und Companisto für Crowdinvesting

Die oben genannten Crowdfunding- und Crowdinvesting-Plattformen sollten deine erste Anlaufstelle sein, wenn du für dein Startup auf der Suche nach frischem Kapital bist. Vor allem die Tatsache, dass du beim Crowdfunding keine monetären „Belohnungen“ ausgeben musst, ist natürlich verlockend. Wenn du also diesen Finanzierungsweg gehen willst, ist das sicher eine gute Wahl. Orientiere dich dabei einfach an diesem Artikel und der folgenden abschließenden Checkliste. Im Zweifel kannst du dir natürlich auch professionellen Rat bei einem auf Crowdfunding und Crowdinvesting spezialisierten Steuerberater einholen.

  • ✓ Entscheide dich für eine Finanzierungsform – Crowdfunding oder Crowdinvesting?
  • ✓ Bereite deinen Pitch perfekt vor und nutze alle Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen.
  • ✓ Überlege dir entsprechende Belohnungen für deine Investoren.
  • ✓ Wenn du dein Finanzierungsziel erreichst: Gehe gewissenhaft mit dem Geld um, denn du hast jetzt nicht nur eine Verantwortung dir und deinem Team gegenüber, sondern auch gegenüber deinen Investoren.

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