Controlling & Buchhaltung: WER macht WAS?

Timo Wienefoet 13. Mai 2015 4
Controlling & Buchhaltung: WER macht WAS?

Im letzten Beitrag haben wir die Vor- und Nachteile von Kunden- und Lieferantenbüchern diskutiert. Dort fiel das Wort Controlling, die gute alte Kosten-Leistungsrechnung. Der Schritt von der Buchhaltung zum Controlling ist oft nicht weit, in Konzernen sitzen die Abteilungen Tür an Tür und gerade im Monatsabschluss arbeiten beide Abteilungen eng zusammen.

Also warum gibt es denn nun mehr buchende Controller und wenig controllende Buchhalter?

Weil der Buchhalter bucht was da ist – und das sind meistens Sachverhalte zwischen Unternehmen und anderen. Der Controller bewertet und steuert.

Die Buchhaltung dient der systematischen Erfassung und Klassifikation aller ökonomischen Sachverhalte deiner Unternehmung. Hört sich dröge an, ist aber wichtig. Besonders das Wörtchen „systematisch“ backt die Brötchen.

Warum systematische Buchhaltung für Controlling wichtig ist

Keine Rechnung zu stellen ist gut für deinen Kunden, nicht für deine Profitabilität. Mit Kosten verhält es sich nicht andersrum, denn ohne Erfassung keine Umsatzsteuererstattung und mehr Erfolg – der keiner ist – bedeutet gleichzeitig auch mehr Steuern. Das kostet also doppelt.

Genau an dieser Stelle kommt der Controller ins Spiel.

  • Erstens sind dem Buchhalter Belege & Rechnungen zu liefern.
  • Zweitens, sind Rechnungen einzutreiben oder zu bezahlen.
  • Drittens gibt es Belege, die komplexer zu buchen sind.

Beispiel

Eine Abschreibung  wird dem Anlagevermögen zugeschlagen und das Bankkonto belastet. Die Nutzung (und damit der Verbrauch) ist laut Gesetzgeber über die Laufzeit in der Gewinn und Verlustrechnung gegen das Anlagevermögen abzuschreiben. Die Details wie die komplexen Unterschiede zwischen HGB und internationalen Standards oder andere Sachverhalte, wie Operating Lease vs. Finance Lease und deren Ausbuchung erspare ich dir.

Die drei Punkte werden je nach Unternehmen in der Buchhaltung oder im Controlling erledigt. Sie ergeben sich ja auch direkt aus einem schon erfolgten Sachverhalt oder Beleg und sind damit grundsätzlich dem Buchhalter nicht fremd.

Der Controller soll also bewerten und Entscheidungen vorbereiten.

Und wenn bewertet ist, dann wird etwas gebucht. Deswegen ist der Controller eine Schnittstelle. Er erarbeitet, koordiniert und prüft mit …

  • der Buchhaltung obige Themen und weitere Bewertungsfragen. Besonders, wenn die Bücher geschlossen werden und Spielräume zu nutzen sind.
  • dem Vertrieb Angebote, Auslastung und Preise.
  • der Produktion Herstellungskosten, Investitionen und interne Verrechnungspreise.
  • der Geschäftsführung Pläne, Budgets und Marktein- & Marktaustritte.

Kurzum, er kümmert sich um alle Fragen, betreffend welche Zahlen wo anzubringen sind. Deswegen sind die meisten Controller auch gut im Umgang mit Excel und Datenbanken, womit wir in meinem Betätigungsfeld sind.

Was braucht ein guter Controller?

Ein guter Controller benötigt somit alles was ein guter Chef auch benötigt. Er soll sich in allen Bereichen des Unternehmens gut auskennen. So kann sich der Chef intensiv um die Kundenbeziehungen und strategischen Fragen kümmern. Es verwundert also nicht, dass sich der Anteil von Vorstandsvorsitzenden mit CFO Erfahrung im letzten Jahrzehnt auf über 25% mehr als verdoppelt hat.

Und welche Lehren kann der Einzelunternehmer, UG’ler, Gründer und Unternehmer daraus ziehen?

controlling quote

Genau:

Der Buchhalter ist vielleicht auch Unternehmer, aber kein Controller. In der Tat sind im DATEV Seminar auf der Cebit die Worte „Up-Selling“ und, mit stark bajuwarischem Dialekt auch, „mir ham als Steuerberater die Daten ja, da braucht der Berater eigentlich nimmer zu kommen“ gefallen.

Stimmt, wenn du als Unternehmer deine Kernprozesse „Marketing zu Rechnungsstellung“, „Bestellung zu Zahlung“ und „Beleg zu Information“ im Griff hast, sind die essentiellen Controller Aufgaben gut abgedeckt. Wissen, was am Markt, zu welchen Kosten erreichbar ist, erzeugt wird und welche Kosten anfallen und was also gestern, heute und morgen den Erfolg prägen wird.

Der Controller ist damit mehr als ein Buchhalter.

Er ist Garant dafür, dass am Ende etwas übrig bleibt. Daher darf er auch NEIN sagen, wobei ein „nicht zu diesen Konditionen“ gemeint ist. Nimm es ihm nicht übel.

Zu seinem Handwerkszeug, der Kosten- und Leistungsrechnung und der Aktualisierung des Unternehmens-Ausblicks bald mehr.

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