Businessplan erstellen: In 3 Schritten zum perfekten Geschäftsplan

Julian Moeser 19. Juni 2015 4
Businessplan erstellen: In 3 Schritten zum perfekten Geschäftsplan

Aller Anfang ist schwer: Das merken wir auch daran, dass wir von Euch vermehrt Fragen zu der Strukturierung von Geschäftsideen, Planungsvorgängen etc. erhalten haben. Deshalb wird es in den nächsten Beiträgen um die Themen Ideen, Wichtige Fragen vor Start der Selbstständigkeit, Businessplan und Finanzierung gehen.

Businessplan erstellen Step 1: Eine gute Idee entwickeln

Den Anfang machen wir mit dem Thema Ideenfindung – Im Laufe der Reihe, werden wir hoffentlich einige Fragen beantworten können.
Bei der Entscheidung zur Selbstständigkeit, gibt es oft schon Ansatzpunkte oder eine Idee, die man verfolgen möchte. Freelancer rutschen meist über Projektangebote in die Freiberuflichkeit und suchen dann erst einen Weg das eigene Tun zu strukturieren und auszubauen.

Um vom Wagen ins Konkrete zu kommen, hilft es, sich Zeit zum aktiven „Rumspinnen“ zu nehmen und sich Gedanken zu der eigenen Situation und vorstellbaren Möglichkeiten zu machen.

• Ideenfindung als Vorbereitung für deinen Businessplan

Hier helfen einige simple Kreativitätstechniken, die oft überraschende Ergebnisse zaubern: Empfehlenswert ist das klassische Brainstorming, bei dem man verschieden Personen bittet, sich zusammen zu setzten und wild alle Ideen zu einem Thema zu äußern. Die Sammlung dieser Ideen können im Nachgang strukturiert werden. Wer gerne alleine Gedanken sammelt, kann dies anhand einer Mindmap tun.

Dabei wird das Thema in die Mitte geschrieben und davon ausgehend Punkte zum Thema immer weiter angefügt und verästelt. Sinnvoll ist es dabei vom Allgemeinen ins Spezielle zu gehen.

Wer kein Freund von viel vollgemaltem Papier ist, kann auch Mindmappingtools nutzen. Hier werden die angesprochenen und viele weitere Kreativitätstechniken beschrieben, die allesamt dabei helfen, aus den normalen Gedankenbahnen auszubrechen und neue Ideen zu entwickeln.

Tipp: Nicht verkrampft nach Ideen suchen, sondern entspannt den Gedanken Ihren Lauf lassen – dabei kommen immer noch die besten Ergebnisse zustande. Vielen Ideen entstehen z.B. unter der Dusche, auf der Toilette J oder vor dem Schlafen gehen.

Jedes Brainstorming kommt dann an seine Grenzen, wenn wichtige Informationen fehlen; Wenn z.B. Punkte zu Umsetzbarkeit, Marktsituation usw. nicht bekannt sind. Ist die grobe Richtung klar, macht es daher Sinn, sich dem aktuellen Markt zuzuwenden und alle erreichbaren Informationen zusammenzutragen.

• Marktübersicht

Den Einblick in den angestrebten Markt gibt es über verschiedene Wege: Ein Anfang kann das persönliche Gespräch mit Kollegen oder Bekannten sein, denn hier ist es einfach, ungezwungen in alle Richtungen zu fragen und Trends und Probleme zu erkennen. Dann ist es ratsam einen genauen Blick in die branchenüblichen Fachmagazine zu werfen oder die klassische Internetrecherche zu Hilfe zu nehmen.

Aber: Bei letzterer Möglichkeit kann nie mit Sicherheit angenommen werden, dass alles Wichtige erfasst wurde, daher sollte das Internet nur einen Teil der Orientierungsbasis ausmachen.

• Strategie

Ist der grobe Überblick einmal da, ist es ratsam die Konkurrenz auf dem Markt genauer unter die Lupe zu nehmen: Welche Strategien verfolgen die Mitbewerber, welche Zielgruppen werden angesprochen und wie sieht das Leistungsportfolio der Anderen aus? Aus einer solchen Mitwerberanalyse können wertvolle Rückschlusse auf die eigene Strategie getroffen werden. Sinnvolle Strategien können z.B. kopiert werden, Mehrwerte, die Andere nicht haben, können zu einer Nischenstrategie führen oder als Alleinstellungsmerkmale (USPs – unique selling propositions) ausgebaut werden.

• Von der Geschäftsidee zur klaren Vorstellung

Im Idealfall entwickelt sich die Idee mit jedem weiteren Überlegungsschritt weiter. Das ist grundsätzlich positiv, da so auch immer wieder neue Ideen entstehen. Recht bald solltet Ihr nicht mehr nur Ideen generieren, sondern diese auch zu Papier bringen und genau durchdenken.

Dazu empfehle ich Euch folgende Fragen schriftlich zu beantworten:

  • Welches Produkt/ Dienstleistung ist Basis der Geschäftsidee?
  • Welche Zielgruppe(n) soll(en) angesprochen werden?
  • Welche Informationen gibt es über den Markt?Welche Mitbewerber gibt es?
  • Wie sehen die Leistungsportfolios der Mitwerber aus?
  • Welchen Mehrwert kann ich, gegenüber den Mitwerbern, bieten?

Diese Informationen geben die Basis für jedes weitere Handeln und erfahrungsgemäß sollte der Zeitaufwand für eine solche Erarbeitung nicht unterschätzt werden. Genau diese Fragen sind auch die Grundlage jedes Businessplans.

Tipp: Diese Fragen sind nicht nur für einen selbst wichtig, sondern können verkürzt auch als Präsentation der Geschäftsidee für zukünftige Partner oder Geldgeber verwendet werden.

Soviel zunächst zu der (hoffentlich) guten Idee und deren Ausarbeitung. Im nächsten Eintrag werden wir dann etwas genauer auf die einzelnen Bestandteile des Businessplans eingehen.

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Businessplan erstellen Step 2: Wozu dient er? Wer hilft mir?

Vor jeder großen Veränderungen im Unternehmen und am Markt, sei es die Gründung, sei es eine Neuprodukteinführung oder Expansion, wird geraten einen Businessplan zu erstellen.

Dies mag dem ein oder anderen von Euch als Zeitverschwendung erscheinen, weil die Geschäftsgründung klein oder das Neuprodukt scheinbar keine große Sache ist. Denkt man sich allerdings tiefer in den Markt und das eigene Angebot, und nichts Anderes ist für den Businessplan erforderlich, so kann man oft Punkte zutage fördern, die bisher noch nicht bedacht wurden.

• Wozu einen Businessplan?

Nach einer guten Idee, hilft der Businessplan mit detaillierten Fragen zu Markt, Mitbewerbern, Marketing und Kostenkalkulationen einen tiefen Einblick in die eigene Unternehmenssituation und den Markt zu erlangen, gibt damit Entscheidungsstabilität und hilft weitere Ideen zu fördern. Der Businessplan ist daher zunächst ein Fahrplan durch die eigene Start und Aufbauphase.

Tipp: Der Businessplan entwickelt sich genauso dynamisch wie das Unternehmen. Er sollte nicht statisch angelegt und vergessen werden, sondern kann immer wieder aktualisisert werden.

• Unternehmensinterne Festigung

Langfristig gesehen, dient der Businessplan als Orientierungshilfe für Unternehmer und Mitarbeiter, denn es werden die Ausrichtung des Unternehmens, Ziele und Strategien formuliert und es entsteht ein Leitsystem zur Unternehmensführung. Bei guter Pflege, kann der Businessplan nicht nur eine grobe Richtungsangabe sein, sondern hilft Soll-Ist-Vergleiche durchzuführen, Engpässe zu erkennen und eigene Ideen zu hinterfragen.

• Präsentation nach Außen

Richtig aufbereitet und grafisch aufgehübscht, kann der Businessplan auch als Unternehmenspräsentation für Kundenkontakte verwendet werden. Und nicht nur die Unterlagen an sich wirken: Wer einen Businessplan ausarbeitet, weiß auch entsprechend viel über den Markt, über die eigene Unternehmung, Ziele, Strategien und Kostenplanungen und muss so kein Gespräch scheuen, sondern kann, im Gegenteil, mit Wissen trumpfen. – Das überzeugt.

Wichtig ist dies für mögliche Geldgeber, die zunächst wissen möchten, ob die zu finanzierende Unternehmung auch auf festen, meint planungssicheren, Füßen steht. Schließlich muss man die Geldgeber mit überzeugenden Konzepten und schlüssigen Kostenplanungen von dem eigenen Erfolg überzeugen. Denn Geldgeber investieren nur dann, wenn belegt werden kann, dass das geliehene Geld samt Rendite auch erwirtschaftet und zurückgezahlt werden kann.

Um von einem Businessplan profitieren zu können, sind nach der Ideeausarbeitung zunächst Fragen zu der gewünschten Unternehmensform zu beantworten. Einen ersten Überblick für Kleingründungen kann hier der Artikel zu Selbstständigkeit neben Studium und Arbeit geben. Neben einer eigenen Recherche ist es allerdings sinnvoll sich an die entsprechenden Beratungsstellen für Gründer zu wenden, die bei allgemeinen Informationen ebenso wie bei spezifischen Fragestellungen helfen.

• Hier wird Dir geholfen

  1. Über das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie besteht ein enger Kontakt zu der KfW Mittelstandsbank, die unterschiedliche Förderprogramme für Neugründer etc. bietet. Hier bekommt man außer Förderkrediten bei Bedarf auch Beratung in Sachen Gründung und Gründungsfinanzierung.
  2. Für konkrete Ansprechpartner oder Gründerkurse gibt es in den meisten Großstädten auch Gründerzentren, Gründerinitiativen und natürlich bei der IHK, an die man sich wenden kann. Im Zweifelsfall erhält man die Kontakte z.B. über die Agenturen für Arbeit oder die Industrie- und Handelskammern vor Ort. Solche Gründerinitiativen beraten meist kostenlos und begleiten einen von der Konzeptentwicklung über den Businessplan bis zu den ersten Schritten des Unternehmens.
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Photo by Florian Klauer

Businessplan erstellen Step 3: Struktur und Erstellung

Kommen wir nun zum Wesentlichen; dem Businessplan selbst und wie man diesen anlegt.

Dass die Businessplanerstellung ziemlich aufwendig und zeitraubend ist, haben wir an anderer Stelle schon erwähnt. Hier könnt Ihr nun sehen, warum dies so ist. Viele wichtige Abschnitte des Businessplans erscheinen logisch und sind schnell aufgeschrieben. Legt man allerdings los, wird klar, dass hier intensive Recherche und Denkvermögen gefragt sind.

Tipp: Nicht den Businessplan an einem Abend erstellen wollen. Nehmt Euch drei oder vier Wochen Zeit und bearbeitet immer nur einen Abschnitt auf einmal, diesen dann aber ausführlich und ohne Zeitdruck.

• Umfang

Allein der Umfang eines Businessplanes macht es erforderlich, etwas mehr Zeit einzuplanen: Zwischen 10 und 30 Seiten kann dieser fassen, je nachdem wie komplex das Gründungsvorhaben und der Markt sind und welchen Anforderungen (z.B. Prüfung durch Geldgeber oder Banken) der Businessplan entsprechen soll. Weniger als 10 Seiten wirken unprofessionell, mehr als 40 oder 50 Seiten dagegen so, als könne man das eigene Vorhaben nicht auf den Punkt bringen.

Tipp: Schlüssig formulieren, aber haarkleine Details können ausgelassen werden. Sofern jemand vertieftes Interesse hat, wird er sich Zusatzinformationen aus einem persönlichen Gespräch holen.

• Format

Das Schreiben eines Businessplans ist eine anspruchsvolle Sache: Er sollte beschreibend genug sein, dass der Leser sich etwas unter den Themen vorstellen kann, aber auch fachlich korrekt und aufwendig formuliert, so dass Professionalität erkennbar wird. Beim Schreiben hilft es, sich vorzustellen, dass jemand aus einem ganz anderen Bereich den Plan liest und diesen trotzdem verstehen soll – der Leser soll immer an die Hand genommen werden.

Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, ob Euer Businessplan dies erfüllt, lasst einfach ein paar Freunde gegenlesen und beurteilen, wie interessant und verständlich das Thema ist.

Für einen schnellen Überblick sollte der Businessplan möglichst übersichtlich und gut untergliedert sein, denn nicht jeder liest sich das komplette Pamphlet durch. Außerdem rate ich ein gewisses Standardformat zu verwenden, das z.B. die Formatangaben: 12pt Schriftgröße, Zeilenabstand 1,5, Ränder mindestens 2,5 cm, einhält. Ein Inhaltsverzeichnis zu Beginn, sowie einheitliche Überschriften und Unterteilungen in thematische Absätze sollten für einen Businessplan selbstverständlich sein.

• Zusammenfassung

Zur groben Übersicht nutzen die meisten Interessenten zunächst die Zusammenfassung des Businessplans, die den Plan direkt einleitet. Hier werden alle wichtigen Punkte der Unternehmung, vor allem die Argumente, die für Kapitalgeber entscheidend sind, kurz und strukturiert abgebildet. Von der Zusammenfassung (Executive Summary) hängt es ab, ob der Rest des Businessplans überhaupt gelesen wird.

Tipp: Die Zusammenfassung als Letztes schreiben, da dann die wichtigen Punkte in den ausführlichen Kapiteln schon herausgearbeitet wurden und man nur noch zusammenfassen muss.

Nach dieser Zusammenfassung folgt der Businessplan einem ungefähren Aufbau, der zumeist diesem entspricht:

• Geschäftsidee

Hier werden folgende Punkte ausführlich aufbereitet:

  1. Idee (Was möchtest du tun?)
  2. Produktbeschreibung (Was bietest du an?)
  3. Management- bzw. Gründerteam (Wer wird in deinem Unternehmen tätig sein und welche Kenntnisse liegen vor?)
  4. Unternehmensform (Welche Rechtsform wird das Unternehmen haben?)

• Marktübersicht

Hier wird die eigene Unternehmung in den größeren Zusammenhang des Marktes gesetzt:

  1. Kunden (wen kann ich erreichen?)
  2. Konkurrenz (wer konkurriert mit mir um meine potentiellen Kunden und wie?)
  3. Standorte (welchen Standort kann ich nutzen?)

• Unternehmensplanung und -beurteilung

In diesem letzten Block geht es um die genaue Beurteilung der Unternehmenssituation, zukünftige Planungen und Finanzierungen:

  1. Chancen Risiken (Wie steht deine Unternehmung in Bezug auf den Markt da?)
  2. Marketing und Vertrieb (Wie bekommt der Kunde dein Produkt und welche Kommunikation zur Absatzförderung findet statt?)
  3. Finanzierung (Finanzaufstellung von Eigenkapital, Fremdkapital, Liquiditätsplan und Ertragsvorschau)
  4. Anhänge und Unterlagen

Genaue Beschreibungen der Kapitel und Ausfüll-Hilfen für einen Muster-Businessplan gibt es unter folgenden weiterführenden Links:

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4 Kommentare

  • […] künftige Jungunternehmer findet Hilfe bei der Erstellung seines Businessplans, bei der Beschaffung von notwendigem Startkapital, bekommt das nötige Rüstzeug, um Klippen bei […]
  • Richtig cooler Artikel. Ich finde das es Sinn macht einen Businessmodel CANVAS zu entwerfen bevor ich einen Businessplan schreibe. Hat sich bewährt.
  • Wichtig ist auch von Beginn an einen vertrauenswürdigen Steuerberater an seiner Seite zu haben. Das erspart einem nicht nur Zeit, sondern auch ganz ganz viele Nerven.

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