Bargeldloses Bezahlen immer weiter auf dem Vormarsch

Daniel Franke 24. Februar 2016 0
Bargeldloses Bezahlen immer weiter auf dem Vormarsch

Während in Dänemark schon fast niemand mehr Bargeld mit sich herumträgt, ist es in Deutschland noch an der Tagesordnung, kleinere Beträge mit Scheinen und Münzen zu bezahlen. Ein Thema ist der Datenschutz – viele haben Angst vor Überwachung. Doch der Trend geht klar hin zum bargeldlosen Bezahlen, gerade in den nächsten Jahren könnte sich hier viel tun.

bargeldlos Bezahlen Infos

Bild: Infografik zum Thema bargeldloses Bezahlen. Quelle: Eigene Darstellung

Die Dänen können schon gar nicht mehr anders. Bei einer Straßenbefragung der deutschen Welle sagte ein Passant sogar: „Ich habe eigentlich gar kein Bargeld mehr.“ In Dänemark geht inzwischen alles bargeldlos, selbst am Hotdogstand werden keine Münzen mehr zur Bezahlung verwendet. Der Hotdogverkäufer Andreas Sigsgaard weiß meist schon vorher, welches Zahlungsmittel seine Kunden verwenden. Die Touristen, so Sigsgaard, greifen zu ihrem Portemonnaie, während die Einheimischen die 40 Kronen durch die Bank mit ihrer Kreditkarte zahlen.

Dänemark und Schweden: Der Traum vom bargeldfreien Land

In Dänemark fördern Unternehmen wie das Drogeriemarkt-Unternehmen „Matas“ diese Entwicklung gerne. „Matas“-IT-Manager Thomas Grane: „Wir wollen das Bargeld loswerden.“ Dafür tut der Konzern viel und hat jetzt eine weitere Möglichkeit des schnellen, bargeldlosen Bezahlens in seinen Shops eingeführt. Mit der App „MobilePay“ von der „Danske Bank“, die schon ein Drittel aller Dänen installiert hat und nutzt, kann man den Barcode des gewünschten Produkts direkt im Laden scannen und direkt bezahlen. Die App eignet sich auch für das Begleichen kleinerer Schulden unter Freunden: Von Smartphone zu Smartphone sind auch kleinere Beträge schnell ausgetauscht.
Nur noch 25 Prozent ihrer Einkäufe zahlen die Dänen mit Bargeld – Tendenz: sinkend. Im Nachbarland Schweden ist man sogar noch weiter. Hier gibt es schon Läden, die überhaupt kein Bargeld mehr annehmen. Bis 2030 soll Schweden komplett bargeldfrei funktionieren. Dieses Ziel haben Politiker und Notenbanker gleichermaßen ausgegeben.

Bargeldlos

Bild: So sollen die Geldbörsen der Schweden schon bald aussehen: Völlig frei von Bargeld. Quelle: mikecphoto – 176841248 / Shutterstock.com

In Deutschland sieht die Welt noch ganz anders aus. Auch wenn die Zahlen zur Kreditkarten-Nutzung in den letzten Jahren klar gestiegen sind, werden immer noch vier von fünf Rechnungen in Deutschland mit Bargeld bezahlt! Das ist nicht nur deutlich mehr als in Schweden und Dänemark. Auch in Frankreich oder den USA wird nur rund halb so viel in bar bezahlt wie in Deutschland. Die USA sind dabei aber noch eines der wenigen Ländern, in denen pro Nase sogar noch mehr Bargeld im Umlauf ist wie in Deutschland.

Deutsche-Bank-Chef: Aus für Bargeld kommt in den nächsten zehn Jahren!

Deutsche-Bank-Chef John Cryan sagte dem Bargeld trotz alledem eine düstere Zukunft voraus und prognostiziert das Aus für Scheine und Münzen schon für die nächsten zehn Jahre. Für ihn ist Bargeld einfach „zu teuer und zu ineffizient“. Nützlich ist es aus seiner Sicht nur noch für Kriminelle und Geldwäscher, die mithilfe von Barem ihre Geschäfte besser verbergen können. Pawel Rychlinski, seines Zeichens General Manager Deutschland beim Kreditkartenanbieter Master-Card, schätzt die Kosten von Bargeld pro Einwohner und Jahr auf 150 Euro. Elektronische oder digitale Bezahlmöglichkeiten könnten diese Ausgaben überflüssig machen, so der Mastercard-Chef. Dass er diese Aussagen aus einer nicht ganz neutralen Position trifft, erklärt sich von selbst.
Die Bundesbank zum Beispiel widerspricht Cryans Aussage über die Abschaffung des Bargelds. Sie glaubt nicht an das Aus für die Scheine und Münzen in naher Zukunft, wie t-online.de berichtet. Bundesbankpräsident Jens Weidmann brach sogar eine Lanze für das Geld zum Anfassen: „Bargeld wird auch in Zukunft einige Vorteile haben. Es ist unabhängig von einer elektronischen Infrastruktur und deren Ausfallrisiken. Außerdem sind Bargeldzahlungen einfach und schnell.“ Letzterem Argument kann man sicherlich nur in beschränktem Maße zustimmen, sollen doch gerade die bargeldlosen Bezahlungsmittel genau diesen Effekt erzielen: Einfacher und schneller. Weidmann schränkt dann auch gleich selbst noch ein: „Klar ist, dass bargeldlose Zahlungen weiter an Bedeutung gewinnen werden.“

Kreditkartenumsätze in Deutschland

Bild: Umsätze mit Kreditkarten in Deutschland. Bildquelle: Eigene Darstellung

Wie die Statistik zeigt, sind gerade Kreditkarten stark auf dem Vormarsch. Die gefragtesten bargeldlosen Zahlungsmittel sind bei den Deutschen jedoch – noch – andere:

  1. Lastschrift (8,7 Mrd. Vorgänge pro Jahr)
  2. Überweisung (5,9 Mrd.)
  3. EC-Karten (2,6 Mrd.)

Kreditkarten auf dem Vormarsch – auch mit dem Smartphone kann man bald zahlen

Kreditkarten werden in den nächsten Jahren aber sicherlich zulegen und in die Top Drei vorstoßen. Viele kennen sich mit dem Thema bisher einfach viel zu wenig aus. Doch inzwischen gibt es einfache Wege, sich über die Möglichkeiten zur Anschaffung einer Kreditkarte zu informieren, zum Beispiel auf kreditkarte.net. Doch nicht nur das „Plastikgeld“ wird bald ähnlich wichtig sein wie in Skandinavien, auch das Bezahlen per Smartphone wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Deutschland durchsetzen.
So hat beispielsweise der Discounter Aldi seine Filialen schon so ausgerüstet, dass man mit dem Handy bezahlen kann. Lidl wird zum 1. Februar 2016 nachziehen. Jetzt kann man sein Smartphone einfach an ein Lesegerät an der Kasse halten und der zu zahlende Betrag wird abgebucht – bei Einkäufen unter 25 Euro braucht es nicht einmal mehr eine PIN oder eine Unterschrift.

bargeldloses Bezahlen

Bild: Bargeldloses Zahlen, zum Beispiel mit Kreditkarte, wird immer wichtiger. Quelle: dean bertoncelj – 123256873 / Shutterstock.com

Das Ganze funktioniert über die sogenannte NFC-Technik (NFC= Near Field Communication). Das Lesegerät baut hierbei eine Funkverbindung zum Smartphone des Kunden auf. Auf dem Handy muss zudem eine sogenannte Wallet-App installiert sein, vergleichbar mit dem dänischen „MobilePay“. Solche Apps werden von Mobilfunkanbietern wie zum Beispiel der Telekom („MyWallet“) oder Vodafone („SmartPass“) betrieben. In der App sind Ihre Zahlungsdaten hinterlegt, diese regelt dann den Geldtransfer. Die verschiedenen Apps im Vergleich gibt es bei chip.de.

Noch steckt die Technologie aber in den Kinderschuhen. So verfügen zwar manche der neuesten Smartphones schon über einen eingebauten NFC-Chip, doch das gilt längst nicht für alle. Wer keinen hat, muss sich extra einen NFC-Aufkleber fürs Smartphone bei seinem Mobilfunkanbieter besorgen. Umständlich ist auch, dass bei einigen Anbietern die SIM-Karte zunächst durch eine NFC-fähige SIM ersetzt werden muss. Hoffnung auf einfachere Lösungen setzen Experten in „ApplePay“, das der Elektronik-Konzern aus Kalifornien demnächst auch in Deutschland einführen wird – wann genau, ist allerdings noch nicht bekannt. Von ihm erhofft man sich, den Mobile-Payment-Systemen zum Durchbruch zu verhelfen.

Deutsche lieben ihr Bargeld – Bundesbank: Jedem Bürger sein Zahlungsmittel!

Für viele Bundesbürger geht aber nach wie vor nichts über das Bargeld. Viele fühlen sich damit sicherer und haben den Eindruck, ihre Ausgaben besser kontrollieren zu können. Mit bargeldlosen Verfahren, so das Gefühl vieler, geht ein Stück weit der Überblick verloren. Nach einer Studie der Bundesbank finden 65 Prozent der Deutschen, dass sie ihre Ausgaben mithilfe von Bargeld besser kontrollieren können. 43 Prozent finden das Bezahlen in bar sogar einfacher als die Kartenzahlung, rund 33 Prozent fühlen sich mit Bargeld sicherer.
Bargeld-Gegner halten dagegen: Was gibt es denn sichereres als eine Kreditkarte, die man bei Verlust sofort sperren kann, so der Tenor. Bargeld dagegen ist unwiederbringlich verloren, wenn man es verliert. Diese Argumentation hat aber noch längst nicht alle Deutschen überzeugt. Für die Bundesbank gilt jedenfalls das Credo „Jedem das seine“, wie Präsident Weidmann betont: „Wir wollen den Bürgern die Zahlungsart ermöglichen, die sie sich wünschen.“

Die Frage nach dem Datenschutz – Payback-System ist schlimmer als Kartenzahlung

Gerade beim Thema Datenschutz reagieren nämlich viele empfindlich, wenn es beispielsweise um Kartenzahlung geht. Dass die Bank genau weiß, wann und wo wieviel Geld ausgegeben wird, behagt manchen gar nicht. Dabei geben viele ihre Daten sogar freiwillig her, indem sie das vermeintlich praktische Payback-System nutzen. Seit 15 Jahren gibt es die beliebte Karte, mit deren Hilfe Kunden beim Einkauf Geld sparen können und für ihre Treue beim bevorzugten Supermarkt mit schönen Sach-Prämien belohnt werden. Das System hat allerdings einen Haken: Die Supermärkte können genau nachvollziehen, was wer wann kauft. Die Privatsphäre wird also bereitwillig aufgegeben und das für eine Hand voll Vergünstigungen.

Im Gegensatz zum Payback-System wissen Banken bei Kreditkartenzahlungen nur wo etwas gekauft wurde, wann es gekauft wurde, und wie viel es gekostet hat – nicht aber, was sich im Einkaufskorb befindet. Das ist vielen Deutschen aber schon zu viel der Kontrolle, weshalb sie im Zweifel lieber bar zahlen. Der Däne in der Fußgängerzone kann das nicht nachvollziehen und rät: „Man muss den Banken vertrauen und ein Auge darauf haben.“ Vielen Deutschen fällt das nicht so leicht. Sie werden in den nächsten Jahren umdenken müssen.

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