Arbeiten ohne Büro – Virtual Office im Coworking Space oder doch ein festes Büro?

Julian Moeser 27. März 2014 8
Arbeiten ohne Büro – Virtual Office im Coworking Space oder doch ein festes Büro?

Arbeiten, wann und wo man will – ein tolle Vorstellung von einer Situation, von der viele Angestellte träumen. Doch hat ein Virtual Office nicht zwingend nur Vorteile. Wir haben es selbst ausprobiert und uns ein Bild verschafft.

Warum eigentlich Coworking? – Von Freiheit, Raum und Flexibilität

In der heutigen Zeit ist alles stets im Wandel. Sowohl zeitliche, als auch räumliche Flexibilität sind zu einem „Must-Have“ im Arbeitsalltag geworden.
Das gilt auch (und insbesondere) für Freelancer, da ein großer Teil von ihnen im digital-kreativen Sektor tätig ist. Mehr als ein internetfähiges Endgerät und ein HotSpot sind meist nicht nötig – zumindest in der Theorie. Denn hier und da tauchen ein paar berechtigte Fragen auf:

  • Welche Arbeitsatmosphäre schränkt mich in meiner Kreativität nicht ein und bietet mir trotzdem die Möglichkeit störungsfrei und produktiv zu arbeiten?
  • Rechnet sich für mich ein eigenes Büro?
  • Welche Alternativen gibt es?

Vorab sei gesagt: Die perfekte Antwort auf die Frage nach dem geeigneten Arbeitsplatz kann sich nur jeder selbst geben. Sicherlich gibt es etliche Möglichkeiten, seinen Arbeitsplatz variabel zu gestalten. Trotzdem möchten wir Ihnen im Folgenden eine Variante vorstellen, die in Deutschland immer mehr Beliebtheit erfährt: Der Coworking Space.

Übersetzt man den Begriff ins Deutsche würde er wohl „Zusammenarbeitsplatz“ heißen. Und diese Bezeichnung passt sehr gut, denn an sich ist ein Coworking Space eben genau dies: eine Location, an der man mit mehreren Leuten zusammen arbeitet. Dabei ist es völlig unterschiedlich, wer für welche Firma arbeitet, bzw. in welchem Bereich.
So kann es passieren, dass ein Grafik-Designer neben einem Blog-Texter sitzt, ein Journalist neben einem Marketing-Experten und der Berater neben dem Programmierer.
Und wahrscheinlich ist es genau dieser Reiz, der den Trend zum coworking so vorantreibt, denn es gibt immer mehr Coworking Spaces.

Von fix bis flex – Welche Coworking Modelle gibt es?

In den USA gibt es bereits ca. 800 Coworking Spaces. Und sie finden sich mittlerweile auch in fast jeder größeren deutschen Stadt. Ebenso so zahlreich sind die dahintersteckenden Geschäftsmodellemodelle. Jedoch beruhen alle auf dem selben Prinzip: Es gibt einen Ort, an dem alle zusammen arbeiten. Sei es an großen Gruppenarbeitstischen, einzelnen Arbeitsplätzen in einem Raum oder kleinen Séparées in einer großen Halle. Meist sind auch ein bis zwei Meeting- bzw. Konferenzräume vorhanden, die den Mitgliedern des Spaces unter bestimmten Konditionen zur Verfügung stehen.

Im Hamburger Schanzenviertel beispielsweise steht das betahaus, einer der bekanntesten Coworking Spaces. Dort gibt es verschiedene Member-Modelle – von dem 1-Day-Member (17,- Euro) bis hin zur Premium Mitgliedschaft mit eigenem Schreibtisch. Am beliebtesten scheint jedoch das 50€ Flatrate Angebot zu sein, bei dem es – ähnlich wie im Fitnessstudio – keinen Anspruch auf einen Platz gibt, aber man dafür so oft wie man möchte coworken kann. Eine ideale Lösung für alle, die „ab und zu“ mal aus dem Homeoffice raus müssen.

Ein weiterer bekannter Coworking Space ist der EDELSTALL aus Hannover, nicht zuletzt da sich der diesjährige FastBill-CeBIT Stand auf der Gemeinschaftsfläche des EDELSTALLS befand. Neben Hamburg und Hannover haben wir auch bereits selbst in Frankfurt gecoworked. Bei „Die Zentrale“ in Frankfurt trifft man „Café-Atmosphäre gepaart mit der Ruhe eines Arbeitsraums, die gemeinschaftliches Arbeiten fördert und Netzwerke entstehen und wachsen lässt“.

Die Community steht im Vordergrund

Was einen Coworking Space so besonders macht ist die Community, also der Austausch untereinander. So vielfältig wie die Menschen in einem Coworking Space sind, so spannend ist auch der Austausch untereinander. Viele Coworking Spaces bieten dafür auch die passenden Plattformen, wie z.B. hier beim wöchentlichen „betabreakfast“ in Hamburg.

Coworking

FastBill mischt sich unter die beta-Community

Coworking heisst „zusammen arbeiten“

Coworking Spaces werden mittlerweile gerne auch von denen besucht, die dort nicht täglich arbeiten. Denn auch für Workshops, Vorträge oder kleine Konferenzen eignen sich die Räume sehr gut. Neben neuen und erfrischenden Locations bekommt man hier gleich eine gewissen Reichweite z.B. für eigene Workshops mit dazu. Auch wir haben bereits Workshops in Coworking Spaces in Berlin, Köln, Hamburg, München und wie hier, in Hannover gehalten, und werden das auch sicher wiederholen.

Coworking

Christian beim FastBill Workshop im Edelstall Hannover

Neben den FastBill Workshops veranstalten alle Coworking Spaces natürlich auch andere regelmäßige Events zu Themen wie Start-Up, Online-Marketing und vielem mehr.

Eine annähernd vollständige Übersicht aller Coworking Spaces in Deutschland findet Sie hier. Eine europäische Liste mit Coworking Spaces in Europa ist hier zu finden.

Alles in allem sind Coworking Spaces eine tolle Möglichkeit an einem anderen Ort zu arbeiten ohne festes Büro. Allerdings müssen auch Kompromisse eingegangen werden. Hier ein kleine Übersicht:

Vorteile

• Man spart sich die Miete für ein eigenes Büro

• Durch die Zusammenkunft vieler Arbeitsbereiche kommt es zu einem inspirierenden Austausch unter den einzelnen Mitgliedern des Spaces

•  Es fällt leicht ein Bereichsübergreifendes Netzwerk aufzubauen

• Durch diverse Events kommt man mit immer neuen Personen in Kontakt und bekommt einen Einblick in verschiedene Themengebiete

•  Als Freelancer muss man nicht zuhause alleine im Homeoffice sitzen und darauf warten, dass einem die Decke auf den Kopf fällt

Nachteile

• Wenn man nicht direkt in einer größeren Stadt wohnt hat man immer eine An- und Abfahrtszeit, die man im Homeoffice bereits als Arbeitszeit nutzen könnte

• Die anwesenden Coworker im Coworking Space können dafür sorgen, dass man schnell abgelenkt wird und den Fokus auf die eigentliche Arbeit verliert, darunter leiden sowohl Produktivität, als auch Kreativität

• Erfahrungsgemäß fällt das Telefonieren in einem Coworking Space eher schwer, da meist alle ungewollt zuhören. Hier hilft nur die Flucht vor die Tür

• Nicht jeder möchte seine Arbeitsutensilien unbeobachtet in einem offenen Raum während der Mittagspause liegen lassen

Unser Fazit

Für viele Freelancer, Selbständige und kleine Unternehmen ist ein Coworking Space sicherlich eine lohnende Alternative zum Homeoffice, zumindest aber eine gute Ergänzung. Jedoch sollte man sich über die Vor- und Nachteile im Klaren sein. Aus unserer Erfahrung tut eine Mischung aus Homeoffice und Coworking Space durchaus gut.

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8 Kommentare

  • […] arbeiten in Cafés, in Co-Working-Spaces, sogar an exotischen Stränden: immer mehr Digitale Nomaden verabschieden sich vom klassischen 9-5 […]
  • […] arbeiten in Cafés, in Co-Working-Spaces, sogar an exotischen Stränden: immer mehr Digitale Nomaden verabschieden sich vom klassischen 9-5 […]
  • Ich denke, dass sich die CoWorking-Spaces noch weiter spezialisieren werden. Nicht jeder möchte in die nächste Großstadt fahren (morgens nach Düsseldorf rein - schon die erste Stunde im Stau gestanden). Und nicht jeder möchte in einem Großraumbüro sitzen. Soziale Kontakte ja, aber bitte mit Arbeitsatmosphäre und nicht als reine Quatsch-Bude.

    Ich werde in meinem neu gegründeten Business Center in Mülheim/Ruhr jetzt ein oder zwei Räume als CoWorking-Räume anbieten. Da sich das Haus (denkmalgeschützt übrigens, mit hohen Decken und Holzdielen!) auf der Düsseldorfer Straße in Saarn befindet, kann man zum Quatschen auf die andere Straßenseite in den Biergarten oder das Bistro gehen ;-)

    Wer Interesse hat: http://www.business-center-saarn.de" title="CoWorking im Business Center" rel="nofollow">http://www.business-center-saarn.de>

    Viele Grüße
    Jürgen
  • Das Thema ist und bleibt interessant, wir haben iButler.me teilweise im Coworking Space: GarageBilk ( http://www.garagebilk.de/ ) entwickelt. Dieser befindet sich in Düsseldorf und ist dort einer der "ersten".

    Nun testen wir das "Tectrum" in Duisburg und berichten später bei un sim Blog darüber. Sollte viel mehr dieser Spaces geben.

    PS: Danke für den tollen Artikel :)
  • Hey....

    wenn ihr Lust und Zeit habt und gerade in Belrin, Hamburg oder München seid, kommt doch gern bei uns vorbei und schaut euch unsere Coworking Desks an.

    Die Adressen findet ihr hier: www.satelliteoffice.de

    Bis später...?!?
    LLiebe Grüße
  • Ich denke auch, dass es einfach eine Frage der persönlichen "Vorliebe" ist. Arbeitet man lieber im Team so ist das sicher eine gute Sache und ich denke auch sehr schön weil man sich immer wieder mal austauschen kann, sodass man viele neue Ideen entwickeln kann auf die man so vielleicht nicht gekommen wäre ;) Ganz auch mein Homeoffice verzichten könnte ich allerdings nicht, da ich auch einfach mal Tage habe an denen ich mich einige Stunden verkrieche und so meine Arbeit ganz in ruhe erledigen kann ;)

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