5 Tipps zur Investorensuche für dein Startup

Ingrid Danner 31. Mai 2017 0
5 Tipps zur Investorensuche für dein Startup

Der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, ist, diese zu lieben“ – dieses Zitat von Steve Jobs gibt einen tiefen Einblick in die Geschäftswelt und ist nicht selten ein Mantra für Startups. Oftmals mangelt es Startup-Unternehmen jedoch gar nicht am Eifer und der Begeisterung, sondern am Geld. Doch wie lässt sich ein guter Investor finden und was ist darunter eigentlich zu verstehen?

Bild über die Planung eines Startups

Quelle: Rawpixel.com – 210599638 / Shutterstock.com

Im Deutschen Startup Monitor 2016 sind insgesamt 1.224 Startups enthalten, deren Daten ausgewertet wurden. Auch wenn dies nicht die gesamte Startup-Szene abbildet, zeigt es doch sehr eindrucksvoll, dass hierzulande innovative Unternehmen keine Seltenheit mehr sind. Alles beginnt mit einer guten Idee für ein Produkt oder einer Dienstleistung. Es wird darüber diskutiert und die Idee entwickelt sich mit jedem Tag weiter, bis sich irgendwann der Übergang von der reinen Idee zu einem Geschäftsmodell vollzieht.

Eine der wichtigsten Fragen ist in diesem Zusammenhang jedoch immer: Wie soll das Ganze finanziert werden? Sehr viele Unternehmen benötigen zumindest für den Anschub finanzielle Ressourcen. Wenn diese nicht aus dem eigenen Vermögen kommen, beginnt die Suche nach passenden Investoren. Doch in diesem Bereich können sich schnell Hürden ergeben, die vorher gar nicht als solche eingestuft werden.

1. So lernst du gute Investoren für dein Startup kennen

Bevor sich die Unternehmer hinter einem Startup auf die Suche nach dem passenden Investor begeben können, sollte zunächst klar sein, wo sich besagte Personen überhaupt treffen lassen. Diesbezüglich existieren verschiedene Möglichkeiten:

Quelle Erklärung Möglich, wenn...
Beziehungen Die Empfehlungen eines Unternehmers aus den eigenen Businesskontakten ist bei der Investorensuche Gold wert. Auf diese Weise,lässt sich die Suche relativ einfach gestalten. … die Startup-Gründer bereits über ein gutes und vor allem großes Netzwerk an Businesskontakten verfügen.
Branchenevents Die eigene Branche veranstaltet Messen oder
andere Events? Diese stellen das ideale Umfeld für fruchtbare Gespräche mit potenziellen Investoren dar.
… in der jeweiligen Branche entsprechend große Events durchgeführt werden.
Startup-Konferenzen Startup-Konferenzen haben mitunter sogar das ausgemachte Ziel, Investoren und Startup-Gründer zusammenzubringen. Somit sind
solche Events maßgeschneidert für die Investorensuche.
… das eigene Startup bereits ein gutes Konzept und einen überzeugenden Businessplan aufweist.
Business-Netzwerke Es gibt deutlich mehr Business-Netzwerke als XING oder entsprechende Gruppen bei Facebook. Entsprechende Netzwerke setzen dabei auch eher auf persönliche Kontakte und regelmäßige Treffen. Auch hier ist die
Investorensuche mitunter recht einfach.
… die Bereitschaft besteht, das Netzwerk aktiv mitzugestalten.
Businessplan-Wettbewerbe Bei einem Businessplan-Wettbewerb bewerben sich verschiedene Startups mit ihren Businessplänen. Die besten Vorschläge können zum einen ein Preisgeld gewinnen und erringen auch die Aufmerksamkeit
potenzieller Investoren.
… der eigene Businessplan gut durchdacht und damit wettbewerbstauglich ist.

2. Die richtige Art von Investor für dein Startup finden

Es gibt mittlerweile auch hierzulande viele Investoren, die ihr Kapital durch eine lohnende Beteiligung vermehren möchten. Die Vielzahl an Investoren lässt sich in verschiedene Gruppen einteilen, die jeweils eigene Strategien mit ihrem Investment verfolgen:

a) „Inkubatoren“ und „Company Builder“

Inkubatoren können sowohl Einzelpersonen als auch sogenannte Gründungszentren sein, die den Startups von Beginn an zur Seite stehen. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Unterstützung, sondern auch um die Ideenfindung und die Entwicklung eines Businessplans. Nicht selten coachen Inkubatoren potenzielle Gründer und stellen ihnen sogar Büroflächen zur Verfügung. „Company Builder“ agieren ähnlich, jedoch entwickeln diese im Normalfall bereits eine komplette Geschäftsidee und suchen dafür entsprechende Unternehmer.

b) „Business Angels“

Business Angels sind vermögende Privatpersonen, die nicht selten selbst als Unternehmer fungieren. Sie steigen bereits in der Frühphase in das Unternehmen ein und stehen den Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Darüber hinaus bringen sie auch das nötige Wagniskapital mit. Im Gegensatz zu Inkubatoren wollen Business Angels jedoch bereits ein Konzept und eine Idee sehen, welches sie überzeugt. In solchen Fällen sind die Investoren eine echte Verstärkung für die Entwicklung des Startups. Das Engagement von Business Angels wird zudem auch noch staatlich gefördert.

c) Venture -Capital-Gesellschaften

Venture-Capital-Gesellschaften agieren ähnlich wie Business Angels und stellen Startups Wagniskapital zur Verfügung. Darüber hinaus bieten sie auch beratende Dienstleistungen an. Der Unterschied liegt in der Institutionalisierung, da Beteiligungen für entsprechende Gesellschaften das Geschäftsmodell darstellen. Dies sorgt für eine besonders gute Organisation, lässt im Gegenzug jedoch auch wenig Spielraum für individuelle Vereinbarungen. Venture-Capital vergeben dabei sowohl Gesellschaften in privater Hand als auch Beteiligungsgesellschaften der KfW und anderer Förderbanken.

d) Accelerator

Ein Accelerator-Programm bietet einem Startup zeitlich stark begrenzte aber dafür sehr intensive Hilfe. Eine eher kleine Anschubfinanzierung wird dabei von intensivem Coaching sowie Co-Working-Space flankiert. Ziel ist es dabei, die Geschäftsidee möglichst schnell und erfolgreich umzusetzen. Ein Accelerator ist somit also ein Wachstumsbeschleuniger für Startups, deren Konzeption und Produktidee vollständig entwickelt sind.

Infografik zu Startups

Infografik: Startups und Investoren – Zahlen und Fakten

3. Auf den Pitch entsprechend vorbereiten

Sollte ein Kontakt mit einem potenziellen Investor zustande kommen, muss dieser im nächsten Schritt von der Idee überzeugt werden. Gerade Business Angels und VC-Gesellschaften achten hier vor allem auf die folgenden Aspekte:

- Fundierte Idee: Ist das Geschäftsmodell eines Startups fundiert? Nur sinnvolle und langfristig tragbare Ideen können am Ende Gewinne erzielen und dem Investor somit eine entsprechende Rendite bescheren. Aus diesem Grund wird dieser sich den Businessplan genau anschauen. Darin sollte deshalb nachvollziehbar sein, welche Zielgruppen angesprochen werden, wie groß und nachhaltig der Markt ist und welches Potenzial das jeweilige Produkt in diesem Markt aufweist. Sorgfalt und belastbare Planung sowie klare Zielsetzungen für die Zukunft sind hierbei das A und O!

- Innovation: Hat die Geschäftsidee tatsächlich einen Innovationscharakter? Eine weitere Frage für Investoren, denn nur durch echte Innovationen lässt sich Disruption auf dem Markt erzeugen, um Wettbewerbsvorteile zu erhalten. In diesem Zusammenhang ist auch eine genaue Skizzierung der geplanten Forschung und Entwicklung sehr wichtig, um die Aufrechterhaltung des Innovationspotenzials zu zeigen.

- Exit-Szenarien für Investoren: Ein Investor investiert Geld und Know-how in ein Startup-Unternehmen, um seine Investition später mit einem satten Gewinn wieder herausziehen zu können. Zu diesem Zweck sollten Gründer einem Investor bereits zu Beginn mehrere Exit-Szenarien vorschlagen und die Bedingungen verhandeln.

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4. Nicht aus Not irgendeinen Investor wählen

Die Suche nach Investoren kann mitunter sehr lange dauern, da es wichtig ist, einen wirklich passenden Partner mit ins Boot zu holen. Dies macht eine gute Planung entscheidend, da ansonsten schnell Notsituationen entstehen können, in denen der erstbeste Investor gewählt wird. Sollte sich die sorgfältige Suche verzögern, stehen auch noch andere kurzfristige Finanzquellen zur Verfügung. Sofortkredite beispielsweise sollten jedem Startup-Gründer ein Begriff sein und können zur Überbrückung von kurzfristigen Engpässen sehr hilfreich sein. Langfristig sollte die Suche nach einem Investor jedoch Vorrang haben, da das Know-how und die Beziehungen durch den neuen Partner normalerweise fast unbezahlbar sind.

5. Nicht aufgeben

Leider kommt es bei der Investorensuche auch immer wieder einmal zu Rückschlägen. Davon sollten sich Startup-Gründer jedoch nicht unterkriegen lassen. Es gibt einfach sehr viele Faktoren, die für den Erfolg eine Rolle spielen. Dazu gehört neben einer guten Vorbereitung und einer entsprechenden Geschäftsidee auch einfach etwas Glück. Aus diesem Grund sollten Gründer für die Suche bis zu 6 Monate einplanen und sich vorher keinesfalls entmutigen lassen.

Fazit

Startups verheißen Innovationen, künftigen Erfolg und Arbeitsplätze. Doch gerade der Start ist für viele Startup-Gründer äußerst schwierig. Aus diesem Grund kann die Unterstützung durch einen passenden Investor eine wirklich große Hilfe darstellen.

Bevor es jedoch zu einer erfolgreichen Kooperation kommt, müssen Gründer ihre Hausaufgaben machen. Die eigene Geschäftsidee sollte belastbar sein und zudem auch einen kleinen Einblick in eine mögliche Zukunft eröffnen. Wer dies beachtet, bei der Investorensuche zudem die richtige Art Investor anspricht und seine Ideen gut verkauft, wird am Ende auch bei der Investorensuche erfolgreich sein.

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