Das bürolose Büro – 5 Gründe, warum der feste Arbeitsplatz ausgesorgt hat

Wo arbeiten Sie jetzt gerade? Im Büro, in einem Coworking Space oder zu Hause auf der Couch? Erst kürzlich schrieben wir über die Gründe für das bis heute so selten gelebte papierlose Büro. In diesem Beitrag wollen wir uns weniger dem Thema Papier, sondern dem Standort des Arbeitens widmen das klassische Modell des festen Büroplatzes in Frage stellen.

Hintergrund: Warum den festen Arbeitsplatz überhaupt in Frage stellen?

Längst ist der Grundstein für das mobile Arbeiten gelegt. Kaum ein Mensch besitzt heute nicht ein Gerät, mit dem er jederzeit und von unterwegs online sein kann. Und in vielen Unternehmen wird das mobile Arbeiten bereits erfolgreich praktiziert. Egal ob Startup oder etabliertes Unternehmen, die Arbeit vom Küchentisch unterscheidet sich nach außen wohl kaum von der im Büro. Was vor Jahren noch undenkbar war, ist heute längst Realität. Denn egal ob Smartphone, Tablet oder Laptop, mobil sein gehört heute einfach dazu. In der Bahn, im Café, sogar im Urlaub… Das und die immer häufigere Verbreitung von Home-Office Arbeitsplätzen oder flexiblen Büroräumen wie Coworking Spaces dürften diesen Trend unterstreichen.

Erst kürzlich hatten wir die Gelegenheit, uns im betahaus Hamburg mit Mitarbeitern eines großen Konzerns über den temporären Arbeitsplatzwechsel für einen Tag auszutauschen. Als Gründe wurden Argumente wie “freies Arbeiten” und “Kopf frei bekommen” genannt… Ein Pluspunkt also für das Arbeiten an einem anderen, temporär neuen Ort. Was für viele noch ein Privileg ist, können vor allem kleine Unternehmen und Freelancer hingegen schon fast uneingeschränkt ausleben. Der feste Arbeitsplatz hat ausgesorgt, sagen viele. Und auch wir glauben, dass der feste Arbeitsplatz, wie er vor 10 Jahren noch normal war, es heute nicht mehr ist.  Hier sind 5 Gründe, warum der feste Büroplatz ausgesorgt hat:

1. Arbeit findet digital und online statt

Wenn wir ehrlich sind, dann findet kaum ein Anwendungsfall im täglichen Büroalltag noch “offline” statt. Briefe, Vereinbarungen, Projekte, Zusammenarbeit, Termine…. Sogar die lokale Ordnerstruktur und klassische Werkzeuge wie Word und Powerpoint werden nach und nach durch online Werkzeuge wie z.B. Google Docs und Outlook.com abgelöst.

2. Die Infrastruktur ist längst vorhanden 

Wer unterwegs arbeiten möchte, der kann das heute problemlos und vor allem günstig tun. Denn alles, was dafür nötig ist, ist vorhanden: Laptop, schnelle und mobile Internetverbindungen (z.B. via UMTS oder LTE), Software. Das Telefon mit der lokalen Festnetznummer muss nicht mehr im Büro oder am Standort stehen, sondern kann dank Voice-over-IP (VoIP)-Telefonie überall sein. Man könnte also auch problemlos aus dem Urlaub über die App eines VoIP-Anbieters von der Festnetznummer anrufen, ohne den Anschein zu erwecken, man sei nicht im Büro. Wem das noch nicht genug ist, denn kann sogar auf virtuelle Bürodienste zurück greifen und sich ganz professionell vertreten lassen.

3. Die Cloud dient als zentrale Informations- und Datenquelle

Seit vielen Jahren ist die E-Mail bereits Standard für informelle und teilweise formelle Kommunikation. Nachrichten werden bereits seit Jahren zentral auf E-Mail Servern gespeichert und so von mehreren Geräten lesbar gemacht (via IMAP). Mittlerweile hat sich dieses Prinzip unter dem Namen “Cloud” auch für fast alle Bereiche von Business-Anwendungen etabliert. Gängig sind hier heute zwei Modelle. Entweder wird für eine lokal installierte Software eine online Datenspeicherung angeboten (Hybrid), oder die Anwendung selbst läuft vollständig online (Software as a Service), wie z.B. auch FastBill. Der Computer als “Arbeitsgerät” hat damit zwar nicht ausgesorgt, aber ist deutlich leichter ersetzbar geworden. Außerdem ist die Arbeit von verschiedenen Geräten möglich, der feste Computer am Arbeitsplatz ist also nicht mehr nötig.

4. Flexible Arbeitsplätze sind günstiger

Wer flexibel arbeiten kann, kommt günstiger mit einem flexiblen Arbeitsplatz weg. Ein Argument, was vor allem für kleine Unternehmen und Freelancer nicht zu vernachlässigen ist. Auch, wenn es nicht das Homeoffice ist, kann gespart werden. Gängige Modelle sind z.B. das “Shared Office”, bei dem sich mehrere Unternehmen eine Fläche teilen, oder “Startup Hubs” wie in Berlin oder Köln, die auf Synergien mehrerer innovativer Unternehmen auf engem Raum setzen. Ein paar Zahlen belegen dieses Argument schnell: ein Vollzeit Coworking Space kostet im Betahaus Hamburg z.B. nur 250€ / Monat. Ein ganzer Team-Arbeitsplatz für bis zu 6 Personen wird hier sogar für nur 1000€ angeboten und liegt damit weit unter den durchschnittlichen Mietkosten für ein “richtiges” Büro, Reinigungskosten und Kaffeemaschine inklusive.

5. Zeitersparnis und Kommunikation 

“Zeit ist Geld” ist ein weit verbreiteter und alt-bekannter Spruch, der so häufig als Erklärung für Hektik und Chaos verwendet wird. Ganz unsinnig ist das nicht, aber die Geschwindigkeit spielt eigentlich nur auf der Ebene der Kollaboration eine wichtige Rolle. So geht es vor allem darum, Informationen schnell mit Partnern, Kunden oder dem Team austauschen zu können und “abzuarbeiten”, anstatt die Wegzeit ins Büro zu verkürzen. Was nützt es, schnell noch ein Angebot oder eine Rechnung zu verschicken, wenn die Antwort, bzw. der Geldeingang ohnehin erst in 4 Wochen kommt. Der “Weg” wird nicht nur dank gemeinsamer Arbeitsplätze, sondern vor allem auch durch neue, kollaborative Möglichkeiten beschleunigt, die das heutige Arbeiten neu gestalten. Ja, auch wir tragen unseren Teil dazu bei. Die Funktion Online Rechnung ermöglicht beispielsweise eine Transparenz und Schnelligkeit, wie sie mit bisherigen Methoden nicht möglich war.

Was meinen Sie? Ist das bürolose Büro wirklich möglich? Wie sieht es in Ihrem Unternehmen mit flexiblen Arbeitsplätzen aus?




8 Antworten auf Das bürolose Büro – 5 Gründe, warum der feste Arbeitsplatz ausgesorgt hat

  1. hi christian,
    deine punkte sind richtig, aber du solltest eine sache nicht vergessen. die produktivität. co-working und großraum offices sind super social, aber man kann auf jeden fall produktiver arbeiten ;)

  2. Hi Philipp,

    das stimmt. Selbstbestimmtes Arbeiten erfordert auch eine hohe Disziplin um produktiv zu bleiben. Ein festes Büro kann ja auch andere Vorteile haben, und extreme Formen von freiem Arbeiten (z.B. immer nur von Café zu Café rennen) funktioniert vermutlich auch nicht so gut. Auf der anderen Seite stehen aber Austausch, Feedback und Inspiration mit Menschen an öffentlichen Büroplätzen…auch wichtig. Am Ende muss jeder für sich selbst den richtigen Mittelweg finden. Aber möglich ist eben alles…
    Gruss
    Christian

  3. Hallo Christian,

    in meinem Job ist es durchaus mal so, dass ich eine Woche in Berlin oder London vor Ort beim Kunden als Screendesigner arbeite. Dabei konnte ich ein Phänomen beobachten, das auch bei jedem unserer Büro-Umzüge bemerkbar war: 1. die Umgebung (architektonisch und sozial) hat einen extremen Einfluss auf meine Arbeit und b) muss ich mich mindestens zwei Tage eingewöhnen, bis ich meine volle Leistung bringe. 2006-2008 habe ich sehr viele Freelance Jobs gemacht und war ca. 50% meiner Zeit vor Ort. Ich habe über die stationären Rechner meiner Kollegen gelacht und sie Insgeheim als Aussterbende Spezies betrachtet. Heute schätze ich meinen festen Arbeitsplatz im Büro, inklusive ergonomischem Stuhl. Auch wenn ich diesen Kommentar hier gerade am IPhone Zuhause auf dem Sofa schreibe: best of both worlds, zumindest für mich.

    Gruß,
    Oliver

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  5. In Essen gibt es das Unperfekthaus. Ein Ort zum kreativen Arbeiten für Künstler, aber auch für Existenzgründer. Der Tagespreis beträgt ca. 8 Euro und Getränke, WLAN etc. sind mit drin. Tolles Beispiel, sollte es in jeder Stadt geben.

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  8. Hallo Christian,

    auch ich habe einen festen Arbeitsplatz mit ergonomischem Stuhl. Das ist für mich sehr angenehm, wobei etwas Abwechslung die produktivität fördert. In Cafés zu arbeiten halte ich nicht unbedingt für sinnvoll, zumindest nicht ständig. Auch im Sommer jeden Tag in den Park zu gehen, kann nicht sehr förderlich für die eigene Produktivität sein.
    Ein Schreibtisch in einem professionellen Umfeld, Stromanschluss und Wlan sollten es schon sein, zumindest wenn längerfristig und/oder häufiger mobil gearbeitet wird. Dafür ist ein Coworking-Space genau das Richtige. Auch die Sache mit der Selbstdisziplin fällt hier leichter als beim Arbeiten von zu Hause aus, wie ich finde.

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