Unternehmens (-gründungs)förderung

1. Einleitung
Der heutige Artikel befasst sich mit einem Thema, das gerade für Start ups von größtem Interesse ist: Unternehmensförderung im Allgemeinen und Förderung von Unternehmensgründungen im Speziellen.

Einmal im Jahr befragt das Beratungshaus Ernst & Young internationale Manager zur Attraktivität der Wirtschaftsstandorte Europa und Deutschland. Dabei kommt Deutschland gut weg: Als einziges westeuropäisches Land erreichte es 2008 einen Spitzenplatz unter den Top Ten und wird außerdem als eines der innovativsten Länder der Welt eingeschätzt – eine Tatsache, die man als Start up gewinnbringend für sich nutzen sollte. Wie das gehen kann, auch ohne reiche Eltern, das eigene nötige Kleingeld oder die jahrelange Berufserfahrung, erfahrt Ihr in diesem Artikel, der sich näher mit den Themen Gründerwettbewerbe, Business Angels und Venture Capital Beteiligungen beschäftigt.



Gerade in Krisenzeiten braucht ein Land Gründer mit guten Ideen und interessanten Technologien. Momentan ist es gleich aus mehreren Gründen attraktiv, ein eigenes Unternehmen aufzubauen: Mieten sind günstiger, die Konkurrenz ist kleiner, gutes Personal ist leichter zu finden und der Wettbewerb ist überschaubarer.
Eine gute Idee zu haben reicht allerdings bei weitem nicht aus, um Erfolg zu haben und sich auf dem Markt zu etablieren und vor allem bestehen zu können. Einen Partner an der Seite zu haben, der einen nicht nur finanziell, sondern auch fachlich unterstützt, kann da manches vereinfachen. Und hier gibt es dann gleich mehrere Möglichkeiten…

2. Gründerwettbewerbe
Gründerwettbewerbe sind eine gute Möglichkeit, die eigene Geschäftsidee vor einem großen Publikum zu präsentieren, Expertentipps zur Verbesserung des Businessplans zu erhalten und wichtige Kontakte zu Kapitalgebern, potenziellen Partnern oder Kunden zu knüpfen. Die Gewinner werden in den meisten Fällen sowohl fachlich als auch finanziell unterstützt. Sollte das Unternehmen dann tatsächlich ein Erfolg werden, hat auch der Geldgeber etwas davon.
Zahlreiche bundesweite, regional ausgerichtete bzw. spezialisierte Gründerwettbewerbe oder auch Businessplan-Wettbewerbe bieten potenziellen Gründern Möglichkeiten, unter Hilfestellung der jeweiligen Wettbewerbsausrichter aus ihren innovativen Geschäftsideen tragfähige Geschäftskonzepte zu entwickeln. Nicht jeder Gründerwettbewerb ist dabei für jedes Unternehmen gleich gut geeignet. Viele Gründerwettbewerbe beschränken sich auf bestimmte Unternehmenskategorien und/oder auf spezielle Regionen oder Städte. Einen guten Überblick über die besten bundesweiten Gründerwettbewerbe geben Rankoholics, das Existenzgründungportal des BMWi und BIZ Awards.

3. Business Angels
Als Business Angel (kurz BA) bezeichnet man eine Person, die sowohl mit Kapital als auch mit Know-how junge, innovative Start ups meistens kurz nach oder sogar schon während der Gründung unterstützt. Business Angels stehen also am Anfang der Finanzierungskette, dort, wo der Engpass sowohl finanziell als auch fachlich am größten ist. Sie sind deswegen von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. In der Regel haben Business Angels entweder Gründungs- oder Management-Erfahrung, in den meisten Fällen sogar beides. Die oftmals vorhandenen unternehmerischen Defizite der Gründer können somit weit gehend ausgeglichen werden; die Start ups profitieren von den umfassenden kaufmännischen Kenntnissen und können das große Netzwerk des BAs nutzen.
Ein lesenswerter Abriss zu Business Angels ist auf Wikipedia zu finden. In die Tiefe geht hier Förderland mit einer sehr umfassenden Aufstellung zum Thema BA und einer tollen Übersicht über deren Vor- und Nachteile (Link 1 und Link 2).
Business Angels sind oft in Netzwerken organisiert. Das größte deutsche Netzwerk ist das Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND): „BAND engagiert sich für den Aufbau der Business Angels Kultur in Deutschland, organisiert den Erfahrungsaustausch und fördert Kooperationen. Als Dachverband des informellen Beteiligungskapitalmarktes ist BAND Sprecher der Business Angels Netzwerke gegenüber Politik und Öffentlichkeit und vertritt im Interesse junger innovativer Unternehmen die Belange der Business Angels.“
Schirmherr ist übrigens Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie.

4. Venture Capital Beteiligungen
Unter Venture Capital Beteiligungen versteht man eine Unternehmensbeteiligung, die durch Bereitstellung von Venture Capital (Venture Capital = die Bereitstellung von haftendem Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Mitteln. Die Bereitstellung des Kapitals ist hierbei zeitlich begrenzt und vertraglich festgelegt) erworben wurde; eine genauere Definition findet Ihr beispielsweise auf Business Angels. Venture Capital Beteiligung erfolgen in den meisten Fällen erst in einer späteren Phase des Firmenaufbaus. Sie bestehen nur aus einer rein finanziellen, dafür aber rein geldlich gesehen oftmals größeren Investition.

Der Unterschied zwischen Business Angels und Venture-Capital-Beteiligung dürfte klar sein. Bei einer Venture Capital Beteiligung geht es um große Summen, die einem als Startup zwar eine Menge erleichtern, aber keinerlei fachliche Unterstützung bieten. Genau diese Unterstützung bieten Business Angels. Wird das Unternehmen erfolgreich, können die BAs mit einer im Vergleich zu Venture-Capital-Investitionen geringeren finanziellen Investition umso stärker von der Wertsteigerung des Unternehmens investieren – hier ist ganz sicher ein der Gründe für die Tatsache zu suchen, dass Business Angels zumeist in Wachstumsbranchen wie IT, Multimedia und Life Science investieren. Andererseits sind die Investitionen von Business Angels durch den Einstieg in der sehr frühen Phase natürlich sehr riskant.

5. Fazit
Welche Form der Unternehmensförderung für wen geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Welche Art von Unternehmen plane ich? Benötige ich hauptsächlich fachliche oder finanzielle Hilfe oder beides? Wie groß ist mein bestehendes Netzwerk? Wie viel „Abhängigkeit“ ist für mich und meine Firma tragbar? Business Angels übernehmen bei ihrem Einstieg in junge Unternehmen häufig eine Position als Aufsichtsrat oder Beirat – damit muss man klarkommen.

Selbstverständlich können in diesem Artikel nur ein paar wenige Formen der „Starthilfe“ und Unternehmensförderung genannt werden. Neben den hier genannten gibt es noch jede Menge andere Möglichkeiten, sich fachlich (und finanziell) unter die Arme greifen zu lassen. Hier ist die örtliche IHK immer ein guter Ansprechpartner für weiterführende Informationen, ebenso wie die Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.
Ein weiterer Denkanstoß: Die Suche nach möglichen Investoren muss außerdem längst nicht mehr national beschränkt sein – gerade Unternehmen aus dem Hightech-Bereich können mit ihrer Innovationsfähigkeit auch bei internationalen Kapitalgebern punkten.

Die verlinkten Seiten liefern Euch tiefgreifendere Informationen zu dem Thema und sind von daher immer einen Besuch wert. Bei der Suche nach der für Euch am passendsten erscheinenden Lösung der Unterstützung wünschen wir Euch viel Erfolg und würden uns freuen, Euch auch beim nächsten Mal wieder als Leser des FastBill-Blogs begrüßen zu dürfen.




Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>