Businessplan 3 – Struktur und Erstellung

Nachdem es in den letzten Einträgen zum Businessplan um Grundsätzliches, wie die  richtige Idee, die Anwendungsmöglichkeiten des Businessplan und mögliche Beratungsanlaufstellen ging, kommen wir nun zum Wesentlichen; dem Businessplan selbst und wie man diesen anlegt.


Dass die Businessplanerstellung ziemlich aufwendig und zeitraubend ist, haben wir an anderer Stelle schon erwähnt. Hier könnt Ihr nun sehen, warum dies so ist. Viele wichtige Abschnitte des Businessplans erscheinen logisch und sind schnell aufgeschrieben. Legt man allerdings los, wird klar, dass hier intensive Recherche und Denkvermögen gefragt sind.
Tipp: Nicht den Businessplan an einem Abend erstellen wollen. Nehmt Euch drei oder vier Wochen Zeit und bearbeitet immer nur einen Abschnitt auf einmal, diesen dann aber ausführlich und ohne Zeitdruck.

Umfang
Allein der Umfang eines Businessplanes macht es erforderlich, etwas mehr Zeit einzuplanen: Zwischen 10 und 30 Seiten kann dieser fassen, je nachdem wie komplex das Gründungsvorhaben und der Markt sind und welchen Anforderungen (z.B. Prüfung durch Geldgeber oder Banken) der Businessplan entsprechen soll. Weniger als 10 Seiten wirken unprofessionell, mehr als 40 oder 50 Seiten dagegen so, als könne man das eigene Vorhaben nicht auf den Punkt bringen.
Tipp: Schlüssig formulieren, aber haarkleine Details können ausgelassen werden. Sofern jemand vertieftes Interesse hat, wird er sich Zusatzinformationen aus einem persönlichen Gespräch holen.

Format
Das Schreiben eines Businessplans ist eine anspruchsvolle Sache: Er sollte beschreibend genug sein, dass der Leser sich etwas unter den Themen vorstellen kann, aber auch fachlich korrekt und aufwendig formuliert, so dass Professionalität erkennbar wird. Beim Schreiben hilft es, sich vorzustellen, dass jemand aus einem ganz anderen Bereich den Plan liest und diesen trotzdem verstehen soll – der Leser soll immer an die Hand genommen werden. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, ob Euer Businessplan dies erfüllt, lasst einfach ein paar Freunde gegenlesen und beurteilen, wie interessant und verständlich das Thema ist.
Für eine schnellen Überblick sollte der Businessplan möglichst übersichtlich und gut untergliedert sein, denn nicht jeder liest sich das komplette Pamphlet durch. Außerdem rate ich ein gewisses Standardformat zu verwenden, das z.B. die Formatangaben: 12pt Schriftgröße, Zeilenabstand 1,5, Ränder mindestens 2,5 cm, einhält. Ein Inhaltsverzeichnis zu Beginn, sowie einheitliche Überschriften und Unterteilungen in thematische Absätze sollten für einen Businessplan selbstverständlich sein.

Zusammenfassung
Zur groben Übersicht nutzen die meisten Interessenten zunächst die Zusammenfassung des Businessplans, die den Plan direkt einleitet. Hier werden alle wichtigen Punkte der Unternehmung, vor allem die Argumente, die für Kapitalgeber entscheidend sind, kurz und strukturiert abgebildet. Von der Zusammenfassung (Executive Summary) hängt es ab, ob der Rest des Businessplans überhaupt gelesen wird.
Tipp: Die Zusammenfassung als Letztes schreiben, da dann die wichtigen Punkte in den ausführlichen Kapiteln schon herausgearbeitet wurden und man nur noch zusammenfassen muss.

Nach dieser Zusammenfassung folgt der Businessplan einem ungefähren Aufbau, der zumeist diesem entspricht:

Geschäftsidee
Hier werden folgende Punkte ausführlich aufbereitet:
(1) Idee (was möchte man tun?)
(2) Produktbeschreibung (was bietet man an?)
(3) Management- bzw. Gründerteam (wer wird in dem Unternehmen tätig sein und welche Kenntnisse liegen vor?)
(4) Unternehmensform (welche rechtliche Form wird das Unternehmen haben?)
Zu diesen Themen empfehle ich in die Einträge zu Businessplan 1- „Eine Gute Idee“ und Rechtsformen für Kleingründungen zu schauen, in denen ausführlich Informationen und Tipps zum Thema gegeben wurden.

Marktübersicht
Hier wird die eigene Unternehmung in den größeren Zusammenhang des Marktes gesetzt:
(1) Kunden (wen kann ich erreichen?)
(2) Konkurrenz (wer konkurriert mit mir um meine potentiellen Kunden und wie?)
(3) Standorte (welchen Standort kann ich nutzen?)
Zum Thema Marktübersicht könnt Ihr ebenfalls den ersten Artikel zum Thema Businessplan zu Rate ziehen, da hier auf Marktstrategien u.v.m. eingegangen wird.

Unternehmensplanung und –beurteilung
In diesem letzten Block geht es um die genaue Beurteilung der Unternehmenssituation, zukünftige Planungen und Finanzierungen:
(1) Chancen Risiken (wie steht meine Unternehmung in Bezug auf den Markt da?)
(2) Marketing und Vertrieb (wie bekommt der Kunde mein Produkt und welche Kommunikation zur Absatzförderung findet statt?)
(3)
Finanzierung (Finanzaufstellung von Eigenkapital, Fremdkapital, Liquiditätsplan und Ertragsvorschau)
(4) Anhänge und Unterlagen

Nach so viel Information, erst einmal frohes ausbrühten und schreiben. Genaue Beschreibungen der Kapitel und Ausfüllhilfen für Muster-Businesspläne gibt es unter folgenden weiterführenden Links:




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